Danny da Costa traf gegen Hannover zum ersten Mal überhaupt in der Bundesliga.
Danny da Costa traf gegen Hannover zum ersten Mal überhaupt in der Bundesliga. Bild © Imago

Eintracht Frankfurt nimmt nach dem vierten Heimsieg in Folge Kurs auf die Champions League. Beim Erfolg gegen Hannover glänzten die ersatzgeschwächten Hessen aber nur selten – und durften sich zweimal beim Video-Schiedsrichter bedanken.

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zum Video Pressekonferenz nach dem Eintracht-Heimsieg gegen Hannover

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Eintracht Frankfurt entwickelt sich in der Bundesliga langsam aber sicher zur Heimmacht. Der 1:0 (1:0)-Erfolg gegen Hannover 96 war der vierte Sieg in Folge vor eigenem Publikum für die Hessen. Nach dem Remis im Topspiel am Samstagabend steht das Team von Trainer Niko Kovac auf dem vierten Tabellenplatz. Mann des Tages bei den ersatzgeschwächten Frankfurtern war Danny da Costa, der den Dreier mit seinem ersten Bundesliga-Tor sicherstellte (39.). Spielerisch boten beide Kontrahenten am Samstag höchstens Durchschnittskost, der Heimsieg war angesichts des Chancenverhältnisses absolut verdient.

Eine Viertelstunde Fußball – und dann lange nichts

Kovac musste gegen Hannover erneut improvisieren, weil Omar Mascarell weiter verletzt fehlte und es für Kevin-Prince Boateng wegen einer Erkältung nur für einen Platz auf der Bank reichte. Im zentralen Mittelfeld spielten daher Gelson Fernandes und Jonathan de Guzman, Letzterer war zuletzt im Oktober 2017 für die Eintracht aufgelaufen. Anpassungsprobleme gab es zunächst aber nicht: Die Eintracht begann druckvoll und verbuchte die ersten Gelegenheiten durch Ante Rebic (6.), da Costa (13.) und erneut Rebic (16.).

Danach verflachte das Niveau nicht nur, es rauschte unerklärlicherweise in den Keller. Während Hannover höchstens mit defensiver Disziplin und harter Zweikampfführung auffällig wurde, gingen bei der Eintracht Kreativität und Passgenauigkeit flöten. Beinahe bemitleidenswert präsentierte sich Simon Falette im Spielaufbau, der allein in der ersten Hälfte 20 Pässe zum Gegner oder ins Leere spielte. Folgerichtig kam zur zweiten Hälfte Marco Russ für den gelbverwarnten Franzosen ins Spiel.

Da Costa nickt unberechtigten Eckball ein

Überraschend fiel vor dem Pausenpfiff doch noch der Führungstreffer, bezeichnenderweise nach einem ruhenden Ball: Einen Eckstoß von Rückkehrer de Guzman nickte Danny da Costa völlig unbedrängt aus wenigen Metern ein. Es war das erste Bundesliga-Tor für den Rechtsaußen (39.). Einen Schönheitsmakel hatte der Treffer jedoch: Marius Wolf hatte den Ball zuvor über die Grundlinie gestolpert, es hätte Abstoß für Hannover geben müssen. Der Video-Schiedsrichter griff wie nach Eckstößen üblich nicht korrigierend ein.

Zum Beginn der zweiten Hälfte präsentierten sich die Frankfurter dann wieder stärker. Nach einem sehenswerten Doppelpass mit Sébastien Haller kam de Guzman auch prompt zur nächsten Großchance, 96-Torhüter Philipp Tschauner reagierte aber glänzend (53.). Wenig später war es wieder de Guzman, der sich mit einem Distanzschuss Szenenapplaus verdiente (60.).

Video-Schiedsrichter hilft der Eintracht

Nun ging es auch im anderen Strafraum hoch her: Da Costa bot Miiko Albornoz im Zweikampf das lange Bein an, und der Hannoveraner nahm mehr als dankbar an. Seine theatralische Flugeinlage täuschte Schiedsrichter Marco Fritz zunächst. Doch dann meldete sich der Video-Schiedsrichter aus Köln und korrigierte die Entscheidung: kein Elfmeter und Gelb für Albornoz.

Die Offensivbemühungen der Gäste verflachten in der Folge wieder. So durfte sich der Großteil der 48.500 Zuschauer bei eisigen Temperaturen langsam aber sicher in Siegeslaune schunkeln. Am Ende einer erneut unterdurchschnittlichen Spielhälfte war die Eintracht deutlich näher am zweiten Treffer als die Niedersachsen am Ausgleich. Tschauner verhinderte Schlimmeres mit starken Paraden gegen Sébastien Haller (82.) und Marius Wolf (86.). Kurz vor Schluss durfte sich dann auch Lukas Hradecky gegen Martin Harnik auszeichnen (90.+1), die letzte Parade gehörte aber dem überragenden Tschauner, der im Eins-gegen-Eins mit dem eingewechselten Boateng rettete (90.+3).

Weitere Informationen

Eintracht Frankfurt - Hannover 96 1:0 (1:0)

Frankfurt: Hradecky - Hasebe, Abraham, Falette (46. Russ) - da Costa, Fernandes, de Guzman, Chandler - Wolf - Haller (83. Boateng), Rebic (89. Gacinovic)                   

Hannover: Tschauner - Korb, Anton, Felipe, Ostrzolek (46. Albornoz) - Sorg (75. Jonathas), Schwegler, Bakalorz (67. Bebou) - Harnik, Fossum - Füllkrug    

Tore: 1:0 da Costa (39.)

Gelbe Karten: Falette, Haller - Albornoz, Schwegler

Schiedsrichter: Fritz (Korb)
Zuschauer: 48.500           

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