Hrustic Tor

Ein Joker hat Eintracht Frankfurt am Sonntag noch einen Punkt gesichert: Ajdin Hrustic markierte mit einem artistischen Tor den späten Ausgleich gegen Mainz. Trotzdem rutscht die Eintracht aus den Champions-League-Rängen.

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zum Video Hütter hadert nach dem Spiel gegen Mainz: "Zu viele leichte Ballverluste"

Hütter PK Mainz
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Eintracht Frankfurt hat im Kampf um die Champions League einen Dämpfer hinnehmen müssen: Gegen Mainz kam die Mannschaft daheim nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus. Karim Onisiwo schoss das Mainzer Tor (11.). Ajdin Hrustic sorgte sehenswert für den späten Ausgleich (85.). Insgesamt verspielte die Eintracht mit einem lethargischen Auftritt ihre Champions-League-Position.

"Wir hauen sie weg", hatte Eintrachts Präsident Peter Fischer in seiner bekannten Art vor dem Spiel ins TV-Mikro gerufen. Doch von dieser Angriffslust war auf dem Rasen wenig zu spüren: Der Eintracht fehlten von Beginn an die Passschärfe und Überzeugung in ihren Aktionen. Gegner Mainz 05 machte die Räume eng, wodurch gerade Filip Kostic seine Schnelligkeit nicht ausspielen konnte.

Erst nach 20 Minuten kommt die Eintracht ins Spiel

Die Eintracht probierte es mit langen Bällen hinter die Mainzer Fünferkette, die aber effektlos verpufften. Ganz anders stellten sich die Gäste in der elften Minute an: Sie zwangen den Eintracht-Kapitän Makoto Hasebe zu einem schwachen Rückpass, den zunächst noch Kevin Trapp ausbügeln konnte. Dessen Rettungstat kam aber postwendend zurück; Sebastian Rode verlor das Kopfballduell im Zentrum und die Mainzer schalteten gedankenschnell um, Onisiwo schloss trocken ins linke Eck ab zum 0:1.

Nun wog die Last auf den Schultern der Hausherren noch schwerer. Erst nach 20 Minuten fand die Eintracht in die Partie, als Luka Jovic mit einem abgefälschten Drehschuss das Tor knapp verpasste. Nur eine Minute später fand ein überlegter Pass von Daichi Kamada auf rechts Djibril Sow, dessen Flanke Kostic direkt aufs Tor hämmerte - aber an Mainz-Keeper Robin Zentner scheiterte.

Eintrachts Offensive findet keinen Platz

Nach einer knappen halben Stunde wechselte Trainer Adi Hütter verletzungsbedingt seinen Mittelfeldmann Rode aus und brachte Hrustic. Der Offensivmann Amin Younes blieb weiter auf der Bank, auch wenn viele Beobachter seinen Fintenreichtum und seine Unbedarftheit gerade gegen die kompakten Mainzer schmerzlich vermissten. Noch vor wenigen Wochen war die Eintracht-Offensive leichtfüßig durch die Abwehrreihen getänzelt, nun wirkte es, als würde Fred Astaire auf der Bühne Holzclogs tragen. Die Kreativabteilung wirkte hüftsteif und verzweifelt.

So war der 0:1-Rückstand zur Pause nicht einmal unverdient, auch wenn die Eintracht 76 Prozent Ballbesitz aufwies. Zur Pause verzichtete Trainer Adi Hütter allerdings auf personelle Wechsel.

Dreifach-Wechsel nach einer Stunde

Nach der Pause versuchte es Kamada mit einem harmlosen Schuss (51.). Ansonsten blieben die Bemühungen der Eintracht aber weiterhin Stückwerk. Ein falscher Einwurf von Erik Durm rundete kurz darauf das Gesamtbild ab. Nach einer Stunde reagierte Hütter und brachte Younes, Stefan Ilsanker und Timothy Chandler für den verletzten Tuta, Sow und Erik Durm. An der Mängelliste änderte das zunächst nichts: Frankfurt hatte im Spiel keinen Platz, keine Ideen und kein Tempo. Kostic, Silva oder Jovic wurden kaum eingebunden und gut abgemeldet.

Immerhin probierte es Younes mit einer Direktabnahme (70.), die aber zu lasch geriet. Selbst in der Schlussviertelstunde spielte Frankfurt zwar nach vorne, ließ aber jegliche Entschlossenheit vermissen, die die Mannschaft über weite Strecken der Saison ausgezeichnet hatte. Lautstarke Kommandos und Anfeuerungen vernahm man nur von den Gästen. Trapp rettete in der 75. Minute noch gegen Onisiwo.

Hrustic trifft im Sitzen

In der 85. Minute leitete dann aber Younes mit einer Einzelaktion einen unglaublichen Treffer ein: Er passte auf Hrustic, der erst mit einem Schuss im Strafraum scheiterte. Dann setzte er den abprallenden Ball im Sitzen per Heber zum 1:1 ins Tor. Plötzlich wirkte die Eintracht zwingender: Steven Zuber und Silva hatten beste Chancen auf den Sieg - aber die Offensive kam zu spät. Durch das Unentschieden rutschte Frankfurt auf Platz fünf und muss nun ihrerseits auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen.

Weitere Informationen

Eintracht Frankfurt - FSV Mainz 05 1:1 (0:1)

Frankfurt: Trapp - Tuta (64. Younes), Hasebe, Hinteregger - Durm (64. Chandler), Rode (29. Hrustic),  Sow (64. Ilsanker), Kostic  - Kamada (71. Zuber) - Jovic, Silva
Mainz: Zentner - St.Juste, Hack, Niakhate - da Costa, Kohr, Mwene - Barreiro (89. Latza), Quaison(56. Boetius) - Burkardt (77. Öztunali),  Onisiwo (77. Glatzel)

Tore: 0:1 Onisiwo (11.), 1:1 Hrustic (85.)
Gelbe Karten: Hrustic, Kostic / -

Schiedsrichter: Brych (München)

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Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! Bundesliga, 09.05.2021, 22.50 Uhr