Ben Manga in der Arena

Eintracht Frankfurts neuer Direktor Profifußball Ben Manga spricht über Diskriminierung und Rassismus in Deutschland. Zu seiner aktiven Zeit bekam er weniger Chancen als seine Kollegen.

Zur neuen Saison wird Ben Manga bei Eintracht Frankfurt vom Kaderplaner zum Direktor Profifußball befördert. Damit ist er im deutschen Profifußball einer der wenigen People of Color in solch einer Position. Auf einem Sponsorenevent erzählte Manga nun, wie schwierig der Weg für ihn dorthin gewesen sei.

Wie die Plattform fussball.news berichtet, sagte Manga bei einer Diskussionsrunde des Portals Indeed: "Ich bin hier groß geworden, und trotzdem hat man immer wieder das Gefühl gehabt, dass man mehr machen musste als 'der Weiße', ohne das abwertend zu sagen. Bevor ich oder meine ausländischen Kollegen mal zum Training der Profis durften, sind immer erstmal die Deutschen bevorzugt worden."

Manga: "Als Farbiger schwierig, in gehobene Positionen zu kommen"

Manga wurde 1974 in Äquatorialguinea geboren und wuchs im Rheinland auf. Während seiner aktiven Laufbahn spielte er für Fortuna Düsseldorf, den Wuppertaler SV, den KFC Uerdingen, Alemannia Aachen und den Karlsruher SC. Als junger Mann habe er Probleme damit gehabt, dass seine deutschen Kollegen bevorzugt wurden, so Manga.

"Du hast Leistung gebracht. Am nächsten Tag durfte dein Kollege bei den Profis trainieren, und du musstest weiter bei den Amateuren trainieren und denkst dir: 'Warte mal: Ich habe doch gestern drei Tore geschossen und das Spiel mitentschieden.'"

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Auch seinen Weg vom Jugendtrainer und Scout bis zum Direktor beschreibt er als sehr schwierig: "Es war und ist als Farbiger in Deutschland und generell immer schwierig, in gehobene Positionen zu kommen. Ob als Mann oder Frau spielt gar keine Rolle."

Laut fussball.news habe Manga von einem besonderen Treffen mit einem afrikanischen Berater berichtet. Dieser habe ihm für alle Afrikaner gedankt, der erste Schwarze in der deutschen Bundesliga zu sein, der einen Direktorenposten innehabe.

Manga tritt nun aus dem Hintergrund

Manga gilt als wichtige Figur im Hintergrund für den jüngsten Aufstieg der Frankfurter Eintracht. Er soll unter anderem die Transfers von Luka Jovic und Sébastian Haller eingeleitet haben. Durch seine Spanischkenntnisse leistete er auch einen großen Beitrag dazu, potenzielle Neueinkäufe von der Eintracht zu überzeugen

Im Sommer wird Manga nun "Direktor Profifußball und Kadermanager" und unterschrieb dafür einen Vertrag bis 2026. Über die Eintracht sprach er nicht nur in diesem Zusammenhang von einer "großen Familie".