Kopfballduell zwischen Eintracht U19 und Nürnberg.
Szene mit Symbolcharakter: Die Eintracht und der FCN-Nachwuchs sind Rivalen im Abstiegskampf. Bild © Imago Images

Drama, Baby, Drama! Den Nachwuchs-Fußballern der Frankfurter Eintracht droht einmal mehr der Abstieg aus der U19-Bundesliga. Erinnerungen an das verrückte Saisonfinale im Vorjahr werden wach.

Audiobeitrag
Marco Pezzaiuoli von Eintracht Frankfurt

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Pezzaiuoli: "Für uns ist das ein kleines Finale"

Ende des Audiobeitrags

Es lief die 93. Minute, die letzten Sekunden in der Nachspielzeit in Heidenheim waren angebrochen, als dem Nachwuchs der Frankfurter Eintracht doch noch der so wichtige 2:3-Anschlusstreffer gelang. Kurz darauf war Schluss und es herrschte grenzenloser Jubel bei den A-Jugendkickern vom Riederwald. Zwar ging die Partie am letzten Spieltag der U19-Bundesliga Süd/Südwest verloren, der Treffer in der Overtime reichte den Frankfurtern dennoch zum kaum mehr für möglich gehaltenen Ligaverbleib. Absteigen musste im Mai 2018 der SV Wehen Wiesbaden - wegen eines weniger geschossenen Tores.

Ein Jahr später spielt sich am Riederwald wieder ein Drama ab. Kaum vorstellbar, aber wahr: Erneut blickt der Nachwuchs des DFB-Pokalsiegers in den Abgrund. Vor dem anstehenden Saisonfinale liegen die Frankfurter vor dem punktgleichen 1. FC Kaiserslautern (28) nur ein Pünktchen vom ersten Abstiegsplatz entfernt, den der 1. FC Nürnberg einnimmt. Während die Eintracht am Samstag die schwere Hürde beim Tabellendritten FC Ingolstadt überwinden muss, haben der FCK (gegen Heidenheim) und der FCN (gegen den bereits abgestiegenen Vorletzten Stuttgarter Kickers) zumindest auf dem Papier die deutlich einfacheren Aufgaben zu lösen.

Potenzial nicht ausgeschöpft

Davon will sich Marco Pezzaiuoli aber nicht verrückt machen lassen. "Das Spiel in Ingolstadt bringt andere Voraussetzungen mit. Uns stehen im Kader mehr Spieler zur Verfügung als zuletzt", bekräftige der Interimstrainer der Riederwälder im Gespräch mit dem hr-sport. Vor zwei Monaten hatte der 50-Jährige, der parallel als Technischer Direktor der Nachwuchsabteilung verantwortlich zeichnet, den Job von Tomislav Stipic übernommen. Stipic hatte die schon damals abstiegsgefährdeten Riederwälder in Richtung Schweiz zu den Grashoppers Zürich verlassen, wo er nach nur wenigen Partien wieder seine Koffer packen musste.

Seitdem ruhen die Hoffnungen an der Seitenlinie auf den Schultern des früheren Hoffenheimer Proficoachs Pezzaiuoli, der die Jungadler vor dem Absturz bewahren soll. "Es ist ein kleines Finale für uns. Wir werden alles daran setzen, dort zu gewinnen", meinte der 50-Jährige zuversichtlich. Für Optimismus haben die jüngsten Auftritte aber nicht unbedingt gesorgt. In der vergangenen Woche setzte es eine 1:3-Niederlage gegen die Bayern, davor wurde man vom Mainzer Nachwuchs gar mit 0:5 gerupft. Dabei könnten die Spieler vom Potenzial mehr, meinte der ehemalige DFB-U17-Trainer. Allein bei der Umsetzung haperte es zuletzt gewaltig.

"Wir haben einen Plan B"

In Ingolstadt werden die Trauben für die Frankfurter hoch hängen. Die "Schanzer" haben bislang nur zweimal in der Rückrunde verloren. Das Hinspiel am Riederwald gewann der FCI mit 4:2. Beim Wiedersehen am Samstag muss sich die Eintracht also gewaltig strecken, um den Abstieg abzuwenden. Und wenn es doch schief gehen sollte? "Wir haben einen Plan B in der Tasche. Es geht uns um die Ausbildung", so Pezzaiuoli. Das Jahr in der sportlich wenig attraktiven Hessenliga würde man versuchen, mit Testspielen gegen Topclubs zu überbrücken. Noch aber haben es die Riederwälder selbst in der Hand, eine verkorkste Saison zu einem Happy End zu bringen.