Marco Russ am Boden

Marco Russ hat sich wie befürchtet die Achillessehne gerissen und fällt lange aus. Ob er überhaupt noch einmal für Eintracht Frankfurt aufläuft, scheint offen. Die Unterstützung im Verein ist ihm aber gewiss.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht-Trainer Hütter über Russ' Verletzung

Hütter streichelt Russ den Kopf.
Ende des Audiobeitrags

Marco Russ senkte den Kopf, das Gesicht von Schmerzen gezeichnet. Trainer Adi Hütter tätschelte seinem Kapitän noch väterlich den Kopf, als Russ von zwei Betreuern gestützt vom Rasen humpelte - doch die Befürchtungen waren wenig später Gewissheit: Russ hatte es ganz schlimm erwischt. Achillessehnenriss. Womöglich droht ihm sogar das Karriere-Ende.

Hütter sichtlich bewegt

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht-Profi Chandler nach dem Sieg gegen Vaduz im Interview

Chandler im Zweikampf mit einem Vaduz-Spieler
Ende des Audiobeitrags

"Es tut mir sehr, sehr leid für ihn. Das hat mich sehr bedrückt", sagte Hütter am Freitag, noch immer sichtlich betroffen, und sprach von einer "langwierigen" Verletzung: "Er ist auf Weg nach München und wird dort operiert. Man muss mit einem sehr langen Ausfall rechnen." Die Eintracht könnte nach der Hiobsbotschaft noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden. "Wir machen uns darüber Gedanken", so Hütter.

Über eine genaue Ausfallzeit von Russ machte die Eintracht keine näheren Angaben. Doch ob der 34 Jahre alte Abwehrspieler, der sich zuletzt nach einer Krebserkrankung zurück ins Team gekämpft hatte, überhaupt noch einmal das Frankfurter Trikot auf dem Spielfeld tragen wird, ist ungewiss. Und so überschattete das neue Drama um Marco Russ das ungefährdete Weiterkommen in der Europa League, das Erreichen der Playoffs spielte eine untergeordnete Rolle. 

"Marco hat mir gesagt, dass er schon Schlimmeres hatte", sagte Frankfurts Vorstand Fredi Bobic bei RTL Nitro, "da hat er Recht." Unvergessen sind die Bilder, als Russ im Februar 2017, ein Dreivierteljahr nach der diagnostizierten Tumorerkrankung und erholt von zwei Chemotherapien, sein viel beachtetes Comeback feierte.

Mannschaft ist geschockt

Ganz Frankfurt fühlte am späten Donnerstagabend mit seinem Urgestein, das schon in der Jugend für die Eintracht kickte. Die Fans skandierten lautstark seinen Namen, als Russ das Feld verließ. Die Mitspieler standen unter Schock. "Das ist sehr, sehr bitter für ihn. Marco ist wohl umgeknickt, weil der neue Rasen noch nicht so richtig angewachsen ist", erklärte Mittelfeldspieler Sebastian Rode.

Russ, der die Frankfurter beim 1:0 (1:0) in der 3. Qualifikationsrunde gegen den FC Vaduz als Kapitän auf das Feld geführt hatte, erlitt die Verletzung ohne Einwirkung eines Gegenspielers. Der Innenverteidiger hatte einen Ball untersprungen und war dann unglücklich gelandet. Er musste noch vor der Pause ausgewechselt werden und kehrte später mit den Gehhilfen und bandagiertem Fuß immerhin auf die Ersatzbank zurück.

Timothy Chandler fand die Verletzung "schade, weil Russer ein guter Kerl ist". Er versprach Russ die Unterstützung des gesamten Teams: "Wenn er lange ausfallen sollte, werden wir für ihn da sein. Er ist ein Kämpfer und wird zurückkommen", sagte Chandler.