Fredi Bobic

Fredi Bobic hat derzeit einen undankbaren Job. In einer Zeit, in der die ganze Welt auf Sicht fährt, muss der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt für die Zukunft planen.

Wie weit die Kaderplanungen von Fredi Bobic in den vergangenen Wochen genau gediehen waren, ist nicht bekannt. Der übliche Arbeitseifer des Eintracht-Sportvorstands legt zumindest die Vermutung nahe, dass sie sich in einem fortgeschrittenen Stadium befunden haben. Klar ist auf jeden Fall: Viele der Mühen, die der Frankfurter Manager auf sich genommen hat, sind umsonst gewesen. "Wir hatten schon vieles von dem vorbereitet, was wir für den Kader der nächsten Saison machen wollten. Aber das alles ist jetzt komplett für die Tonne", sagte Bobic dem Spiegel.

Bobic plant zweigleisig

Die Eintracht hat dasselbe Problem wie alle anderen Vereine auch: Sie muss für eine Zukuft planen, die ungewiss ist. Bobic weiß um die Schwierigkeit und fährt deshalb nun eine zweigleisige Strategie: Szenario eins geht davon aus, dass die Hessen nur ein kleines Buget für Neuverpflichtungen zur Verfügung haben. Was aber nicht unbedingt von Nachteil sein muss. "Auch die großen Clubs müssen sparen und ihre Ausgaben drosseln. So könnte man vielleicht einen tollen Spieler für wenig Geld bekommen", orakelte Bobic.

Im zweiten Szenario sind die Frankfurt etwas liquider. Für diesen Fall möchte der Sportvorstand "einen Schattenkader mit Spielern erdenken, die man gern verpflichten würde", wie er es nennt. Das wäre annähernd die Variante, die Bobic mit seinem Team in den vergangenen Jahren so erfolgreich praktiziert hat.

Hinten drückt der Schuh

Unabhängig davon, welches Szenario schlussendlich zum Tragen kommt: Eine große Baustelle im Eintracht-Kader muss auf jeden Fall bearbeitet werden. Von den vier etatmäßigen Innenverteidigern, die derzeit bei den Hessen unter Vertrag stehen, könnten zwei im Sommer fort sein. David Abraham liebäugelt mit einer Rückkehr nach Argentinien, das Arbeitspapier von Marco Russ läuft am Ende der Saison aus. Ob der Hanauer noch einmal ein Jahr dranhängt?

Zumindest im vereinseigenen Interview Anfang der Woche wurde das Thema nicht angeschnitten. Dabei wäre doch genau diese Zeit der Ungewissheit der richtige Moment, um mit einem Urgestein zu verlängern. Wenn man das denn möchte.

Marco Russ steht Arm in Arm mit David Abraham

Tuta kommt zurück

Mit dem Brasilianer Tuta gewinnen die Hessen immerhin einen Innenverteidiger hinzu. Der Youngster war an den belgischen Erstligisten KV Kortrijk ausgeliehen, bis die Jupiler League durch das Coronavirus jäh beendet wurde. Aber ob Bobic mit drei Innenverteidigern in eine neue Saison geht, von denen einer auch noch seine Bundesliga-Tauglichkeit schuldig ist?

Im Gespräch mit dem Spiegel spekulierte er, dass die Clubs ihre Kader in Zukunft generell eher klein halten werden, um Personalkosten zu sparen. "Es wird wohl auch viele arbeitslose Spieler in der Branche geben", so die Mutmaßung des Sportvorstands. Bobic hat bestimmt auch für das Innenverteidiger-Problem einen Plan B in der Tasche.

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