Niko Arnautis

Für die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt beginnt in der Liga der Saison-Endspurt und dann ist da ja auch noch das Pokalfinale. Warum das genau zum richtigen Zeitpunkt kommt und wie das Team Frust in Erfolg umgemünzt hat, Trainer Niko Arnautis hat es verraten.

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Eintracht Frankfurt Frauen Pokal-Halbfinale
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Es gibt Momente, die verändern ein Team, eine Saison. Für die Fußballerinnen der Frankfurter Eintracht war das das Spiel in Leverkusen. Eine Niederlage, und eine bittere noch dazu, aber nach dem Abpfiff war etwas anders. "Es gab einen besonderen Moment im Kreis. Ich hatte in der ganzen Saison nicht einmal das Gefühl, dass wir so eng beieinander standen, wie in dieser Situation", sagt Trainer Niko Arnautis im Gespräch mit dem hr-sport. "Die Mannschaft ist enger zusammengerückt, und das trotz der Niederlage."

Für sein Team war das ein Wendepunkt. Es folgten souveräne Siege in der Liga und schließlich der Einzug ins Finale des DFB-Pokals. Und das Gefühl: All die Arbeit der vergangenen Monate, sie zahlt sich aus. Denn für die Frankfurterinnen war die Saison bisher alles andere als einfach. Seit dem vergangenen Sommer gehen sie als Eintracht an den Start, mit dem Budget wuchsen auch die Erwartungshaltung und der Druck, von innen und außen.

Wenn der Frust Früchte trägt

Die Veränderungen steckte das junge Team, das gezielt mit Nationalspielerinnen wie etwa Keeperin Merle Frohms verstärkt wurde, nur schwer weg, schnell knirschte es auf dem Platz, die Ergebnisse blieben aus. "Das muss eine junge Mannschaft erst einmal alles verarbeiten", verriet Arnautis. Denn für die Spielerinnen veränderte sich mit der Zugehörigkeit zur Eintracht mehr als nur das glänzende Vereinsemblem.

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Gegen Wolfsburg im Waldstadion

Die Partie gegen den VfL Wolfsburg am 23. Mai bestreiten die Fußballerinnen im Waldstadion. Für das Team schließt sich damit im letzten Heimspiel der Saison ein Kreis. Denn die erste Partie der Spielzeit haben sie ebenfalls dort ausgetragen.

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"Den Druck haben sie sich auch selbst gemacht", so Arnautis. "Und - mit jedem Spiel, in dem wir nicht gepunktet haben, gab es mehr Frust." Doch daran sind sie gewachsen – haben sich nach Spielabsagen, Niederlagen und schweren Verletzungen gefunden. "Das Schöne ist, dass wir uns jetzt belohnen und die Früchte ernten können", so der Coach – und das pünktlich zum Saisonendspurt in Liga und Pokal.

Über die Grenze gehen

Da stehen mit Spielen gegen Potsdam und die Top-Clubs aus Wolfsburg und München noch Highlights an. Und die Partie gegen den VfL ist zudem noch Generalprobe für das Pokalfinale am 30. Mai in Köln. "Wir haben ein richtig schweres Programm", weiß auch Coach Arnautis. "Aber wir haben mit der Mannschaft gesprochen: Das kann noch eine richtig geile Saison werden."

Denn mit einem Lauf in der Liga können die Frankfurterinnen sogar noch ein paar Plätze gut machen. Der Trainer aber will von dem Blick auf die Tabelle aktuell nichts wissen, hält nichts von Rechenspielen: "Wir wollen versuchen, den Flow mitzunehmen und natürlich auch zu punkten." Und für das Pokalfinale – da brauchen sie alle keine extra Motivation. "Da müssen wir absolut an unsere Grenze gehen."

Ein kräftezehrendes Jahr krönen

Die Grenze, die haben die Frankfurterinnen in den letzten Monaten oft überschritten – nach innen und außen. "Es ist für alle ein kräftezehrendes Jahr, aber wir sind in dieser Saison gewachsen", weiß ihr Trainer. Und vielleicht folgt so auf den Moment nach der Niederlage in Leverkusen ja noch ein zweiter magischer Moment – gerüstet wären sie dafür, die Spielerinnen der Eintracht.