Eintracht Frankfurt in Dortmund

Eintracht Frankfurt hat in Dortmund eine deftige Niederlage einstecken müssen. Vor allem der Blick auf die Statistik ist erschreckend. Und doch gibt es Mutmacher für die kommende Aufgabe. Eine Analyse in fünf Punkten.

Videobeitrag

Video

zum Video Die Pressekonferenz nach Dortmund gegen Frankfurt

Pressekonferenz Dortmund Frankfurt
Ende des Videobeitrags

Eintracht Frankfurt hat die erste Niederlage im neuen Jahr einstecken müssen: In Dortmund unterlag die Mannschaft von Trainer Adi Hütter klar mit 0:4 (0:1). Lukasz Piszczek (33.), Jadon Sancho (50.), Erling Haaland (54.) und Raphael Guerreiro (74.) sorgten für den klaren Sieg der Borussia.

1. Immerhin: Eine Halbzeit mit starker Defensive

In den ersten 45 Minuten ließen die Frankfurter gegen die gefürchtete Offensive des BVB (18 Tore in vier Rückrunden-Spielen) so gut wie nichts zu. Und hatten Pech, dass eine der wenigen Torchancen der Borussia drin war. Nach der Pause wendete sich das Blatt und die Dortmunder spielten das Hütter-Team gnadenlos aus. Da war es auch mit der Sicherheit in der Defensive vorbei - stellvertretend dafür steht die Grätsche von Innenverteidiger David Abraham vor dem 0:2 durch Sancho: Der Argentinier ging viel zu früh zu Boden, segelte weit am Haken schlagenden Angreifer vorbei und machte ihm damit unfreiwillig den Weg zum Tor frei.

"Das zweite Tor war der Knackpunkt und hat uns den Zahn gezogen", gab Hütter nach dem Spiel zu. Zum Ende des Spiels hatten die Frankfurter Glück, dass der Gegner nicht mehr mit voller Power spielte und auch die überragenden Sancho und Haaland auswechselte, um sie für das anstehende Champions-League-Match gegen Paris zu schonen.

2. Mit der Umstellung die Tür für den BVB geöffnet

Hütters Plan war deutlich: Mit Bas Dost sollte nach der Pause mehr Wucht in den Angriff, durch die Auswechslung von Mijat Gacinovic wurde das System entsprechend auf zwei Stürmer umgestellt. Dost lief hochmotiviert auf den Platz - und nur zehn Minuten später hatte der BVB die Eintracht schachmatt gesetzt.

Denn im neuen System hatten die spielstarken Dortmunder schlicht zu viel Platz im Mittelfeld, in dem die Sechser Stefan Ilsanker und Sebastian Rode mit der Offensiv-Power der Hausherren überfordert waren. Dem BVB genügte das Abfangen zaghafter Eintracht-Angriffsversuche für Konter zum 0:2 und 0:3, das Spiel war damit gelaufen und auch die Taktik-Umstellung hinfällig.

3. Grusel-Statistik: Nur ein Torschuss im kompletten Spiel

90 Minuten hatte die Eintracht Zeit, den BVB unter Druck zu setzen - herausgekommen ist ein mickriger Torschuss: Timothy Chandler setzte in der ersten Halbzeit einen Schuss deutlich drüber. Bei den sogenannten "Schüssen aufs Tor" stand bei den Frankfurtern also die Null. Im Vergleich dazu hatten die Dortmunder 17 Torschüsse zu verzeichnen - und netzten bekanntlich vier Mal ein. Kein Wunder, dass Hütter in der Partie einen "Klassenunterschied" sah.

Auch in anderen Statistiken werden Defizite der Eintracht deutlich: Die Passquote lag bei nur 77 Prozent (BVB: 88 Prozent), bei einem Gesamt-Ballbesitz von nur 37 Prozent kann man gerade nach dem langen Rückstand kaum von einem Aufbäumen sprechen. Nur in der wenig schmeichelhaften Kategorie "Fehlpass" lag die Hütter-Elf mit 101 vor den Gastgebern (90).

4. Die Auswärtsschwäche kehrt zurück

Die Eintracht als Punktelieferant: In der Hinrunde war das ein gewohntes Bild, außer drei Zählern bei Union Berlin brachte das Team aus der Fremde nie etwas mit zurück an den Main. Die Frankfurter glaubten, mit dem Sieg in Hoffenheim zu Beginn der Rückrunde diese Schwäche besiegt zu haben, zumal ein (wenn auch sehr glücklicher) Punktgewinn in Düsseldorf folgte.

In Dortmund war die Auswärtsschwäche allerdings wieder unübersehbar, Kampf und Leidenschaft aus den Heimspielen fehlten völlig, dem Gegner wurde das Toreschießen viel zu leicht gemacht. Resultat: In der Auswärtstabelle steht die Mannschaft mit sieben Punkten auf Relegationsplatz 16, wobei Köln auf Platz 17 und mit gleicher Punktzahl noch ein Auswärtsspiel weniger bestritten hat. Schlechter ist nur noch Fortuna Düsseldorf (sechs Punkte). "Wir haben zu mutlos gespielt", attestierte Timothy Chandler nach dem Anpfiff in Dortmund sich und seiner Mannschaft - auswärts leider ein gewohntes Bild.

Externer Inhalt

Externen Inhalt von YouTube (Video) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von YouTube (Video). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts

5. Dem nächsten Gegner geht es auch nicht besser

"Das muss man heute abhaken und am Donnerstag geht es weiter", gab Sebastian Rode sofort die Richtung vor. Denn die Eintracht muss sich nun schleunigst wieder aufrichten, am Donnerstag (18.55 Uhr) steht das Hinspiel in der ersten K.o.-Runde der Europa League an. Gegner RB Salzburg dürfte allerdings auch nicht mit allzu viel Selbstvertrauen auflaufen, denn der österreichische Meister verlor am Freitagabend ebenfalls. Im Top-Duell hieß es gegen den Linzer ASK am Ende 2:3, was für die Salzburger die erste Niederlage im 19. Saisonspiel und den Verlust der Tabellenführung bedeutete.

Und, auch das sollte der Eintracht Mut machen: Am Donnerstag darf sie wieder in der heimischen Arena auflaufen und sich von der Europapokal-Begeisterung der eigenen Anhänger anstecken lassen.

Weitere Informationen

Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt 4:0 (1:0)

Dortmund: Bürki - Piszczek, Hummels, Zagadou - Hakimi, Can (64. Dahoud), Witsel, Guerreiro, Hazard, Sancho - Haaland (79. Götze)                   

Frankfurt: Trapp - Toure, Abraham, Hinteregger, Ndicka - Ilsanker, Rode (78. Sow) , Chandler, Kostic, Gacinovic (46. Dost) - Silva (82. Paciencia)
                                     
Tore: 1:0 Piszczek (33.), 2:0 Sancho (50.), 3:0 Haaland (54.), 4:0 Guerreiro (74.)          
Gelbe Karten: - / Chandler                                      

Schiedsrichter: Dankert (Rostock)    
Zuschauer: 81.365 (ausverkauft) 

Ende der weiteren Informationen