Fans mit Plakat "Auf jetzt"

Unter der Kampagne "Auf jetzt!" schaffte Eintracht Frankfurt 2016 den Klassenerhalt. Vier Jahre später lässt der Club das Erfolgs-Motto neu aufleben – um Corona-Betroffenen zu helfen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht-Vorstand Hellmann über die neue "Auf jetzt!"-Kampagne

Eintracht-Vorstand Axel Hellmann
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Es ist keine vier Jahre her, da mobilisierte eine sportlich arg in Schieflage geratene Frankfurter Eintracht unter dem Label "Auf jetzt!" ihre Fans, Mitarbeiter und Sponsoren für den Abstiegskampf. Und tatsächlich: Der Ausspruch wurde zu einem geflügelten Wort, jetzt gilt es, alle zusammen, jeder muss seinen Beitrag leisten, sollte er bedeuten. "Mit der Auf-Jetzt-Kampagne haben wir damals eine Einheit mit den Fans gegen den Abstieg gebildet", so Eintracht-Vorstand Axel Hellman. Mit dem Klassenerhalt in der Relegation in Nürnberg fand die Kampagne ihr Happy End.

Ein Happy End, das kein endgültiges war, wie die Eintracht nun bekanntgab. Denn inmitten der Corona-Pandemie will der Club die Kampagne nun wieder aufleben lassen – unter umgekehrten Vorzeichen. Diesmal soll nicht das Umfeld dem Verein helfen, diesmal will der Verein dem Umfeld helfen. Und zwar jenen, die unter der Corona-Pandemie leiden.

Geld an Organsiationen "an der Corona-Front"

Weswegen sich die Eintracht über Ostern an Dauerkarten- sowie Logeninhaber wandte und ihnen neben der Rückabwicklung der Tickets auch anbot, "das Geld weiterzugeben an Organisationen, die an der Corona-Front im Einsatz sind", so Hellmann. "Jetzt ist nicht die Zeit des Sportlichen, sondern Zeit, um auf die zu schauen, die unter Corona und den Folgen leiden." 2016 habe die Kampagne eine Wucht entfaltet, die die Hessen zum Klassenerhalt geführt habe. "Wir wollen genau diese Wucht jetzt für die Organisationen entfachen", so Hellmann.

Bei diesen Organisationen handelt es sich um die Arche Frankfurt, das Deutsche Rote Kreuz Frankfurt, die Diakonie Hessen, die Frankfurter Tafel und die Uni-Klinik Frankfurt. "Es geht um Worte, Taten und Spenden", so Hellmann, der eine "mehrwöchige Kampagne mit verschiedenen Phasen" ankündigte. "Es ist die komplette Eintracht involviert", so Hellmann, der betonte, dass sich auch die Spieler einbringen werden. "Im Rahmen des Möglichen. Aber die Spieler sollen rausgehen und mithelfen."

"Es wäre ein Millionenbetrag, wenn alles gespendet werden würde"

Phase eins mit der Vorstellung der Organisationen soll in dieser Woche starten. Es könne auch sein, dass noch Organisationen dazukämen, so Hellmann. Organisationen, die sich auf einen satten Geldregen freuen können, erst vor kurzem bezifferte die Eintracht den entstehenden wirtschaftlichen Schaden durch Geisterspiele auf 15 bis 20 Millionen Euro.

Geld, das angesichts der Corona-Pandemie anderswo aber nötiger gebraucht wird. "Die Eintracht könnte damit umgehen, wenn die Karten komplett zurückerstattet werden müssten oder gespendet werden", so Hellmann. "Es wäre ein Millionenbetrag, wenn alles gespendet werden würde."