Frust bei Daichi Kamada von Eintracht Frankfurt

Trainer Oliver Glasner muss gegen den VfB Stuttgart den verletzten Daichi Kamada ersetzen und die Angriffsreihe von Eintracht Frankfurt umbauen. Das Testspiel gegen Mainz 05 zeigt, wer in die Startelf rutschen könnte – und wer nicht.

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Eintracht siegt bei Knauff-Debüt

Eintracht-Neuzugang Ansgar Knauff beim Testspiel in Mainz
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Die schlechte Nachricht des Tages wurde am Donnerstag bereits vor Anpfiff des Testspiels von Eintracht Frankfurt beim 1. FSV Mainz 05 verkündet. Während sich die Spieler noch in den Katakomben des Bruchweg-Stadions umzogen, teilten die Hessen mit, dass Spielmacher Daichi Kamada vorerst ausfällt. Ein Muskelfaserriss zwingt den Japaner zu einer Pause, das kommende Bundesliga-Spiel beim VfB Stuttgart wird er definitiv verpassen.

"Jede Verletzung trifft uns, Daichi war in einer guten Verfassung", sagte Trainer Oliver Glasner im Anschluss an den 1:0-Sieg. "Jetzt wird ein anderer Spieler kommen." Die Frage ist nur: Wer?

Reservisten können sich nicht empfehlen

Klar ist zwar, dass Kamada nicht allzu lange fehlen wird. Zumindest im richtungsweisenden Spiel in Stuttgart wird das zuletzt immer besser harmonierende Offensiv-Trio um Kamada, Jesper Lindström und Rafael Borré aber definitiv gesprengt. Glasner muss umdenken und die Länderspielpause zu einer Neuordnung des Angriffs nutzen. "Wir haben ein paar Varianten", sagte er. Ob eine adäquate Lösung dabei ist, wird sich aber zeigen müssen.

Das freundschaftliche Kräftemessen im bitterkalten Mainz entschied die ohne sieben Stammspieler angetretene Eintracht nach einem Tor von Tuta und einem von Jens Grahl gehaltenen Elfmeter zwar für sich. Richtig aufdrängen konnte sich von den Reservisten aber niemand. Die richtige Besetzung der vorderen Reihe gleicht einem Rätsel.

Hauge braucht noch Zeit

Der naheliegendste Ersatz für Kamada wäre sicherlich Jens Petter Hauge. Der Norweger, der sich beim 5:2-Sieg gegen Leverkusen Mitte Dezember verletzt hatte und seitdem pausieren musste, feierte gegen Mainz ein 45-minütiges Comeback und fühlt sich theoretisch als Teil der Doppelzehn durchaus wohl. Die fehlende Spielpraxis war dem Leihspieler der AC Mailand am Donnerstag aber beinahe bei jedem Ballkontakt anzumerken.

Hauge hielt zu oft zu lange den Ball und verzettelte sich immer wieder in Zweikämpfen. "Er war sechs Wochen raus, da ist das schwierig", fasste Glasner zusammen. "Er muss sich wieder Rhythmus und Gefühl holen." Tendenz: Hauge braucht noch ein wenig Zeit und wird erst einmal auf der Bank Platz nehmen müssen.

Paciencia und Lammers hinten dran

Genau dort sitzen meistens auch Goncalo Paciencia und Sam Lammers. Das Sturmduo aus der zweiten Reihe durfte gegen Mainz 05 gemeinsam von Beginn an ran und sollte Werbung in eigener Sache betreiben. Allein: Das gelang eher nicht.

Paciencias beste Szene war ein Pass mit der Hacke auf Hauge, der die gute Chance allerdings liegenließ. Lammers stand genau einmal im Mittelpunkt, als er eine Flanke von Knauff genau in die Arme des Mainzer Torhüters köpfte. "Ich habe mir gewünscht, dass Lammers mal trifft. Er war sehr bemüht, schade", so Glasner. An der Reservistenrolle der beiden wird sich auch gegen Stuttgart wohl nichts ändern.

Jakic und Knauff könnten ins Team rutschen

Da zudem Ragnar Ache den Test wegen muskulärer Probleme verpasste und wohl ebenfalls keine ernsthafte Alternative für die Startelf ist, erwägt Glasner eine Systemumstellung. "Wir könnten auf ein 3-5-2 gehen", kündigte er an. In diesem Fall würde Kristijan Jakic, der nach Verletzung, Corona-Infektion und insgesamt dreieinhalb Wochen Trainingspause wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist, ins zentrale Mittelfeld zurückkehren und ein Dreieck mit Sebastian Rode und dem etwas offensiveren Djibril Sow bilden.

Im Vergleich zum sonst praktizierten 3-4-2-1 wäre das zwar auf dem Papier eine deutlich defensivere Herangehensweise, der Schlüssel zu mehr Offensivdrang liegt aber auf den Außen. BVB-Neuzugang Ansgar Knauff, der gegen Mainz zu selten eingebunden wurde und sich nicht auszeichnen konnte, soll künftig das Pendant zu Filip Kostic bilden und über rechts Schwung machen. Der 20-Jährige ist von Glasner als Schienenspieler eingeplant und soll das Spiel der Eintracht beleben. "Wenn wir offensiven Input brauchen, ist er mit seinem Tempo eine Variante", so Glasner.

Nicht auszuschließen also, dass Knauff direkt gegen Stuttgart in die Anfangsformation rückt. Offensiven Input können die Hessen nach dem Ausfall von Kamada dringend gebrauchen.

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