Hängende Köpfe bei den Eintracht Spielern Djibril Sow und Martin Hinteregger nach dem Aus im DFB-Pokal.

Das Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Waldhof Mannheim: Es war verdient für Eintracht Frankfurt. Denn an diesem Sonntagnachmittag lief gegen den Drittligsten nichts zusammen. Der beste Mann Kevin Trapp wählte bei der Analyse klare Worte.

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Eintracht Frankfurt Pokal-Aus
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Wenn Eintracht Frankfurt bei einem Drittligisten mit 0:2 verliert, damit aus dem DFB-Pokal ausscheidet und der eigene Torhüter der beste Mann auf dem Platz war, dann hat beim Bundesligisten einiges nicht gestimmt. Die Hessen wurden von Waldhof Mannheim vor allem im zweiten Durchgang überrannt, Kevin Trapp alleine verhinderte mit Paraden auf allerhöchstem Niveau schlimmeres. Was war passiert in einem DFB-Pokal-Duell, das lange Zeit wie das typische Geduldsspiel zwischen Favorit und Underdog aussah? Einem Duell, bei dem der Führungstreffer für den Goliath nur noch eine Frage der Zeit ist?

Trapp spricht von einer "großen Enttäuschung"

"Das ist eine große Enttäuschung. Unser klares Ziel war das Weiterkommen", gab ein sichtlich enttäuschter Trapp mit leiser Stimme nach der Blamage am Sonntag zu. "Die Durchschlagskraft hat uns gefehlt. Aber du darfst dieses Spiel nicht verlieren." Der Schlussmann zählte die Mängel auf: "Die beiden Gegentore fallen viel zu einfach nach einem Standard und einem Konter. Kurz danach gibt es noch den Platzverweis. Dann wird es schwierig für uns."

Mannheim hatte der Eintracht förmlich den Schneid abgekauft. 73 Prozent Ballbesitz der Frankfurter waren wertlos, sie führten nur zu wenigen Topchancen. Waldhof hingegen setzte Zeichen in Sachen Zweikampf (53 Prozent gewonnen) und Zug zum Tor (zwölf Torschüsse, die Eintracht kam nur auf elf). Die pfeilschnellen Flügelspieler Joseph Boyamba und Marcel Costly rissen im Zusammenwirken mit Dominik Martinovic und Spielmacher Marc Schnatterer Lücken auf, die Frankfurt nicht mehr geschlossen bekam.

Glasner bemängelt "zu langsames" Spiel

Auf Eintracht-Seite kamen zu viele individuelle Fehler hinzu. Tuta sah bei beiden Gegentoren schlecht aus, Martin Hinteregger wirkte nicht nur bei seiner Gelb Roten Karte indisponiert, die Außenbahnspieler Danny da Costa und Christopher Lenz erlebten defensiv und offensiv einen schwachen Tag und vorne hingen die Angreifer Jesper Lindström, Rafael Borré und Daichi Kamada völlig in der Luft. Neben Trapp wusste nur noch Evan N'Dicka zu überzeugen, der Franzose nimmt die Chefrolle an. Auch Amin Younes bemühte sich nach Kräften, arbeitete sich mit heruntergerutschten Stutzen an der Mannheimer Defensive ab - vergeblich.

"Wir haben zu langsam gespielt, waren auch in der Spielverlagerung zu langsam", kritisierte Trainer Oliver Glasner nach seinem enttäuschenden Debüt. Die Eintracht wirkte teilweise überrascht, nicht richtig vorbereitet auf die Idee vom Waldhof. Dabei waren es simple Mittel, mit denen den Frankfurtern der Zahn gezogen wurde. Die Mitte dicht machen! Flanken konnten zugelassen werden, da in der Mitte kopfballstarke Abnehmer fehlten. Warum etwa Gonçalo Paciência, der Bälle festmachen und sich im Strafraum auch einmal wuchtig durchsetzen kann, erst 15 Minuten nach dem zweiten Gegentor kam? Fraglich.

"Ärmel hochkrempeln und die Schuld bei uns suchen"

Auffällig auch der fehlende Plan B in dieser Partie. Waldhof ließ der Eintracht nicht die Räume für Tiefenläufe, somit kämpfte das Team mit stumpfen Waffen. "Wir müssen die Ärmel hochkrempeln und die Schuld bei uns suchen", sagte Glasner und fügte an: "Wir nehmen mit, dass wir noch viel zu tun haben. Aber das wussten wir auch schon im Vorfeld." Djibril Sow etwa, der erst zwei volle Trainingswochen hinter sich hatte, sollte noch nicht über 90 Minuten mitwirken. Zudem ist die Integration der Neuzugänge noch nicht abgeschlossen.

Mit Jens Petter Hauge, dessen Transfer kurz bevorsteht, bauen die Frankfurter auf ein weiteres Element. Einen Dämpfer zur richtigen Zeit gibt es eigentlich nicht. Doch möglicherweise kann mit Hilfe der ersten Pflichtspieleindrücke noch der eine oder andere richtige Schluss gezogen werden. Vor der Aufgabe bei Borussia Dortmund am kommenden Samstag (15.30 Uhr) jedenfalls brodelt es schon leicht bei den Hessen.

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Das heimspiel! ist zurück

Neue Spieler, neuer Trainer und das Pokal-Aus: Über die neue Saison von Eintracht Frankfurt gibt es viel zu besprechen. Ab Montag machen wir das wieder im heimspiel. Zu Gast am 9. August (23.30 Uhr und davor schon in der Mediathek) sind Basti Red von FB 2000 und Yannick Hüber (Bild-Zeitung).

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