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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Löw: "Seit 20 Jahren nicht in der Nähe vom Finale"

Joachim Löw äußert sich zu seiner Zukunft

Dicke Freunde werden der DFB und die Anhänger von Eintracht Frankfurt wohl nicht mehr werden. Nun sorgte eine Aussage von Bundestrainer Joachim Löw für Empörung unter den Fans des Bundesligisten.

Högschtwahrscheinlich hatte er es nicht mal böse gemeint. Im Gegenteil: Auf Eintracht Frankfurt angesprochen, geriet Bundestrainer Joachim Löw am Dienstag beim Neujahrempfang der Deutschen Fußball-Liga regelrecht ins Schwärmen. "Absteigen wird Frankfurt nicht. So viel steht fest", sagte der DFB-Auswahltrainer und verkündete damit noch vor dem anstehenden Auftakt in die Rückrunde quasi den Klassenerhalt der zuletzt ins Trudeln geratenen Hessen.

Lob für Frankfurter Spielart

Dass es in den letzten sieben Bundesliga-Partien, in denen die Eintracht nur einen Punkt holte und auf Platz 13 abrutschte, überhaupt so rapide bergab ging, brachte Löw mit den "wahnsinnig vielen Spielen" der vergangenen Monate in Verbindung.

"Vielleicht haben die Frankfurter das Mammutprogramm mit internationalen Spielen, vielen Reisen nicht so gut weggesteckt. Das muss ein Verein auch lernen und sich anpassen", analysierte der Bundestrainer, attestierte den Hessen aber prinzipiell einen guten Fußball: "Die Mannschaft hat Qualität, durch die Einzelspieler, aber auch von ihrer Spielart."

Europacup-Erfolge unterschlagen

So weit, so gut. Doch während Löw einerseits die zahlreichen internationalen Partien der Eintracht für den aktuellen Kräfteverschleiß ins Feld führte, kann sich der Nationaltrainer an den Ausgang der hessischen Europapokal-Auftritte in den vergangenen anderthalb Jahren offenbar nicht so recht erinnern. Denn: "In der Europa League", bemängelte Löw zugleich bei eben jenem Neujahrempfang, "waren wir seit 20 Jahren nicht mehr in der Nähe vom Finale."

Zitat
„In der Europa League waren wir seit 20 Jahren nicht mehr in der Nähe vom Finale.“ Zitat von Joachim Löw
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Autsch. Da hatte sich der DFB-Mann tüchtig in die Nesseln gesetzt, und aus dem Umfeld der gerade noch hochgelobten Frankfurter hagelte es massive Kritik. In den sozialen Netzwerken schwankten die Interpretationen der Löw’schen Aussagen zwischen purer Ahnungslosigkeit und mutwilligem Ignorieren der Frankfurter Erfolgsgeschichte. Mancher Fan sah gar die berühmte Fußball-Mafia am Werk.

"In der Europa League sind wir 20 Jahre nicht mehr in die Nähe des Finals gekommen. Für die Spieler wäre das wichtig." Nachdem die #SGE im Elfmeterschießen des Halbfinals gescheitert ist - wie definieren sie "in die Nähe des Finals kommen", Herr Löw?

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Schließlich hatte es die Eintracht, deren Heimstätte gerademal einen Steinwurf von der DFB-Zentrale entfernt liegt, doch gerade erst im vergangenen Mai bis ins Halbfinale der Europa League geschafft und verpasste dort gegen den späteren Champion FC Chelsea nur im Elfmeterschießen den Einzug ins Endspiel. "Wie definieren Sie 'in die Nähe des Finals kommen', Herr Löw?", fragte Twitter-Nutzer Jonas stellvertretend.

Statistisches Eigentor

Inhaltlich, daran besteht kein Zweifel, war die Äußerung des Bundestrainers ein klassisches Eigentor, wie ein Blick auf die Statistik zeigt. Denn neben den Frankfurtern schafften es in den vergangenen 20 Jahren mit dem Hamburger SV (2009 und 2010), Bayern München (2008), Werder Bremen (2007), Schalke 04 (2006) und dem 1. FC Kaiserslautern (2001) gleich mehrere deutsche Teams bis ins Europa-League-Halbfinale. Bremen (2009) und Borussia Dortmund (2002) scheiterten gar erst im Endspiel.

Bleibt für alle Eintracht-Anhänger zu hoffen, dass Löw mit seinen Prognosen zum bevorstehenden Bundesliga-Abstiegskampf richtiger liegt.

"In der Europa League sind die deutschen Teams 20 Jahre nicht mehr in die Nähe des Finals gekommen." (Joachim Löw) Finale: Werder 2009, Dortmund 2002 Halbfinale: Frankfurt 2019, HSV 2009 und 2010, Bayern 2008, Werder 2007, Schalke 2006, Kaiserslautern 2001

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