Sjoeke Nüsken

Sjoeke Nüsken ist nicht nur Profifußballerin, sie studiert und macht in der Sommerpause mal eben die Grundausbildung bei der Bundeswehr. Warum das der 22-Jährigen von Eintracht Frankfurt wichtig ist und was das mit Waldmärschen im Regen zu tun hat? Die Antworten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht-Fußballerin Nüsken: "Das macht mir Spaß"

Sjoeke Nüsken von Eintracht Frankfurt im Liga-Spiel gegen Freiburg
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Mykonos oder Mallorca, Hauptsache Urlaub – das gilt für viele Profis, wenn die Saison vorbei ist. Im Fall von Sjoeke Nüsken, Mittelfeldspielerin bei der Frankfurter Eintracht, war es ein Wald bei Hannover. Allerdings nicht, um sich zu erholen – die 22-Jährige absolviert die Grundausbildung bei der Bundeswehr. Und während die Teamkolleginnen die Koffer packten, ging es für Nüsken nach einem kurzen Urlaub in die Kaserne. "Ich habe auf jeden Fall Spaß", sagt sie im Gespräch mit dem hr-sport.

An Spaß dürften die meisten bei den Worten Bundeswehr und Grundausbildung nicht denken. Sondern an zehrende Waldläufe, schwere Stiefel und strenge Regeln. Nach zwei Wochen bei der Spitzensportfördergruppe kennt Nüsken all die Klischees, für sie aber ist die Grundausbildung mehr als das. "Ich habe persönlich weiterentwickelt", verrät sie. "Teamgeist, Kameradschaft, das ist bei der Bundeswehr noch einmal etwas ganz Anderes und eine Erfahrung, die mir fürs Leben wichtig ist."

Endlich ins Gelände

Ihr Leben, das ist eigentlich das einer Profifußballerin bei der Eintracht, einer Nationalspielerin. Das aber reicht Nüsken nicht. Sie studiert, und hat sich im vergangenen Jahr bei der Bundeswehr verpflichtet. Ihr Tag, so scheint es, kann gar nicht genug Stunden haben. "Auch bei mir hat der 24 Stunden, ganz normal", sagt Nüsken und lacht. Eigentlich wollte sie die Grundausbildung schon im Sommer 2020 machen. Eine Verletzung verhinderte das. Mit einem gerissenen Außenband im Knie robbt man schließlich nicht durch den Matsch.

Und genau darauf hatte sich Nüsken so gefreut. Erst einmal aber stand zum Start der Grundausbildung etwas Anderes auf dem Programm: "Wir haben am Anfang viel Theorie gemacht, um erst einmal die ganzen Grundlagen zu lernen." Auf Theorie folgte Torf – Nüsken gefällts: "Jetzt sind wir im Gelände und machen dort unterschiedliche Sachen. Eigentlich so, wie man es sich vorstellt."

"Sechs Kilometer, ordentlich Gepäck"

Was die 22-Jährige mit leichter Stimme und voller Begeisterung erzählt, klingt nüchtern betrachtet vor allem anstrengend: "Wir sind marschiert - sechs Kilometer, mit ordentlich Gepäck. Das nennt sich Eingewöhnungsmarsch." Im Regen und mit einer enormen Last auf dem Rücken. "Das waren so 20, 25 Kilo. Und dass es geregnet hat, das war eine schöne Abkühlung."

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Trainingsauftakt am Samstag

Eintracht-Trainer Niko Arnautis bittet seine Spielerinnen am Samstag zur ersten Einheit. Die Bundesliga-Saison beginnt für die Frankfurterinnen dann Ende August gegen den SC Sand.

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Die Teamkolleginnen und auch Trainer Niko Arnautis supporten Nüsken auf ihrem Weg in der Sportfördergruppe. Dass sie deshalb die eine oder andere Trainingseinheit verpasst, ist kein Problem – denn die Prioritäten sind klar. "Mein Hauptberuf ist Fußball, und nebenbei studiere ich", sagt Nüsken. "Und die vier Wochen Grundausbildung passen perfekt in die Sommerpause." Wenn das Team am Samstag mit der Vorbereitung startet, wird sie aber noch nicht wieder mit dabei sein.

Berlin, Berlin

Denn während die Mitspielerinnen an den Grundlagen arbeiten, steht für die Mittelfeldspielerin in der kommenden Wochenende noch ein besonderer Termin an. "Wir fahren zum Gelöbnis nach Berlin. Da kommt auch Annegret Kramp-Karrenbauer, die Verteidigungsministerin", erzählt sie.

Zurück in Hannover steht dann noch ein weiteres Highlight an. "Ich freue mich auf den Geländetag, da ist Action angesagt und wir dürfen raus und zeigen, was wir in den vier Wochen gelernt haben." Und wenn Nüsken das erzählt klingt es fast ein bisschen so, wie wenn andere Profis von Mykonos oder Mallorca erzählen. Das aber wäre ihr vermutlich zu wenig Action.