Kostic Younes

Streik, Streit und ein schwacher Saisonstart: Es rumort bei Eintracht Frankfurt. Der Klub muss aufpassen, nicht in alte Muster zurückzufallen.

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Audioseite Eintracht: Weiter Wirbel um Younes und Kostic

Filip Kostic und Amin Younes
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Die Jüngeren werden sich kaum daran erinnern, aber Eintracht Frankfurt war einst ein veritabler Skandalklub. Die besten Spieler wurden suspendiert, Kündigungen schon mal durchs Klofenster geworfen, auf der Mitgliederversammlung flogen einmal gar die Fäuste. Und an den Wochenenden verlor die Diva vom Main gerne gegen kleine Gegner.

Das alles liegt schon eine Weile zurück, und zu Faustschlägen auf der Mitgliederversammlung wird es wohl auch nicht mehr kommen. Ein leichter Hauch von Diva weht im Sommer 2021 aber dennoch durch den Frankfurter Stadtwald. Seit dem Frühjahr, genau genommen seit den ungelenk verkündeten Abschieden von Fredi Bobic und Adi Hütter kommt Eintracht Frankfurt nicht mehr recht zur Ruhe.

Jeden Tag ein Brandherd

Ruhe aber braucht es, um in der Bundesliga sorgenfrei seinem Tagwerk nachzugehen. Die neue sportliche Leitung um Sportvorstand Markus Krösche und Trainer Oliver Glasner ist zwar um Ruhe bemüht, an der Umsetzung hapert es aber noch. Erst die Streik-Posse um Filip Kostic samt geplatztem Wechsel zu Lazio, dann das erstaunliche Heckmeck um Amin Younes, der erst Leistungsträger, dann Stinkstiefel, dann Verkaufskandidat, dann Trainingsverweigerer war und mittlerweile einfach nur noch den Klub verlassen soll. Aktuell hat man das Gefühl, dass es bei den Hessen jeden Tag irgendwo brennt.

Am gestrigen Mittwoch war das übrigens die Entschuldigung von Kostic, die der Serbe aber eher dazu nutzte, nochmal auszuteilen, als sich tatsächlich für sein Verhalten zu entschuldigen. Die Fans seien falsch informiert gewesen, einen Streik bestritt er, drehte außerdem den Spieß um und behauptete, einige Personen müssten sich bei ihm entschuldigen. Wer damit gemeint ist, sagte Kostic nicht, wie ohnehin vieles im Vagen blieb. Nach der großen Versöhnung klang es aber auch nicht.

Krösche ist gefordert

Krösche, der neue Boss, ist nun gefordert, die diversen Nebenschauplätze endgültig zu schließen. Es ist schließlich ein altbekanntes Phänomen in der Bundesliga – hallo Schalke, hallo HSV –, dass sich Unruhe neben dem Platz auch direkt auf den Platz überträgt. Und dort sind die Ergebnisse ja auch noch nicht das Gelbe vom Ei.

Ein Sieg gegen Stuttgart würde helfen, im Idealfall mit einem geläuterten Kostic auf dem Feld und einem Younes, der seine Brötchen anderswo verdient. Der Hauch von Diva dürfte sonst immer stärker werden. Oder wie es Kostic in seinem Post ausdrückte: "Wir haben keine Zeit, uns damit zu beschäftigten, denn vor uns steht eine schwierige Saison."