Collage: André Silva im Eintracht-Trikot. Im Hintergrund ist das Logo von RB Lepizig zu sehen.

Dass André Silva in der kommenden Saison nicht mehr für Eintracht Frankfurt spielt, war fast zu erwarten. Die Trauer über den Abschied des erfolgreichsten Frankfurter Stürmers aller Zeiten hält sich in Grenzen. Aber warum?

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wechsel zu RB Leipzig: André Silva verlässt Eintracht Frankfurt

Andre Silva
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Im Prinzip hatte die Geschichte von André Silva bei Eintracht Frankfurt das Potenzial zum Heldenepos: 2017 erklärt kein geringerer als Cristiano Ronaldo seinen portugiesischen Landsmann André Silva zu seinem legitimen Nachfolger. 2017 wechselt der hochbegabte Stürmer dann auch vom FC Porto zu AC Mailand in die Serie A. Im Konzert der Großen schwimmt der talentierte Silva dann aber eher mit statt voranzugehen.

Erst in Frankfurt platzt der Knoten

Weder in der Serie A (24 Spiele, 2 Tore) noch beim spanischen FC Sevilla (27/9), wohin ihn die Italiener verleihen, gelingt ihm endgültig der Durchbruch. Erst in Frankfurt – nachdem ihn viele Fachleute schon wieder abgeschrieben hatten – platzt endlich der Knoten.

In der Saison 2020/21 schießt Silva 28 Tore – so viele wie kein Eintracht-Spieler vor ihm. In der Torschützenliste der Bundesliga reicht das für Platz zwei hinter dem alles überragenden Robert Lewandowski. Man stelle sich nur mal kurz vor, die Eintracht wäre dank der Silva-Tore erstmals in die Champions League eingezogen. Der Portugiese hätte Frankfurt aber wahrscheinlich auch dann den Rücken gekehrt.

Die Eintracht als bloße Durchgangsstation

In der Königsklasse wird Silva nun ohnehin spielen. Der 25-Jährige macht Gebrauch von einer Option in seinem Vertrag und wechselt für kolportiere 23 Millionen Euro zu RB Leipzig. "Ausgerechnet zum Dosen-Club", hört man nun die Klagen aus der eher emotionalen Frankfurter Fan-Szene. Silva selbst weint man aber keine richtig dicken Tränen hinterher. Und irgendwie passt der Wechsel nach Leipzig perfekt zur doch eher rationalen Zusammenarbeit von André Silva und Eintracht Frankfurt. Wer zu RB geht, macht das nicht mit Blick auf die traditionsreiche Geschichte des Vereins. Auf genau die ist der hessische Anhang aber besonders stolz.

"Ich will unbedingt auf allerhöchstem Niveau spielen und das bedeutet Champions League. In Leipzig habe ich die Chance, dauerhaft in der Königsklasse dabei zu sein", begründet der Angreifer seinen Wechsel zum Liga-Konkurrenten. Der Portugiese und die Hessen waren eine bloße Zweckehe eingegangen. Frankfurt war für Silva von Anfang an eine Durchgangsstation, wie die Vertragsoption zeigt. Der Wechsel zu einem größeren Club war schon bei der Vertragsunterschrift fest eingeplant. Der Ronaldo-Erbe fühlt sich zu Höherem berufen. Und wer kann es ihm nach der vergangenen Saison verdenken?

Welches Silva-Tor bleibt in Erinnerung?

Die Eintracht hat es sich zum Geschäftsmodell gemacht, Spieler besser zu machen. Das wusste auch Silva als er hier 2019 einen Vertrag unterschrieb. Frankfurt ist ein Sprungbrett für junge Talente und Spieler, die in der Vergangenheit schon einmal gescheitert sind. Man denke nur an die Büffelherde: Ante Rebic, der zuvor weder in Leipzig noch in Italien den Durchbruch schaffte. Luka Jovic, das Supertalent, das in Lissabon vor allem durch Eskapaden auffiel. Oder Sébastien Haller, der den (fußballerischen) "zweiten Bildungsweg" beim holländischen FC Utrecht einschlug, bevor die Eintracht seine Karriere auf ein neues Level hievte.

Gemessen an seiner Vita passt André Silva perfekt in diese Aufzählung. Ein Büffel ist er trotzdem nicht. Ob nun Rebic, Jovic oder Haller, zu jedem dieser Spieler fällt jedem Eintracht-Fan sofort ein spektakulärer Treffer ein. Das Spektakulärste an André Silva war die Anzahl seiner Tore. Der Platz in den Vereinsannalen ist ihm damit sicher. Für ein Silva'sches Heldenepos fehlen die Emotionen.

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