Eintracht Frankfurt Frauen vor einem Testspiel

Die Eintracht Frankfurt Frauen starten gegen den SC Sand in die neue Bundesliga-Saison und wollen im zweiten Jahr mit neuem Namen so richtig erwachsen werden. Die Ziele sind ambitioniert, der Kader wurde prominent verstärkt.

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zum Video Eintracht Frankfurt Frauen: Pressekonferenz zum Saisonstart

Niko Arnautis
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Schluss mit lustig: Nach einem turbulenten ersten Jahr als Teil der Familie von Eintracht Frankfurt wollen die Bundesliga-Fußballerinnen ihre Zurückhaltung endgültig ablegen und wieder Erfolge wie zu besten FFC-Zeiten feiern. Nach einem sechsten Platz in der Bundesliga und dem verlorenen DFB-Pokalfinale darf es im zweiten Jahr gerne etwas mehr sein. "Die Findungsphase und der Welpenschutz sind vorbei", betonte Torhüterin Merle Frohms im Gespräch mit dem hr-sport. "Jetzt zählt's!"

Traum von der Champions League

In ihrem neuen Zuhause, in dem sie hin und wieder auch den männlichen Kollegen um Kevin Trapp, Martin Hinteregger oder Filip Kostic über den Weg laufen, finden sich die Adlerträgerinnen inzwischen gut zurecht. Nun gilt es, das Beste aus den Voraussetzungen rund um die Frankfurter Arena zu machen und flügge zu werden. "Wir müssen in der kommenden Saison reifer und erwachsener auftreten. Die Bedingungen, die wir haben, müssen sich nun in unserer Leistung widerspiegeln", so Frohms. Ausreden gibt es ab sofort also keine mehr.

Nach insgesamt sechs Wochen Vorbereitung, die Trainer Niko Arnautis und sein Team komplett auf dem Gelände am Stadtwald absolvierten, ist die Vorfreude auf den Saisonauftakt am Sonntag (13 Uhr) gegen den SC Sand und die Rückkehr von bis zu 1.046 Fans groß. Der eigene Anspruch ist es aber auch: "Wir wollen schon in Richtung Platz drei schauen", unterstrich Frohms die gewachsenen Ambitionen der Hessinnen. Platz drei wäre gleichbedeutend mit einem Ticket für die Champions League.

Klar ist also: Die weibliche Eintracht will in diesem Jahr das schaffen, woran die männliche Eintracht in der Schlussphase der vergangenen Saison gescheitert war: ab auf die ganz große Fußballbühne.

Kapitänen Pawollek fällt weiter aus

"Die Mädchen sind hungrig auf Erfolg", betonte auch Coach Arnautis. Der 41-Jährige vermied bei der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz am Mittwoch zwar genau wie Vorstand Axel Hellmann und der nach krankheitsbedingter Pause zurückgekehrte Sportdirektor Siegfried Dietrich ein Bekenntnis zu möglichen Champions-League-Plänen. Die Frage nach dem Traum von der Königsklasse beantwortete Arnautis aber mit wenigen Worten vielsagend: "Der lebt."

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Audioseite Frohms über den Saisonstart: "Die Findungsphase ist vorbei"

Eintracht-Torhüterin Frohms
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Dass beim Erreichen dieses großen Ziels, das offiziell erst in den kommenden Jahren erreicht werden soll, nichts dem Zufall überlassen wird, zeigt ein Blick auf den Kader. Zwar werden Kapitänin Tanja Pawollek, die sich beim Pokal-Endspiel in Köln einen Kreuzbandriss zuzog, Geraldine Reuteler und Lea Schneider noch bis zur Rückrunde ausfallen. Die Neuzugänge wie die niederländische Nationalspielerin Siri Worm, die deutsche Auswahlstürmerin Nicole Anyomi und Nachwuchs-Keeperin Hannah Johann können sich aber sehen lassen.

"Wir wollen besser werden und weiter vorne landen", betonte deshalb auch Dietrich. Insgesamt sei es zwar wichtig, der Mannschaft nicht zu viel Druck zu machen. "Das Potenzial ist aber da."

Freigang hat viel vor

Wie weit die Hessinnen sind, wird sich erstmals am Sonntag zeigen. Geht es nach Stürmerin Laura Freigang, sollen die Gegnerinnen aus Sand aber nur ein Zwischenschritt auf dem Weg nach ganz oben sein: "Der internationale Wettbewerb ist mein persönlicher Wunsch. Und ich denke, das ist ein realistischer Wunsch", sagte sie. So klingt eine Kampfansage.