Gladbach-Trainer Adi Hütter bei der 1:4-Niederlage in Leipzig

Eintracht Frankfurt fährt mit viel Euphorie im Gepäck zum Spiel nach Mönchengladbach. Dort wartet am Mittwoch Ex-Trainer Adi Hütter, der nach drei Bundesliga-Klatschen in Folge so langsam um seinen Job bangen muss.

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Um kurz vor Mitternacht am 27. Oktober saß Adi Hütter in seiner Trainerkabine und war glücklich. Soeben hatte der neue Coach von Borussia Mönchengladbach mit seiner Mannschaft den großen Rivalen Bayern München mit 5:0 aus dem DFB-Pokal gekegelt. Fußball-Deutschland lag Gladbach zu Füßen. Auch in der Bundesliga kam die Fohlen-Elf so langsam in Fahrt, während sich Hütters Ex-Klub Eintracht Frankfurt im Tabellenkeller rumquälte. Alles richtig gemacht, wird sich Hütter gedacht haben.

Gut sechs Wochen später sieht die Fußball-Welt komplett anders aus. Schon die 1:4-Niederlage im Rheinderby beim 1. FC Köln hat die Gladbacher Fans unruhig werden lassen. Nach dem 0:6 gegen Freiburg und dem 1:4 in Leipzig läuten nun auch bei der Vereinsführung die Alarmglocken. Sportdirektor Max Eberl musste im ZDF-Sportstudio am Samstag schon einen Treueschwur auf Hütter leisten. Die Trainerdiskussion sei "völlig inakzeptabel". Sätze, die nicht selten irgendwann in einer Trainerentlassung münden.

Ganz anders ist die Lage bei der Eintracht. In der Europa League wurde der Sprung ins Achtelfinale geschafft. Und in der Bundesliga sind die Frankfurter - nach schlechtem Start - die Mannschaft der Stunde. Mit vier Siegen aus den vergangenen fünf Spielen, mit dem 5:2 gegen Leverkusen als Höhepunkt. Keine Bundesliga-Mannschaft ist aktuell so erfolgreich wie die Eintracht. Jetzt hat Frankfurt Lust auf den Kick in Gladbach (Mittwoch, 18.30 Uhr). Und die Fans begleiten die sportliche Talfahrt von Ex-Übungsleiter Hütter in den sozialen Netzwerken gleichzeitig mit viel Häme.

Eintracht-Aufschwung, Gladbacher Krise

Seinem Nachfolger Oliver Glasner geht es besser. Unter ihm nimmt die Eintracht die lang erhoffte, positive Entwicklung: Die vielen Balleroberungen, das erfolgreiche Konterspiel und die Torgefahr fast aller Spieler zeigen, dass die Eintracht mittlerweile einen echten Plan hat. Einen Plan, der selbst Top-Teams wie Bayer Leverkusen beim Frankfurter 5:2-Sieg völlig aus dem Konzept brachte.

Bei Borussia Mönchengladbach ist derzeit vor allem eines zu sehen: Planlosigkeit. Die topbesetzte Offensive mit Marcus Thuram, Alassane Plea und Jonas Hofmann erspielt sich kaum noch Großchancen. Und in der Gladbacher Defensive sieht es noch schlimmer aus. Die Fohlen-Elf bekommt vor allem gegnerische Standard-Situationen nicht in den Griff. Beim 0:6 gegen Freiburg fing sie sich sage und schreibe vier Gegentore nach Ecken und Freistößen, gegen Leipzig wieder eines. Das macht Hütter ratlos. Und war mal ganz anders gedacht.

Hütter war von den Gladbacher Vereinsverantwortlichen unter anderem auch deshalb von der Eintracht ins Rheinland gelotst worden, um - nach den vielen Gegentoren in der Vor-Saison - die Borussia defensiv stabiler zu machen. Doch das Gegenteil ist passiert: Die Gladbacher haben hinter Tabellenschlusslicht Greuther Fürth und Hertha BSC die meisten Gegentreffer aller Bundesligisten kassiert.

Die Eintracht könnte die Lage von Hütter weiter verschlechtern

Das mit der Gladbacher Anfälligkeit bei gegnerischen Standards kommt der Eintracht entgegen. Die Ecken von Filip Kostic sind wieder eine echte Waffe. Nach eben so einer Ecke fielen beim 5:2-Sieg gegen Leverkusen zwei Tore. Die Eintracht könnte die Lage von Hütter durch einen Sieg in Mönchengladbach weiter verschlechtern. Schließlich stehen die Rheinländer nur noch zwei Punkte vom Abstiegs-Relegationsplatz entfernt.

Sehr zur Freude der Eintracht-Fans. Die Anhängerinnen und Anhänger sind nach dem uneleganten Abgang von Hütter aus Frankfurt nicht besonders gut auf den ehemaligen Trainer zu sprechen. Ihre Häme müssen sie sich mehrheitlich jedoch im Internet von der Seele schreiben.

Nur wenigen wird es vergönnt sein, Gladbach und Hütter persönlich als Zuschauer entgegenzutreten. Für das Auswärtsspiel am Mittwoch sind wegen der Corona-Pandemie offiziell lediglich 432 Eintracht-Fans zugelassen.

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