Eintracht Hanau

Peter Fischer und Amin Younes von Eintracht Frankfurt haben den Angehörigen der Opfer von Hanau die Gedenk-Shirts vom Spiel gegen den FC Bayern überreicht. Bei dem Treffen gab es große Emotionen und einen Überraschungsgast.

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zum Video Younes: "Eintracht auch menschlich der richtige Verein"

Amin Younes
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Eintracht-Präsident Peter Fischer hat am Donnerstag gemeinsam mit Amin Younes die Gedenk-Shirts mit den Porträts der Opfer des Attentats von Hanau an deren Familien übergeben. Mit den Shirts, die die Profis von Eintracht Frankfurt vor dem 2:1-Sieg gegen den FC Bayern beim Aufwärmen getragen hatten, hatte der Bundesligist vor rund einem Monat der Toten des rassistischen Anschlags vom Februar 2020 gedacht:

Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov.

Fischer hat Younes und einen Scheck im Gepäck

Bei dem Treffen in den Räumen der "Initiative 19. Februar", die sich für die Erinnerung an die Opfer und gegen das Vergessen der Tat einsetzt, waren am Abend Präsident Fischer, Eintracht-Justitiar Philipp Reschke und Profi Younes mit fünf großen Sporttaschen erschienen. Inhalt: die von der Eintracht entworfenen Gedenk-Shirts mit den Porträts der Getöteten und dem Slogan "#saytheirnames".

Amin Younes jubelt

"Es war uns wichtig, die Gesichter zu zeigen, die Namen zu nennen. Die Opfer waren nicht irgendwelche Zahlen", unterstrich Fischer in der Gesprächsrunde mit den insgesamt 15 anwesenden Angehörigen. "Wir fühlen uns wie eine Familie, ihr seid Teil unserer Familie." Es sei wichtig, dass der Sport und die Eintracht ein Zeichen gegen Rassismus und Hass setzten, so Fischer. Als zusätzliche Unterstützung übergab der 65-Jährige zudem einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro an die Organisatoren der Initiative. "Für die tolle Arbeit, die ihr leistet."  

Younes erklärt seinen Jubel

Große Emotionen gab es kurz später, als Eintracht-Profi Younes das Wort ergriff. Der ehemalige und vielleicht auch zukünftige Nationalspieler hatte beim Jubel nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 gegen die Bayern eines der Gedenk-Shirts mit dem Konterfei von Fatih Saraçoğlu in die Höhe gehalten und so auf seine Weise an die Opfer erinnert. "Ich wusste nicht, ob das richtig war. Aber ich habe es in diesem Moment als richtig empfunden", sagte er. Antwort der Angehörigen, darunter auch die Verlobte von Saraçoğlu: Applaus.  

"Das hat mich heute darin bestätigt, dass ich sportlich und menschlich beim richtigen Verein bin", fasste Younes nach der Übergabe der Shirts am hr-Mikrofon zusammen. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur Fußballer sind, die Spiele gewinnen oder verlieren. Wir sind auch Kinder und Brüder, die nach Hause gehen und ihre Eltern besuchen. Das hat mich beeindruckt."

Barkok schaut vorbei

Und dann gab es sogar noch einen Eintracht-Überraschungsgast: Der in Frankfurt geborene Aymen Barkok, der marokkanische Wurzeln hat und für die Nationalmannschaft Marokkos spielt, schaute spontan vorbei und gesellte sich - mit Corona-Abstand - zu der Runde dazu. Ein Selfie hier, ein Gespräch dort. Nach einem gemeinsamen Essen ging es dann zurück nach Frankfurt. "Danke, dass ihr mich aufgenommen habt", so Barkok. "Danke, dass wir hier sein durften."

Eintracht Hanau

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 18.03.21, 19.30 Uhr