Axel Hellmann beim Autokorso

Eintracht-Vorstand Axel Hellmann spricht im Interview mit dem hr über die Magie des Titelgewinns und der Champions League sowie den Moment, in dem er begann, an das große Wunder zu glauben.

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Eintracht-Boss Hellmann: "Frankfurt darf sich nie zu klein machen"

Axel Hellmann
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Es war der 17. März 2022, ein Donnerstag, spät in der Nacht, als ein ganzer besonderer Moment das Frankfurter Stadion durchzuckte. In der letzten Minute der Verlängerung hatte Martin Hinteregger ein Eigentor des Gegners Betis Sevilla erzwungen, Eintracht Frankfurt stand im Viertelfinale der Europa League. "Da wusste ich, dass wir soviel Spielglück haben, dass wir prädestiniert sind, das bis zum Titel durchzuziehen", sagte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann im Interview mit hr-iNFO am Freitag. "Da lag dieser Moment, in dem ich gefühlt habe: Hier kann ganz Großes passieren."

Natürlich sei der FC Barcelona im Anschluss eine "hohe Hürde" gewesen. Aber die Eintracht spielte sich durch bis ins Finale, das am Mittwochabend mit 6:5 nach Elfmeterschießen gegen die Rangers aus Glasgow gewonnen wurde. Während die Spieler ausgelassen auf dem Rasen feierten, musste Hellmann auf der Tribüne zwischen den anderen Offiziellen der Clubs, der UEFA und des DFB Haltung bewahren.

"Ich musste einmal kurz Luft holen"

"Ich bin in mich zusammengesunken und musste einmal kurz Luft holen", beschreibt er den Moment, in dem Rafael Borré den entscheidenden Elfmeter verwandelte. Irgendwann spät in der Nacht bekam der 50-Jährige bei der internen Feier des Vereins doch noch eine Bierdusche ab, einen Ersatzanzug hatte er sich für diesen Fall aber anfertigen lassen.

Beim Versuch der Einordnung des Titels dachte Hellmann auch an die im März verstorbene Vereinslegende Jürgen Grabowski. "Es ist doch nicht zu erklären: Im Jahr, in dem Jürgen Grabowski uns für immer verlassen hat, nach 42 Jahren in einem Finale zu stehen und das zu gewinnen", sagte er ergriffen. "Das gibt es nicht, das ist kein Zufall."

Kader soll für drei Wettbewerbe aufgestellt werden

Und doch ist auch ihm klar, dass das Eintracht-Schicksal in der Finalnacht von Sevilla auf Messers Schneide stand. "Wenn wir verloren hätten, dann müssten wir sagen: Es war keine gute Saison. Für drei Wettbewerbe war unser Kader dieses Jahr nicht aufgestellt." Das soll in der neuen Spielzeit nicht wieder passieren. "Wenn wir nicht nächstes Jahr mit der Champions League noch größer unter Druck kommen wollen, müssen wir uns bewegen."

Obwohl die Bundesliga das "Brot- und Butter-Geschäft" der Eintracht sei, freut sich Hellmann natürlich auch auf das, was die Frankfurter in der Champions League erwartet. "Man wird uns kennelernen von genau dieser Seite, der Begeisterung der Massen. Dass wir die Städte, in die wir fahren, mit unseren Fans fluten", schwärmt er. "Denn Champions League ist einmalig. Ob wir das irgendwann so schnell wieder erreichen weiß ich nicht. Jeder wird dabei sein wollen und wir werden versuchen, es möglich zu machen."

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