Die Eintracht Frankfurt Frauen erlebten emotionale 120 Minuten gegen Wolfsburg.

Nach der 0:1-Niederlage im Pokalfinale gegen den VfL Wolfsburg müssen die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt ihre Tränen trocknen. Es waren wilde 120 Minuten zwischen Fight, Hoffnung, Enttäuschung und Stolz.

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Eine traurige Eintracht-Spielerin
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Und dann sanken die Spielerinnen der Eintracht Frankfurt Frauen am Sonntagabend im DFB-Pokal-Finale in Köln-Müngersdorf in der 118. Minute zu Boden. Der VfL Wolfsburg kombinierte sich noch einmal sehenswert durch die Abwehrreihe der Hessinnen und Ewa Pajor ließ Torfrau Merle Frohms mit einem platzierten Schuss ins lange Eck keine Chance. Rumms! Das hatte gesessen.

Achterbahnfahrt der Emotionen und Gefühle

Es war das Ausrufezeichen hinter einem Spiel, das getrost als großartige Werbung für den Fußball gelten darf. Neben schönen Passstafetten und vielen Großchancen bot die Partie aber auch einige emotionale Momente. Vor allem die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt befanden sich auf einer Achterbahnfahrt der Gefühle.

Da waren die Tränen von Tanja Pawollek nach 40 Minuten. Die zu diesem Zeitpunkt schon leicht angeschlagene Kapitänin kam ohne Fremdeinwirkung auf dem linken Knie auf und deutete sofort an, dass es nicht mehr weitergehen könnte. Nach bangen Minuten, in denen die untröstliche Pawollek weggetragen wurde, saß sie später wieder auf der Tribüne und fieberte mit. Es waren rührende Bilder, als sie KeeperinCara Bösl auf dem Rücken zum Podest getragen wurde.

Eintracht-Hoffnung nach Schult-Platzverweis

Doch da gab es auch die vielen Hoffnungsmomente. Dann etwa, als Alexandra Johannsdottir bei einer Großchance an Almuth Schult (59. Minute) scheiterte. Oder noch viel mehr als die Nationalkeeperin der Wölfe in der Verlängerung die rote Karte (96.) sah. Schults Tränen auf der einen - und Frankfurter Hoffnung auf der anderen Seite. "Es ist sehr emotional, wenn man der Mannschaft so schadet", sagte Schult nach Abpfiff.

Aber der VfL ließ sich nicht hängen und die Frankfurterinnen wurden in Überzahl plötzlich etwas ängstlicher, nervöser. Der Platzverweis schien die Beine zu lähmen, die Kraft für einen Lucky Punch war nicht mehr da. Und Wolfsburg? Die warteten auf diesen Moment, den Pajor dann eiskalt nutzte.

Arnautis peilt das nächste Pokalfinale an

Trainer Niko Arnautis holte sich seine Spielerinnen noch lange zusammen und bildete vor der Sieger-Ehrung einen Kreis. Es gab vor allem Lob für eine tolle Leistung des Underdogs gegen die erfahrene, robuste Truppe aus Wolfsburg. "Es hat Spaß gemacht, aber natürlich sind die Mädels jetzt enttäuscht", sagte Arnautis. Frohms äußerte sich ähnlich ambivalent: "Es ist eine Mischung aus Enttäuschung und purem Stolz."

Möglicherweise helfen die aufmunternden Worte von Präsident Peter Fischer und den Eintracht-Veranwortlichen über den ersten Schmerz hinweg. "Das war eine Riesenleistung von uns. Wir haben mit unseren Waffen und der Menalität Stirn geboten. Das nehmen wir mit", freute sich der Coach, der auch im kommenden Jahr wieder gerne in eine Pokalfinal-Achterbahn steigen würde - dann aber mit besserem Ausgang: "Wir haben uns fest vorgenommen, dass wir wieder nach Köln fahren und nach dem Titel greifen wollen."