Eintracht Frankfurt hat in der Bundesliga den nächsten Sieg gefeiert. Gegen Hertha BSC mussten die Hessen aber erst in Rückstand geraten, bevor sie offensiv auf Betriebstemperatur kamen.

Audiobeitrag

Audio

Audioseite Eintracht Frankfurt besiegt Hertha BSC

Eintracht-Spieler jubeln
Ende des Audiobeitrags

Eintracht Frankfurt marschiert weiter Richtung europäischer Wettbewerb. Die Hessen setzten sich am Samstag mit 3:1 (0:0) gegen Hertha BSC durch. Krzysztof Piatek brachte die Gäste zwar in der 66. Minute in Front, André Silva glich nur eine Minute später für die Hessen aus (67.). Martin Hinteregger dreht das Spiel zu Gunsten der Hausherren (84.), Silva schraubte das Ergebnis per Elfmeter noch in die Höhe (90.+5). Zumindest bis Sonntag steht die Eintracht damit in der Tabelle auf Rang drei.

Das erwartete Geduldspiel

Videobeitrag

Video

zum Video Die Eintracht-Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Hertha

Adi Hütter
Ende des Videobeitrags

Zehn Minuten lang schien sich die Erwartungshaltung in Frankfurt nicht zu bewahrheiten. Die Hertha igelte sich nicht ein, sondern suchte sehr wohl den Weg nach vorne. Lucas Toussart hatte sogar die erste Torchance des Spiels. Sein Kopfball nach einer Ecke ging aber doch eineinhalb Meter am Eintracht-Gehäuse vorbei (10.).

Im Anschluss entwickelte sich dann aber doch genau die Partie, die Adi Hütter angekündigt hatte: Es war ein Geduldsspiel. Die Eintracht kontrollierte das Spielgeschehen und schnürte die Berliner immer weiter in der eigenen Hälfte ein. Evan N’Dicka prüfte Hertha-Keeper Rune Jarstein aus spitzem Winkel (21.). Bei den Abschlüssen von Daichi Kamada (28.) und Silva (43.), der überragend von Amin Younes in Szene gesetzt wurde, musste Jarstein schon sein ganzes Können aufbieten, um das Unentschieden in die Pause zu retten.

Flanken sind zu ungenau

Auch in der zweiten Halbzeit taten sich die Hausherren in den ersten Minuten schwer mit etwas offensiveren Gästen. Noch mehr zu kämpfen hatten sie allerdings mit der eigenen Ungenauigkeit. Immer wieder brachten sich die Hessen eigentlich in gute Positionen auf den Flügeln – und immer wieder war die Hereingabe dann einfach nicht gut genug und die nächste Chance vertan. Die vermeintliche Lösung für das Problem hatte Filip Kostic in der 60 Minute gefunden, der statt einer Flanke einfach mal einen strammen Schuss aufs Tor losließ. Der traf dann aber nur den Außenpfosten. Das Ende des Geduldspiels war damit eingeläutet.

Quasi aus dem Nichts ging die Hertha in Führung. Bei einem Berliner Angriff bekam die Eintracht den Ball nicht aus dem Strafraum. Piatek nahm aus dem Gewühl heraus Maß und schlenzte den Ball aus 15 Meter an den Innenpfosten ins lange Eck (66.). Nur eine Minute später fand dann eine Kostic-Flanke doch mal den Mann, nämlich Silva, der per wuchtigem Kopfball den postwendendenden Ausgleich markierte. "Uns kann ein Rückstand nicht rausbringen", lobte Hinteregger die Moral der SGE. (Mehr Stimmen zum Spiel gibt es hier.)

Plötzlich Champions League

Es entwickelte sich eine offene Schlussphase, in der die Berliner jetzt sogar optisch etwas überlegen waren. Hinteregger war das freilich egal. Eine Flanke des eingewechselten Almamy Touré schädelte der Österreicher zu seinem ersten Saisontor ins kurze Eck - und köpfte die Eintracht damit zumindest vorübergehend auf einen Champions-League-Platz (84.). Dass Silva in der Nachspielzeit noch per Elfmeter traf, war am Ende nur Ergebniskosmetik.

Weitere Informationen

Eintracht Frankfurt - Hertha BSC 3:1 (0:0)

Frankfurt: Trapp - Tuta, Hinteregger, Ndicka - Barkok (61. Jovic), Sow, Hasebe (76. Rode), Kostic - Kamada (82. Rustic), Younes (61. Toure) - Silva

Berlin: Jarstein - Klünter, Stark, Torunarigha, Netz (45. Mittelstädt) - Ascacibar (89. Darida) - Tousart (89. Löwen), Guendouzi (89. Ngankam) - Lukebakio (77. Leckie), Cunha - Piatek

Tore: 0:1 Piatek (66.), 1:1 Silva (67.), 2:1 Hinteregger (85.), 3:1 Silva (90.+5/FE)
Gelbe Karten: Tuta / Torunarigha, Tousart, Piatek, Cunha
Schiedsrichter: Badstübner (Windsbach)

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! bundesliga, 31.01.2021, 22.20 Uhr