Fredi Bobic von Eintracht Frankfurt

Nach der verpassten Qualifikation zur Europa League hat Eintracht Frankfurt Planungssicherheit und sollte diese nutzen. Auf einigen Positionen herrscht dringender Handlungsbedarf.

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zum hr-fernsehen.de Video Ein Jahr ohne Europa – tut das der Eintracht gut?

Volle Tribüne der Eintracht Frankfurt Fans.
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Wie genau der Plan für die kommenden Wochen aussieht, wollte Adi Hütter am Samstag noch nicht verraten. Klar ist aber: Viel Urlaub werden die Profis von Eintracht Frankfurt auch in diesem Sommer nicht bekommen. Da bereits Anfang August noch das Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League gegen den FC Basel ansteht, ist an ausgiebige Strand- und Steakhouse- Aufenthalte wohl nicht zu denken. Immerhin könnten die Hessen, rein theoretisch, noch in die Champions League einziehen.

Eintracht muss sich verstärken

Da dies nach der 0:3-Hinspielniederlage und der Masse an großen Namen im weiteren Turnierverlauf jedoch eines mittelgroßen Wunders bedürfte, tut die Eintracht gut daran, schon jetzt in die Planung für die kommende Saison zu gehen. Erstmals seit zwei Jahren wird es weder eine Dreifachbelastung noch einen großen Aderlass geben. Das Kader-Fundament steht, die deutlich sichtbaren Risse müssen aber schnellstmöglich gekittet werden.

"Ich bin hin- und hergerissen", sagte Sportdirektor Bruno Hübner nach dem 1:1 in Köln und der Gewissheit, Rang sieben verpasst zu haben. "Einerseits bedauere ich es, weil Eintracht Frankfurt Europacup einfach kann. Andererseits hat Adi Hütter jetzt die Zeit, die Mannschaft zu entwickeln." Auf und neben dem Platz muss wieder mehr Kreativität her.

Mannschaftsteile im Überblick

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Tor

Im Tor ist die Eintracht derzeit wohl so gut doppelt besetzt wie auf keiner anderen Position. Kevin Trapp ist die unumstrittene Nummer eins und Führungsspieler. Frederik Rönnow hat inzwischen bewiesen, dass seine anfänglichen Wackler der Nervosität geschuldet waren. Der Däne hat sich damit zwar direkt zu Beginn seiner Tätigkeit in Frankfurt eine größere Karriere bei der Eintracht verbaut, Zweifel an seinen Fähigkeiten hat aber wohl niemand mehr. Sollte Rönnow bleiben, was angesichts seines Alters und seinen Ambitionen wohl unwahrscheinlich ist, muss ein weiterer Ersatzmann neben Felix Wiedwald her.

Das muss passieren: Wenn Rönnow geht, braucht die Eintracht Ersatz.

Abwehr

Auch die Defensivreihe kann sich durchaus sehen lassen. Sollte Trainer Hütter weiter auf eine Dreierkette setzen, könnte auf Dauer Martin Hinteregger in die zentrale Position rücken und von David Abraham (rechts) und Evan N'Dicka (links) flankiert werden. Makoto Hasebe hat als alternder Organisator noch ein Jahr drangehängt und bietet so eine weitere Option.

Einziges Problem: Da Hütter ungerne einen Linksfuß auf die rechte Innenverteidiger-Position stellt und sowohl Stefan Ilsanker (nominell Mittelfeldspieler) als auch Almamy Toure (nominell Rechtsverteidiger) mit dieser Rolle oft fremdelten, fehlt ein adäquater Backup für Abraham. Der ausgeliehene Brasilianer Tuta kehrt zwar zurück. Ob er die Klasse für die Bundesliga hat, bleibt aber abzuwarten. Sollte Abraham früher als erwartet in die Heimat zurückkehren, muss die Eintracht ohnehin aktiv werden.

Bei einer Umstellung auf die von Hütter eigentlich favorisierte Viererkette fehlt ein echter Linksverteidiger. N'Dicka kann diese Rolle zwar begleiten, der Franzose fühlt sich aber innen deutlich wohler. Der an Newcastle ausgeliehene Jetro Willems wäre ebenfalls eine Option. Der Niederländer, der nach Kreuzbandriss noch nicht wieder fit ist, würde aber gerne in England bleiben. 

Das muss passieren: Ein Backup für die Position des rechten Innenverteidigers wäre ratsam, ein Linksverteidiger würde die Variabilität erhöhen.

Mittelfeld

Die größte Baustelle ist ohne Zweifel das Mittelfeld. Im Herzstück einer jeden Fußballmannschaft, der Zentrale, stimmt bei der Eintracht das Verhältnis von Arbeitern und Künstlern nicht. Sebastian Rode, Dominik Kohr und Ilsanker haben allesamt ihre Stärken im Spiel gegen den Ball, Djibril Sow hat seine Rolle und Funktion noch nicht gefunden. Daichi Kamada hat die technischen Anlagen und viele gute Ideen, ihm fehlt es aber noch an Torgefahr. Mindestens ein weiterer Kreativspieler mit Führungs- und Abschlussqualitäten muss her, sonst sind die Hessen zu leicht ausrechenbar.

Dringenden Handlungsbedarf gibt es zudem auf den Außenbahnen. Filip Kostic, einer der letzten verbliebenen Unterschiedsspieler, muss gehalten und mit einem passenden Pendant auf der Gegenseite ausgestattet werden. Einen echten Rechtsaußen, der seine Stärken in der Offensive und Tempo hat, hätte die Eintracht eigentlich schon im vergangenen Sommer verpflichten müssen. Jetzt ist es Pflicht. Positiver Nebeneffekt wäre, dass dann auch ein 4-4-2 mit dem passenden Personal bestückt werden könnte.

Das muss passieren: Ein torgefährlicher Kreativspieler und ein Rechtsaußen müssen auf der Einkaufsliste ganz oben stehen. Filip Kostic muss bleiben.

Sturm

Zugegeben: Eine neue Büffelherde hat sich nach dem Abgang von Rebic-Jovic-Haller noch nicht gefunden, zumindest André Silva hat in den vergangenen Wochen aber vielversprechende Ansätze gezeigt. Nachdem sich der Portugiese zu Beginn seines Engagements eher erfolglos durch Trainingseinheiten und Liga-Spiele schönwetterfußballerte, ist er inzwischen ein Leistungsträger. Oberste Priorität deshalb: Silva muss fest verpflichtet werden. Auch wenn das nicht billig wird.

Da zudem mit Ragnar Ache ein deutscher U21-Nationalspieler ab Sommer das Frankfurter Trikot tragen wird, ist der Angriff gut aufgestellt. Bas Dost muss den Sommer nutzen, um endlich vollständig fit zu werden. Goncalo Paciencia ist als Typ, Herausforderer und Joker wichtig, Dejan Joveljic hat sich in Belgien weiterentwickelt und kann sich neu beweisen.

Das muss passieren: Silva muss bleiben. 

Voting

Voting - wer ist der Eintracht-Spieler der Saison?

Platz
Ergebnis (%)
1
Filip Kostic
38,1
2
Martin Hinteregger
27,2
3
Daichi Kamada
17,2
4
André Silva
9,3
5
Sebastian Rode
3,6
6
Kevin Trapp
2,7
7
Ein anderer Spieler
1,9