Arnautis mit einer Ansprache an sein Team

Ein frühes und umstrittenes Gegentor, dazu ein verschossener Elfmeter: An der Niederlage gegen den SC Freiburg haben die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt ordentlich zu knabbern. Droht nach einem guten Saisonstart jetzt der Boden der Tatsachen?

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Spielerinnen der Eintracht
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Es hätte der versöhnliche Abschluss eines ansonsten ernüchternden Freitagabends werden können. Die Nachspielzeit der Partie gegen Freiburg war gerade abgelaufen, da bekam Frankfurts Laura Freigang die dicke Chance zum Ausgleich: Handelfmeter.

Ein Geschenk, wenn man bedenkt, wie Greta Stegemann vorher die rechte Schulter ausgefahren hatte, um den Ball im eigenen Strafraum abzuwehren. Doch statt zum 1:1 zu verwandeln, zielte Freigang am linken Torpfosten vorbei. Die zweite Bundesliga-Niederlage der Eintracht-Fußballerinnen, sie war damit amtlich.

Kein Vorwurf an Laura Freigang

"Da mache ich niemandem einen Vorwurf, Laura hat schon so viele Tore für uns geschossen", nahm Trainer Niko Arnautis seine Angreiferin umgehend in Schutz. "Dass sie den jetzt daneben gesetzt hat, ist natürlich ärgerlich, aber sie ist da am traurigsten.“

Zudem ist Freigang nicht die einzige Frankfurterin, die den Ausgleich auf dem Fuß hatte. Auch Tanja Pawollek (26. Spielminute) und Barbara Dunst (78.) hätten ihr Team zumindest in die Nähe des vierten Saisonsiegs bringen können.

Eintracht früh kalt erwischt

"Wir haben mehr Torchancen gehabt, die bessere Spielanlage", konstatierte Arnautis völlig zurecht. Allerdings: Den Kaltstart, den seine Mannschaft hingelegt hatte, machte das auch nicht mehr wett.

Das goldene Tor der Partie resultierte aus dem ersten und lange Zeit einzigen ernstzunehmenden Konter der Gäste. Lina Bürgers Führungstreffer nach nicht einmal drei Minuten überraschte die Eintracht nicht nur, er sorgte auch noch für Stunk.

"Das Problem ist, dass wir ein Gegentor bekommen, als wir in den ersten zwei Minuten eigentlich munter und voll fokussiert auf dem Platz stehen", sagte Arnautis. "Dann ist es auch noch ein Abseitstor. Das ist einfach ärgerlich."

Ärgerlich ist auch: Für Frankfurt ist es die zweite Saisonniederlage innerhalb von nur wenigen Tagen, erst am vergangenen Wochenende hatte es ein 2:3 beim SC Sand gegeben. Die Eintracht muss nun aufpassen, den guten Saisonstart mit elf Punkten aus den ersten fünf Partien nicht aufs Spiel zu setzen. Der hessische Bundesligist war neben Leverkusen bislang das einzige Team, das sich hinter dem quasi tadellosen Top-Trio München, Wolfsburg und Potsdam in Lauerstellung hatte bringen können.

Frohms: "Sind auf einem guten Weg"

"Ich denke, man man konnte schon eine Steigerung im Vergleich zum Spiel gegen Sand sehen. Wir haben uns auf allen Positionen verbessert und gekämpft ", sagte Torhüterin Merle Frohms nach dem Freiburg-K(n)ick. Für die 25-Jährige war es ein Duell mit ihrem Ex-Club, erst im Sommer war sie aus dem Breisgau an den Main gewechselt.

"Und dann gibt es eben immer so Tage, an denen der Ball nicht rein will. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg, wachsen als Mannschaft weiter zusammen und dann werden wir auch in der Lage sein, solche Spiele zu drehen und für uns zu entscheiden", so Frohms weiter.

Rund drei Wochen Länderspielpause

Die nächste Gelegenheit dazu haben die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt nach einer rund dreiwöchigen Länderspielpause: Erst am 8. November (14 Uhr) steht das nächste Auswärtsspiel beim MSV Duisburg an.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! extra live, 17.10.20, 13.55 Uhr