Freude Eintracht Frankfurt Lara Prasnikar

Der Schock sitzt noch tief. Doch nach den heftigen Verletzungen der Eintracht-Spielerinnen Camilla Küver und Virginia Kirchberger geht der Blick nun wieder nach vorne: Das Spiel der Frankfurterinnen gegen den langjährigen Erzrivalen Turbine Potsdam kann über die nähere Zukunft entscheiden.

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Audioseite Erst die schlimmen Verletzungen, jetzt die Vorfreude

Freude bei Eintrach Frankfurt Frauen
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Die Spielerinnen und Verantwortlichen der Eintracht mussten viel einstecken in den vergangenen Tagen. Gleich zwei Abwehrspielerinnen verletzten sich schwer. Zunächst der Kreuzbandriss von Camilla Küver im Spiel gegen Jena, dann folgte der Schien- und Wadenbeinbruch von Virginia Kirchberger im Länderspiel der österreichischen Nationalelf gegen Luxemburg. Beide werden den Frankfurterinnen lange fehlen. "Das war eine Hiobsbotschaft für uns", sagte Eintracht-Trainer Niko Arnautis.

Und so werden die Eintrachtlerinnen am Freitag (18 Uhr) im Topspiel gegen Turbine Potsdam auch für ihre so schwer verletzten Mannschaftskameradinnen spielen. Die Vorfreude ist - trotz der Ereignisse der vergangenen Tage - riesengroß. Gespielt wird im Stadion am Brentanobad unter Flutlicht. Arnautis: "Wir wollen wieder ein Heimspiel liefern, das die Zuschauer begeistert. Es wird schwer, aber wir freuen uns und sind aktuell beflügelt durch die letzten Spiele." Die Eintracht hat sich durch vier Siege aus den vergangenen fünf Spielen auf den dritten Tabellenplatz hochgearbeitet.

Eintracht seit Jahren mal wieder leichter Favorit gegen Potsdam

Dass Frankfurt in den vergangenen Jahren in der Bundesliga-Tabelle einmal vor dem Erzrivalen Turbine Potsdam stand hatte Seltenheitswert. Zwischen den Jahren 2001 und 2012 wechselten sich der der 1. FFC Frankfurt und Turbine Potsdam beim Gewinn des Deutschen Meisterschaft praktisch ständig ab. Sechsmal wurde Frankfurt Meister, sechsmal Potsdam. Danach übernahmen Bayern München und der VfL Wolfsburg das Zepter.

Durch die Erfolge der vergangenen Wochen ist Eintracht Frankfurt als Tabellendritter nun erstmals wieder in die Bundesliga-Spitzengruppe vorgedrungen. Und seit knapp einem Monat steht die Elf von Trainer Arnautis auch vor den fünftplazierten Potsdamerinnen. Frankfurt ist also leichter Favorit. Durch einen Sieg könnte die Eintracht die Konkurrentinnen auf Abstand halten - auch im Hinblick auf die ersehnte Qualifikation für die Champions-League. Die besten drei Teams qualifizierten sich am Ende der Saison für die Königsklasse.

Dietrich: Hochspannung wie nie

Sportdirektor Siegfried Dietrich, der die großen Duelle gegen Potsdam um Meisterschaften und Pokalsiege als Macher des 1. FFC Frankfurt miterlebte, spricht von einer historischen Situation in der Bundesliga. "Das gab es meines Wissens in 31 Jahren Frauen-Bundesliga-Geschichte noch nicht, dass nach dem neunten Spieltag fünf Teams nur drei Punkte auseinander liegen. Das zeigt eine neue Qualität unserer Liga."

Auch Dietrich weiß, dass ein Sieg gegen Potsdam für die Eintracht äußerst wichtig wäre. Auch psychologisch. Schließlich konnten die Frankfurterinnen von den vergangenen elf Duellen gegen das Team aus Brandenburg nur ein einziges Mal gewinnen.

Gewinnen für die vielen Langzeitverletzten

Jetzt soll am Freitag ein Sieg her. Personell wird es für die Eintracht so langsam eng. Denn neben Küver und Kirchberger fehlen mit Tanja Pawollek, Géraldine Reuteler und Lea Schneider noch drei weitere Langzeitverletzte. "Wir müssen und wollen gerade für die Spielerinnen, die uns aktuell nicht zur Verfügung stehen, als Mannschaft noch enger zusammenwachsen und für sie jetzt erst recht unseren Weg weitergehen“, sagte Arnautis.

Im Fußball werde man immer wieder vor solche Herausforderungen gestellt, die wir aber durch unseren Kader kompensieren können. "Egal, welche unserer Spielerinnen auf dem Platz steht, jede hat ihre Qualitäten." Die müssen sie am Freitag zeigen. Ein Sieg wäre ein wichtiger Zwischenschritt, um im Kampf um die Champions-League-Plätze den Kurs zu halten.