Niko Arnautis, hier mit Sandrine Mauron, treibt sein Team an.

Am Sonntag stehen die Eintracht-Frauen einem scheinbar übermächtigen Gegner gegenüber. Doch Trainer Niko Arnautis will mit einem eigenen Plan die Überraschung gegen Bayern schaffen.

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Audioseite Niko Arnautis: "Auf die Männer hätte auch keiner in Bayern einen Cent gesetzt"

Niko Arnautis, Trainer der SGE-Frauen.
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Die Zahlen scheinen erdrückend: Bayern München hat fünf Spiele absolviert, fünf Mal gewonnen und dabei ein Torverhältnis von 24:1 herausgeschossen. Da sind die Rollen klar verteilt vor dem Aufeinandertreffen der Eintracht-Frauen mit den Bayern am Sonntag (16 Uhr). Trainer Niko Arnautis stellt gegenüber dem hr-sport dennoch klar: "Es gibt für Außenseiter immer Möglichkeiten. Wir wollen mutig auftreten und brauchen uns nicht verstecken."

Mut machen dem Coach die Auftritte gegen die Bayern daheim in der vergangenen Saison und im Pokalfinale gegen Wolfsburg, als die Frankfurterinnen die Partien lange offen gestalten konnten. Außerdem mussten die Münchnerinnen am Donnerstagabend noch in der Champions League gegen BK Häcken ran (und gewannen mit 4:0). "Da kann es sein, dass sie vielleicht zu Beginn nicht wieder in den Rhythmus finden", findet Arnautis. "Generell haben sie aber einen breiten Kader, der das auffangen kann."

Arnautis mit Respekt für Bayern-Bezwinger Glasner

Wer ansonsten noch nach Mutmachern schaut, der wird im eigenen Klub fündig. Schließlich besiegten die Männer jüngst die übermächtig erscheinenden Bayern in deren Stadion. Arnautis hat großen Respekt vor der Leistung seines Kollegen Oliver Glasner: "Er ist mit der Situation in den vergangenen Monaten herausragend umgegangen. So ganz kann man die Ausgangslage aber nicht vergleichen, weil die Männer ergebnistechnisch in der Kritik standen, wir haben bisher ein sehr gutes Punkte-Fundament gelegt."

Tatsächlich hat sein Team in fünf Spielen nur eine knappe Niederlage gegen Hoffenheim hinnehmen müssen, zeigte sich im bisherigen Verlauf sehr reif in der Spielanlage. Das Auftreten hat sogar noch vor tabellarischen Erwägungen großes Gewicht bei Arnautis. Es geht ihm um die Identität der Elf. "Unser Fußball soll zur Region passen, wir wollen Frankfurt repräsentieren. Das Spiel soll aggressiv, mutig und attraktiv sein." Dafür stehen zehn Tore in fünf Spielen, Laura Freigang ist mit drei Treffern beste Schützin.

Feiersingers Einsatz ist noch fraglich

Ihre Kollegin Laura Feiersinger könnte beim Spiel gegen die Bayern ausfallen. In Essen kugelte sie sich die Schulter aus, eine Entscheidung über einen Einsatz steht erst am Wochenende an. Ansonsten haben viele Spielerinnen ihre Blessuren auskuriert, auch Nicole Anyomi macht Fortschritte. Arnautis kann also weitgehend aus dem Vollen schöpfen - und sich zudem auf die Unterstützung von den Rängen verlassen. Bis zu 2.022 Zuschauende können im Stadion am Brentanobad dabei sein, teilte der Klub mit.

"Ich habe schon so viele Kartenanfragen bekommen, dass ich gar nicht alle bedienen kann. Die Fans werden uns beflügeln, trotzdem müssen wir auch dabei clever bleiben", sagt der Trainer. Den Fans verspricht er in jedem Fall einen packenden Fight seiner Auswahl: "Gegen die Bayern musst du einen Meter mehr machen und dem Gegner in Anführungszeichen auch mal 'wehtun'. Sie müssen spüren: Frankfurt will hier was holen!"