Svenja Huth

Finale! Eintracht Frankfurt und der VfL Wolfsburg duellieren sich am Sonntag um den DFB-Pokal. VfL-Spielerin Svenja Huth hat eine lange Frankfurter Vergangenheit – und spricht im Interview über das Potenzial, dass die Hessinnen noch besser ausschöpfen müssen.

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zum Video Eintracht Frankfurt euphorisch ins Pokalfinale gegen Wolfsburg

Eintracht Frankfurt bejubelt den Einzug ins DFB-Pokal-Finale.
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hessenschau.de: Svenja Huth, am 17. Mai 2014 hat der 1. FFC Frankfurt zum letzten Mal den DFB-Pokal gewonnen. 3:0 wurde damals die SGS Essen besiegt. Sie sind die einzige Spielerin aus dem Kader des FFC, die in diesem Jahr beim Finale wieder dabei ist - diesmal allerdings im Trikot des VfL Wolfsburg. Welche Erinnerungen haben Sie noch an das Finale von 2014? Eingesetzt wurden Sie damals ja leider nicht.

Svenja Huth: Grundsätzlich ist ein DFB-Pokal-Finale immer etwas Besonderes. Ganz egal, ob man auf dem Platz steht, auf der Bank oder auf der Tribüne sitzt. Zum großen Ganzen zählt ja immer das ganze Team. Es ist ein absolutes Highlight, im Finale vor Publikum zu spielen, das wird wie schon im vergangenen Jahr auch in diesem Jahr nicht gehen. Von daher ist es eine sehr schöne Erinnerung, an die man sehr gerne zurück denkt.

hessenschau.de: Viermal haben Sie mit dem 1. FFC Frankfurt den DFB-Pokal gewonnen. 2007, 2008, 2011 und eben 2014. Dazu noch 2020 mit dem VfL Wolfsburg. Welche Bedeutung hat der DFB-Pokal ganz speziell im Frauenfußball?

Huth: Egal ob heute in Wolfsburg oder früher in Frankfurt, es sind ganz besondere Titel, für die man das ganze Jahr arbeitet. Weil es eben auch kein Selbstläufer ist. Das sind immer harte Spiele. Diese Titel sind die Belohnung für die harte Arbeit, und jeder Titel ist ganz besonders.

hessenschau.de: Sie haben im Frauenfußball sehr viel gewonnen, der Höhepunkt ist und bleibt der Olympiasieg 2016 in Rio de Janeiro. Wenn Sie am Sonntag mit dem VfL Wolfsburg gegen Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal-Finale stehen, ist das immer noch etwas Besonderes?

Huth: Absolut. Egal, ob man schon viele Endspiele gewonnen hat oder auch mal eins verloren hat: Es ist und bleibt immer einzigartig, nach Köln zu fahren und ein Finale zu spielen. Jetzt ganz besonders gegen Frankfurt. Aber letztendlich wollen wir den Pokal wieder mit nach Wolfsburg nehmen.

hessenschau.de: Wenn man schon so viele Endspiele gespielt hat, wie geht man dann in das Finale? Sind Sie noch genauso nervös wie bei Ihrer ersten Finalteilnahme?

Huth: Es ist immer eine positive Anspannung, die man aber auch braucht, um dann auf den Punkt da zu sein. Dass wir das können, dass wir das Kämpferische als einzelne Spielerin, aber auch als Mannschaft haben, haben wir auch schon öfter gezeigt. Wir haben ja auch mehrere Spielerinnen dabei, die schon mehrere Jahre auf diesem Niveau spielen und auch schon häufiger in so einem 'Alles-oder-Nichts-Spiel' dabei waren. Aber es hilft natürlich auch, wenn man schon Erfahrungen in solchen großen Spielen gesammelt hat.

hessenschau.de: Sie kommen aus Alzenau, sind also ganz in der Nähe von Frankfurt aufgewachsen. Sie haben bei der Stadt Frankfurt Ihre Ausbildung gemacht. Welchen Stellenwert hat Ihre Zeit in Frankfurt für Ihre Karriere?

Huth: Einen ganz großen Stellenwert, weil dort ja auch alles begann. Ich bin 2005 von Bayern Alzenau von den Jungs zu den Mädels gewechselt. Ich habe beim FFC noch zwei Jahre in der Jugend gespielt und durfte auch schon bei der ersten Mannschaft mittrainieren. Das war was ganz, ganz Besonderes, weil da die ganzen erfahrenen Nationalspielerinnen gespielt haben. Wenn ich da an Birgit Prinz, Sandra Smisek, Nia Künzer oder Saskia Bartusiak denke. Ich habe Erfolge erlebt, ich habe aber auch Rückschläge, wie meine Knieverletzung 2013, erleben müssen. Aber ich denke gerne an die Zeit zurück.

hessenschau.de: Wie schätzen Sie die Entwicklung bei Ihrem Finalgegner Eintracht Frankfurt ein, im ersten Jahr unter dem neuen Namen?

Huth: Ich glaube, dass es gut und richtig war, als FFC Frankfurt die Fusion mit Eintracht Frankfurt einzugehen. Auch im Hinblick auf die Professionalisierung. In Frankfurt ist aber immer noch Luft nach oben. Das spiegelt sich auch in dieser Saison wider. Es waren sehr souveräne Spiele dabei, aber die Mannschaft hat dann auch gegen Teams auf Augenhöhe Punkte liegengelassen. Es wird für Eintracht Frankfurt in den nächsten Jahren wichtig sein, darauf aufzubauen und konstanter zu spielen. Und dann auch immer weiter nach oben zu schielen.

Das Gespräch führte Martina Knief.

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Pokalfinale live sehen und hören

Das DFB-Pokal-Finale zwischen Eintracht Frankfurt und dem VfL Wolfsburg sehen Sie am Sonntag ab 16 Uhr live im Ersten und im Stream auf sportschau.de. Zudem überträgt auch hr-iNFO das Spiel live und in voller Länge.

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Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 28.05.21, 19.30 Uhr