Eintracht Frankfurt Bayer Leverkusen

Eintracht Frankfurt hat in Leverkusen nicht den Hauch einer Chance und verliert verdient. Der Blick in der Tabelle geht nun wieder nach unten, alte Sorgen aus der Hinrunde kommen wieder hoch. Die Analyse in fünf Punkten.

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Eintrach PK nach Leverkusen
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In Leverkusen kassierte Eintracht Frankfurt am Samstag bereits die dritte Bundesliga-Niederlage in Folge. Beim 0:4 erzielten Kai Havertz (4. Minute), Karim Bellarabi (15.) sowie zweimal Paulinho (49./55.) die Treffer für die Werkself.

1. Immer wieder Leverkusen

Es kam einem sehr vertraut vor, was in der Anfangsviertelstunde in Leverkusen ablief. Zwei schnelle Tore, ein früh entschiedenes Spiel - genau so lief auch die Partie vor knapp einem Jahr ab, die die Eintracht am Ende sang- und klanglos mit 1:6 verlor. Dass es dieses Mal nicht so desaströs wurde, lag auch daran, dass die Gastgeber aus Leverkusen nach der frühen Führung die Zügel lockerten und erst im zweiten Abschnitt mit zwei weiteren Treffern den Deckel drauf machten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht nach der Pleite in Leverkusen

Gegentor für die Eintracht in Leverkusen
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Die Leistung beim Auftritt in Leverkusen war insgesamt aber ähnlich dürftig wie im vergangenen Kalenderjahr. Früh war klar, dass es für die Hessen einmal mehr nichts zu holen gibt bei der Werkself, drin waren die Frankfurter in dieser Partie niemals wirklich. Die Pleite war am Ende - ebenfalls eine Parallelität - auch in der Höhe verdient.

2. Überforderte Eintracht-Abwehr

In Leverkusen kann man verlieren, das steht außer Frage. Die Art und Weise machte dann aber doch Sorgen. Dabei vor allem im Fokus: die Defensive. Bei jedem einzelnen Treffer der Werkself hatte das Team von Trainer Peter Bosz höchstens Geleitschutz durch die Eintracht-Abwehr. Intensität, richtige Zweikampfführung? Alles nicht vorhanden.

"Sie waren bissiger, aggressiver, technisch besser und sauberer in ihren Aktionen. Meine Mannschaft hat nicht annähernd das Leistungspotential abrufen können. Das ärgert mich", zeigte sich Trainer Adi Hütter nach dem Spiel frustriert. Bei dieser Analyse dürfte er in jedem Fall auch die Defensivarbeit seines Teams gemeint haben.

3. Auswärts geht nichts mehr

So langsam ist es nicht mehr zu übersehen: Die Eintracht ist auswärts die Ausgeburt der Harmlosigkeit. Mickrige sieben Punkte holten die Hessen bislang in der Fremde, dazu paaren sich so trostlose Auftritte wie nun in Leverkusen oder vor wenigen Wochen in Dortmund. In der Heimat ist die Eintracht ein Europapokal-Kandidat, auswärts eine Abstiegself.

Woran es liegt, dass zuhause auch Top-Mannschaften reihenweise geschlagen werden und in der Fremde rein gar nichts geht? Das können auch die Eintracht-Verantwortlichen nicht beantworten. "Vielleicht ist die Luft in Frankfurt ja besser?", fragt und ärgert sich Fredi Bobic. Verteidiger Martin Hinteregger kann bei dem Thema nicht scherzen. "Durch die Auswärtsspiele haben wir uns ein bisschen die Saison kaputt gemacht", so der Österreicher.

4. Magische Pokal-Nächte, trister Alltag

Neben der Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsauftritten der Eintracht wird aktuell auch der Unterschied zwischen den Pokal-Abenden und dem grauen Bundesliga-Alltag deutlich. Geht im DFB-Pokal oder in der Europa League das Flutlicht an, stehen die Eintracht-Profis unter Strom, in der Bundesliga fehlt dafür oft die Spannung.

"Der komplette Fokus geht jetzt auf die Europa League und den Pokal, um dort erfolgreich zu sein", erklärt Hinteregger bereits jetzt ehrlich. Da gibt es für die Hessen noch reichlich zu gewinnen. In der Bundesliga ist das nicht der Fall. Dort gibt es nur noch etwas zu verlieren.

5. Doch wieder Abstiegskampf?

Denn klar ist mittlerweile: Das Abstiegsgespenst könnte bald nach Frankfurt zurückkehren. Die alten Sorgen vom Ende der Hinrunde wären dann die neuen Sorgen zum Saisonende. Sollte am Sonntag Fortuna Düsseldorf in Mainz gewinnen, wären es nur noch vier Punkte Abstand bis zum Relegationsplatz. Und die nächsten Gegner der Eintracht heißen Mönchengladbach und Bayern München.

Es könnte also gut sein, dass rund um die Spiele gegen Basel in der Bundesliga so schnell keine weiteren Punkte hinzukommen. "In der Liga geht es nur noch um den Klassenerhalt. Das ist das Allerwichtigste", sagt Hinteregger bereits jetzt. Und damit ist die Marschroute für die nächsten Wochen auch klar.

Weitere Informationen

BAYER LEVERKUSEN - EINTRACHT FRANKFURT 4:0 (2:0)

Leverkusen: Hradecky - Weiser, S. Bender (35. Tah), Tapsoba, Wendell - Aranguiz (67. Palacios), Baumgartlinger, Bellarabi, Havertz (63. Bailey), Diaby - Paulinho

Frankfurt: Trapp - Touré, Ilsanker, Hinteregger, N'Dicka - Hasebe - Kohr (57. Sow) , Rode - Kamada (57. Gacinovic) Kostic - Silva (74. Paciencia)

Tore: 1:0 Havertz (4.), 2:0 Bellarabi (15.), 3:0 Paulinho (49.), 4:0 Paulinho (55.)
Gelbe Karte: Weiser / -

Schiedsrichter: Brych (München)
Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)

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