Eintracht jubelt in Fürth

Eintracht Frankfurt zeigt auch bei Schlusslicht Greuther Fürth lange eine unterirdische Leistung und wankt bedenklich. Nach einer kuriosen Schlussphase mit zwei Toren in der Nachspielzeit landen die Hessen doch noch einen Befreiungsschlag.

Eintracht Frankfurt hat am Sonntag den nächsten Sieg in der Nachspielzeit gefeiert. Die Hessen gewannen nach einem späten Tor von Rafael Borré (90.+4) glücklich mit 2:1 (0:0) bei Schlusslicht Greuther Fürth und gehen damit als Tabellen-14. und vier Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone in die Länderspielpause. Sebastian Rode hatte die Hessen zuvor in Führung gebracht (75.), Cedric Itten hatte in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum kurzzeitigen Ausgleich getroffen.

Kostic wieder da - Eintracht seltsam passiv

Drei Tage nach dem Europa-League-Highlight in Piräus hatte Eintracht-Trainer Oliver Glasner die Startelf auf gleich vier Positionen verändert. Die wichtigste Nachricht dabei: Der zuletzt angeschlagene Filip Kostic meldete sich rechtzeitig fit und rückte für Timothy Chandler wieder auf die linke Außenbahn. Außerdem neu dabei: Martin Hinteregger für Makoto Hasebe, Erik Durm für Aymen Barkok und Jesper Lindström für Sam Lammers. Am mittlerweile üblichen System mit Dreierkette änderte sich nichts.

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Filip Kostic von Eintracht Frankfurt
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Auf dem Rasen zeigte die Eintracht dann zunächst wieder einmal ihr Bundesliga-Gesicht. Vom Rückenwind des europäischen Triumphes war nichts zu spüren, die bislang noch sieglosen Gastgeber übernahmen die Initiative und drückten – im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten – auf die Führung. Der Eintracht gelang es zwar ohne größere Mühe, die Kleeblätter weitgehend vom eigenen Tor fernzuhalten. Die einzige nennenswerte Möglichkeit vergab Branimir Hrgota kurz vor der Pause (44.). In der Offensive war von den Hessen aber rein gar nichts zu sehen.

Falls der Matchplan von Coach Glasner wirklich darauf ausgelegt war, beim Tabellenletzten auf Abwarten und Kontern zu spielen, ging zwar zumindest der defensive Teil dieses Plans auf. Angesichts der Brisanz dieses Kellerduells war das, was die Eintracht im ersten Durchgang zeigte, jedoch einfach zu wenig. Wenn es den Hessen nicht gelingt, gegen Fürth Torchancen zu erspielen – gegen welches Bundesliga-Team dann? Lediglich 40 Prozent gewonnene Zweikämpfe in den ersten 45 Minuten sind im Abstiegskampf zudem ein Armutszeugnis.

Fürth scheitert an sich selbst

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Fürth dann noch einmal die Schlagzahl und kam dem Führungstreffer vor allem bei einer Doppelchance des Ex-Frankfurters Jetro Willems und Jamie Leweling (48.) sehr nahe. Der Aufsteiger wirkte auch zu Beginn des zweiten Durchgangs deutlich griffiger als die Eintracht und tat alles für den ersten Bundesliga-Heimsieg der Vereinsgeschichte. Mit etwas mehr Durchschlagskraft in der Offensive wäre die Führung wohl nur eine Frage der Zeit gewesen.

Und die Eintracht? Die Glasner-Elf wagte sich mit zunehmender Dauer zumindest etwas aus der Deckung und kam prompt zu drei kleineren Chancen durch Distanzschüsse von Djibril Sow (53.) und Kostic (57.) sowie einem gefährlichen Abschluss von Almamy Touré (69.). Rund eine Viertelstunde vor Schluss war es dann Joker Rode, der sein Team vermeintlich zum Sieg schoss. Genau dieser wackelte in der verrückten Schlussphase dann jedoch noch einmal bedenklich.

In der Nachspielzeit war es zunächst der Fürther Itten, der nach einer Ecke zum verdienten Ausgleich für die Gastgeber traf. Die Eintracht zeigte aber noch einmal Mentalität und schlug kurz später zurück: Borré, von dem bis dahin nichts zu sehen gewesen war, traf beim letzten Angriff des Spiels zum umjubelten 2:1. Wie schon am Donnerstag in Piräus durfte die Eintracht also kurz vor Schluss jubeln. Ein Befreiungsschlag zum perfekten Zeitpunkt.

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Greuther Fürth - Eintracht Frankfurt 1:2 (0:0)

Fürth: Funk - Meyerhöfer, Christiansen, Sarpei, Willems (76. Itter) - Griesbeck - Seguin (83. Fein), Green (73. Tillman) - Hrgota, Itten, Leweling
Frankfurt: Trapp - Tuta, Hinteregger, Ndicka - Durm (46. Toure), Sow (71. Rode), Jakic, Kostic - Kamada (90. Ilsanker) - Borre, Lindström (71. Ache)

Tore: 0:1 Rode (75.), 1:1 Itten (90.), 1:1 Itten (90.+2), 1:2 Borre (90.+4)
Gelbe Karten: Christiansen, Griesbeck, Hrgota / Jakic

Schiedsrichter: Siebert (Berlin)
Zuschauer: 10.244

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