Die Commerzbank-Arena, die Heimspielstätte von Eintracht Frankfurt

Die Reaktion der Eintracht auf judenfeindliche Schmährufe beim Europa-League-Heimspiel gegen RC Straßburg hat den Hessen Lob vom Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung eingebracht. Einen Rüffel kassierte hingegen der DFB.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Klein: "Genau das richtige Signal"

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bunderegierung Felix Klein
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Der Antisemitismus-Beauftrage der Bundesregierung, Felix Klein, hat den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu mehr Engagement gegen Judenfeindlichkeit aufgefordert. Antisemitismus sei auf deutschen Fußballplätzen leider sehr verbreitet, sagte Klein dem Hessischen Rundfunk. 

Jede Woche bekomme er Hinweise auf Vorfälle. Der Verband müsse da einschreiten. Es gebe zwar Kontrollgremien, aber die reagierten nicht schnell und nicht deutlich genug. "Ich glaube, der neue Präsident des DFB sollte dieses Thema zur Chefsache machen, und der DFB sollte die Instrumente, die er hat, besser nutzen", sagte Klein.

"Andere Vereine sind da nicht immer so klar"

Lob gab es dagegen für den Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Die Hessen wollen nach judenfeindlichen Rufen im Europa-League-Spiel gegen Racing Straßburg nach eigenen Angaben mehreren Zuschauern Stadionverbote erteilen und die Dauerkarten entziehen. "Das ist genau das richtige Signal", sagte Klein: "Andere Vereine sind da nicht immer so klar in Deutschland."

Beim Playoff-Rückspiel gegen die Franzosen stand der israelische Schiedsrichter Orel Grinfeld im Fokus. Als er Ante Rebic eine zweifelhafte Rote Karte zeigte, zog er den Unmut des Frankfurter Anhangs auf sich. In der Halbzeitpause kam es dann zu vereinzelten "Judensau"-Rufen. Den Vowurf, dass "die ganze Kurve" mit eingestiegen sei, wie ein Stadionbesucher gegenüber der Jüdischen Allgemeinen behauptet hatte, konnte die Eintracht nicht bestätigen. Nach einem Gespräch mit dem Club habe der Mann seine Aussagen auch "im Wesentlichen zurückgezogen", teilten die Hessen mit.