Fredi Bobic Eintracht Frankfurt

Fredi Bobic will Eintracht Frankfurt verlassen und sagt das mehr als deutlich. Beim Verein sorgt die Art und Weise für Verwunderung. Als Reaktion kommt: Die Tinte ist alles andere als trocken.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bobic will weg - Eintracht reagiert

Fredi Bobic, gegen Hertha BSC
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Die Katze ist aus dem Sack: Fredi Bobic will Eintracht Frankfurt verlassen. Kein Rumgeeiere soll es geben, so der Sportvorstand der Hessen, sondern Klarheit. Das betonte der 49-Jährige am Dienstag in der ARD-Sendung "Sportschau Thema". Im Sommer ist Schluss. Punkt. Fertig. Aus. Nur: Gehören zu einer Vertragsauflösung - der Kontrakt des Managers läuft schließlich bis 2023 - nicht zwei Parteien? Das Vorpreschen des Sportvorstandes sorgt, wie zu hören ist, bei der Eintracht daher auch für reichlich Irritationen.

"Ich habe vor einem Jahr bereits schon, also vor Corona, den Wunsch geäußert, den Verein im Sommer 2020 zu verlassen", erklärte Bobic am Dienstag. Dieses Gespräch fand mit Wolfgang Steubing im März 2020 statt, der ihn aufgrund der Corona-Pandemie bat, noch ein ein Jahr dranzuhängen. Gesagt, getan.

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zum Video Fredi Bobic erklärt seinen Eintracht-Abschied

Eintracht Frankfurt Fredi Bobic still Sportschau
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Nach Steubing erfuhr es Holzer

"Dass es jetzt Turbulenzen gibt, ist leider so, es ist aber nicht dem geschuldet, dass ich niemandem Bescheid gegeben hätte", so der Noch-Eintracht-Manager, der bei all seinen beruflichen Entscheidungen seit jeher klar und deutlich agierte. Eine Charaktereigenschaft, für die er in der Branche bundesweit respektiert wird.

Auch Philip Holzer, Steubings Nachfolger als Eintracht-Aufsichtsratschef, wusste laut Bobic seit dem vergangenen Sommer Bescheid. Der äußerte sich in einem Statement des Vereins nur wenige Minuten nach Veröffentlichung der Bobic-Aussagen jedoch folgendermaßen: "Fredi Bobic ist vor drei Wochen auf mich zugekommen und hat mich über seine Überlegungen bezüglich einer Auflösung seines bis zum 30. Juni 2023 laufenden Vertrages nach dem Ende der laufenden Saison informiert."

"Gespräche sind noch nicht abgeschlossen"

Wer nun wann auf wen zugegangen ist, ist kein uninteressanter Aspekt, wichtiger ist aber das, was Holzer zusätzlich erklärte: "Wir haben verabredet, entsprechende Gespräche über einen Verbleib oder einen vorzeitigen Wechsel zu führen und darüber im Sinne des sportlichen Erfolgs der Eintracht absolutes Stillschweigen zu wahren. Die Gespräche sind gegenwärtig noch nicht abgeschlossen und werden erst nach der nächsten Aufsichtsratssitzung Mitte März fortgesetzt."

Noch nicht abgeschlossen, wird Mitte März fortgesetzt - zwei Umstände, die klar machen sollen: Hier ist noch längst nicht alles in trockenen Tüchern. Das Statement sei unabhängig von den Bobic-Aussagen so vorformuliert gewesen, heißt es von der Eintracht. Auch wenn dieser Umstand ebenfalls Zündstoff birgt, ist es trotzdem gut möglich, dass sich beide, die Eintracht und Bobic, am Ende einig werden.

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Bobic: "Zu viele Indiskretionen"

Auch eine mögliche Ablöse, die Bild-Zeitung berichtet bereits von fünf Millionen Euro, steht dabei im Raum. Dass sich ein Angestellter eines Vereins aber ohne Rücksprache so über seinen nahenden Abschied äußert, ist - vorsichtig ausgedrückt - ein mehr als ungewöhnlicher Vorgang.

Das einzig Gute nach diesen durchaus turbulenten 24 Stunden ist: Alle Karten sind auf dem Tisch. Dass es auch anders, besser hätte ablaufen können, weiß auch Bobic. "Es sind zu viele Indiskretionen nach außen getragen worden. Mein Ansprechpartner ist jetzt der Aufsichtsrat von Eintracht Frankfurt." Und zumindest das dürfte der Aufsichtsrat von Eintracht Frankfurt genauso sehen.

Sendung: Das Erste, ARD-Sportschau-Thema, 02.03.2021, 23.00 Uhr

Ihre Kommentare Wie stehen Sie zum Wechselwunsch von Bobic?

114 Kommentare

  • Geht man davon aus, dass Herr Bobic erstens zu seiner Familie möchte und zweitens eine neue Herausforderung mit guten flankierenden Hilfen (Personal und Geld) sucht, ist der Wechselwunsch doch nachvollziehbar. Die Art und Weise bzw. der Stil in dem dies Herr Bobic nun vollzieht zeigen die Ungeduld und Härte die wohl einerseits Teil seines beruflichen Erfolgs sind, aber eben auch seine "menschliche" Schwäche. Denn es wurde offensichtlich von Seite der Eintracht nichts durchgesteckt. Herr Bobic's Auftritt in der ARD, also seine echte oder gespielten Zorn ließen erst vermuten die Eintracht hielt den fleißigen und erfolgreichen Manager ein Recht vor .. Es gibt und gab zur Zeit m.E. gar keinen Grund in die Öffentlichkeit zu gehen außer richtig Druck in den Kessel zu bringen. Das sollte man sich in Berlin gut merken. Jetzt ist die Eintracht mit einer hektischen Suche befasst.. das bindet Kräfte und Aufmerksamkeit .. Schade .. ganz schlechter Abgang Herr Bobic !

  • Von der südwestdeutschen, mittleren Großstadt
    in die Millionenmetropole zum Big City Club ?
    Da könnte er wieder richtig was aufbauen und sich noch mal beweisen.
    In Frankfurt hat er das Maximum rausgeholt, besser kann es da nicht mehr werden.
    An Bayern kommt leider keiner vorbei, die spielen in einer anderen Liga.
    Man soll gehen, wenn es am schönsten ist, bevor man irgendwann gefeuert wird.
    Herr Preetz läßt grüßen.

  • Gar nicht gut, aber aufgrund seiner großen Verdienste sollte man jetzt kein Theater machen. Zu ändern ist eh nichts und Liebe kann man nicht erzwingen.

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