David Abraham feiert seinen Befreiungsschlag gegen den FC Bayern München.

Der 5:1-Kantersieg der Eintracht gegen den FC Bayern München hatte einige Gewinner. Kapitän und Abwehrchef David Abraham war einer davon. Trainer Adi Hütter fühlte sich bestätigt.

Videobeitrag

Video

zum Video Die Pressekonferenz nach dem Spiel Eintracht gegen Bayern

PK mit Niko Kovac und Adi Hütter
Ende des Videobeitrags

Wenn der FC Bayern München vorhatte, in Unterzahl zumindest noch einen Punkt gegen ein phasenweise wie entfesselt aufspielendes Eintracht Frankfurt mitzunehmen, dann waren die Pläne der Gäste spätestens nach 49 Minuten endgültig durchkreuzt. David Abraham nahm Serge Gnabry rund 25 Meter vor dem gegnerischen Tor den Ball ab, sprintete in den Strafraum durch und verwertete eine mustergültige Flanke von Danny da Costa mit einem Grätschsprung zum zwischenzeitlichen 3:1. Ganz ungewohnt war das Gefühl für ihn dabei nicht, schon vor zehn Tagen war der Kapitän der Hessen in der Europa League gegen Standard Lüttich erfolgreich. Es waren aber erst seine Tore Nummer zwei und drei in nun insgesamt 140 Pflichtspielen für die Eintracht.

Hütter schenkte Abraham immer das Vertrauen

Der Abwehrboss der Hessen meldet sich nach persönlich schwierigen Wochen somit endgültig wieder zurück und landete einen Befreiungsschlag. Sein Trainer Adi Hütter sinnierte nach Abpfiff der Partie gegen den FC Bayern München: "Es ist noch gar nicht so lange her, da stand ich hier und wurde gefragt: Was ist mit David Abraham los? Ist er schon zu alt? Kann er nicht mehr?" Der Österreicher trat damals schon auf die Bremse und sah Abraham nicht auf dem Abstellgleis: "Da sage ich: Moment! Ich versuche, meinen Spielern das Vertrauen zu geben."

Abraham verpasste, auch bedingt durch Rückenprobleme, zwischenzeitlich vier Pflichtspiele. Erst die Verletzung des stark auftrumpfenden Kollegen Almamy Toure hat den Argentinier gegen Bayer 04 Leverkusen zurück ins Team gespült. Der 33-Jährige präsentiert sich seitdem wieder in stärkerer Form, gegen den FC Bayern rettete er auch hinten in einigen brenzligen Situationen in höchster Not.

Seitenhieb an die Öffentlichkeit

Hütter ließ nie Zweifel an Abraham aufkommen und konnte sich daher auch einen Seitenhieb an die Öffentlichkeit nicht verkneifen: "Kritisieren ist das einfachste. Konstruktiv kritisieren ist etwas anderes. Das ist meine Aufgabe und mein Zugang zu den Spielern." Er wolle danach nicht "der Schlaumeier" sein und verwies auf die Unberechenbarkeit des Sports: "Das ist Fußball. Manchmal gibt es bessere Phasen und manchmal weniger gute."

Dem Trainer der Frankfurter war es daher wichtig, den Innenverteidiger aufzubauen und in dessen kniffligen Phase mitzunehmen: "Es ist keine Kunst, wenn man auf einen Spieler, der am Boden liegt, draufsteigt. Aber ihm die Hand zu reichen, damit er wieder herauskommt, ist viel interessanter." Abraham selbst verspürte nach seinem starken Auftritt keine Genugtuung und verwies auf der vereinseigenen Homepage stattdessen auf seinen Gesundheitszustand: "Ich bin nach langer Pause wieder fit. Ich arbeite immer hart und bin positiv, egal in welcher Situation."

Im fitten Zustand weiterhin wichtig

Es ist diese Fitness, die der Südamerikaner für sein Spiel braucht, um ins Tempo und in die Zweikämpfe zu kommen. Wenn dann auch noch zu den defensiv bekannten Fähigkeiten neue Offensivqualitäten hinzukommen, wird Abraham auch in dieser Saison weiter ein wichtiger Baustein für Hütter bleiben.