Rafael Borré, Daichi Kamada und Jesper Lindström

Sébastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic haben sich einen Platz in den Eintracht-Geschichtsbüchern gesichert. An die Büffelherde kommen Rafael Borré, Daichi Kamada und Jesper Lindström zwar noch nicht heran. Doch die Statistiken lassen Erinnerungen wach werden. 

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Büffelherde light

Rafael Borré, Daichi Kamada und Jesper Lindström
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Der Blick zurück in die Saison 2018/19 lässt bei vielen Anhängern von Eintracht Frankfurt die Emotionen hochkochen. Sébastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic machten mit ihren Gegenspielern auf nationalem und internationalem Parkett phasenweise was sie wollten. Der von Torhüter Kevin Trapp ins Leben gerufene Begriff “Büffelherde” hat gar einen eigenen Wikipedia-Eintrag. 57 Treffer kamen in Bundesliga und Europa League zusammen, hinzu gab es noch etliche Vorlagen. 

Borré, Lindström, Kamada kommen auf 27 Scorerpunkte

Ob sich Trapp rund zweieinhalb Jahre später wieder an die “Büffelherde” erinnert fühlt? Zumindest wehte in den vergangenen Monaten ein Hauch davon durch die Stadien, wenn Rafael Borré, Jesper Lindström und Daichi Kamada im Zusammenspiel harmonieren. Ein Musterbeispiel war der Führungstreffer in Augsburg: Lindström erobert die Kugel, Borré verlagert sehenswert und Kamada verwandelt den Pass traumhaft schön.  

Das Trio kommt gemeinsam auf starke 27 Scorerpunkte in Bundesliga und Europa League. Bei den vergangenen acht Bundesligatoren hatte immer mindestens ein Spieler des Trios entscheidend den Fuß am Ball. Die stärkste Entwicklung nahm Borré, der vier Tore und drei Vorlagen in sechs Partien beisteuerte. Glasner lobte den Kolumbianer: “Wir haben immer für Geduld geworben, wenn die Frage kam: “Wer soll André Silva ersetzen?" Rafael ist sehr fleißig. Er versucht immer umzusetzen, was wir ihm mitgeben und belohnt sich selbst."  

Glasner führt Gespräche

Die Abläufe mit den Mitspielern werden immer klarer, man lerne sich immer besser kennen: “Die Entwicklung von Rafael ist absolut positiv. Er ist immer ein Vorbild und läuft viel, auch im Spiel gegen den Ball.” Glasner sieht dabei dennoch weiteres Potenzial: “Wo Rafael Luft nach oben hat, ist in seiner Gradlinigkeit zum Tor. Gerade in Augsburg hatte er Aktionen, wo er durchziehen könnte und auch mal – wie wir in Österreich sagen – mit dem Spitz draufhauen könnte.”  

Es klingt beinahe wie eine versteckte Drohung an die Konkurrenz. Neben Borré blühte zuletzt auch Lindström auf. Trotz vergebener Großchancen gefällt der Däne als Triebfeder, seine Schnelligkeit sticht hervor. “Ich habe am Montag mit ihm gesprochen und ihm gesagt, dass er sich nicht verunsichern lassen soll. Jesper hat super Laufwege und tolle Aktionen”, sagte Glasner.  

Glasner schwärmt vom Sturm-Trio

Lindström solle einmal drei bis vier Monate zurückdenken: “Da wärst du froh gewesen, wenn du solche Chancen gehabt hättest. Bei Jesper ist alles gut, das wirft ihn nicht aus der Bahn.” Den Dritten im Bunde, Kamada, hob Glasner schon in der Vergangenheit hervor: “Ich habe Daichi schon sehr, sehr oft gelobt für seine Spielintelligenz. Er für uns schon ganz wichtige Tore, vor allem in Europa, erzielt.” 

 Neben seiner tollen Technik wirft der Japaner auch Lauffreude (11,41 Kilometer in Augsburg) und eine nicht gekannte Robustheit (59 Prozent gewonnene Zweikämpfe in Augsburg) in den Ring. Nein, Büffel sind und werden Borré, Lindström und Kamada vermutlich nicht. Doch mit ihrer etwas feineren Klinge und dem höheren Grad an Tiefgang und Spielstärke müssen sie sich hinter der früheren Büffelherde derzeit nicht verstecken.