Hoch das Bein: Sébastien Haller grätscht nach dem Ball.
This is Frankfurt: Sébastien Haller geht voran und sichert der Eintracht einen Punkt. Bild © Imago

Eintracht Frankfurt ist bei Werder Bremen mit einem blauen Auge davongekommen. Trotz großer Abwehrprobleme und doppeltem Rückstand springen die Hessen auf einen Champions-League-Platz. Aufregung gibt es in der Nachspielzeit.

Eintracht Frankfurt hat sich am Samstagabend ein schmeichelhaftes Remis bei Werder Bremen erkämpft. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter lag gegen überlegene Gastgeber zweimal in Rückstand, bewies aber Moral und durfte sich am Ende über ein 2:2 (1:1) und den vorübergehenden Sprung auf Champions-League-Platz vier freuen. Maximilian Eggestein (27.) und Martin Harnik (52.) trafen für Werder, Ante Rebic (35.) und Sébastien Haller (68./Handelfmeter) glichen jeweils aus.

Jede Menge Torraum-Szenen, Chancen auf beiden Seiten und eine überforderte Frankfurter Hintermannschaft: So lässt sich das Bundesliga-Topspiel zusammenfassen. Beide Teams, die für erfrischenden Offensivfußball bekannt sind, suchten immer wieder den Abschluss und boten den 42.100 Zuschauern beste Abendunterhaltung. Dass in den ersten 45 Minuten auf beiden Seiten jeweils ein Treffer fiel, war für die Eintracht eher schmeichelhaft als verdient. Nach der Pause verteilten beide Mannschaften Geschenke.

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Rebic kontert Bremer Führung

In Abwesenheit des gesperrten Gelson Fernandes übernahm Sebastian Rode an der Seite von Jonathan de Guzman die Rolle des Abräumers. Eine Variante, die nur bedingt funktionierte. Werder rollte immer wieder ungebremst auf die Frankfurter Dreierkette, in der überraschend Simon Falette für Evan N’Dicka verteidigte, zu und erspielte sich beste Möglichkeiten. Die ersten beiden vergab Harnik (6./12. Minute), ehe es  Maximilian Eggestein besser machte. Nach schönem Pass von Max Kruse tanzte der 22-Jährige gleich drei Gegenspieler aus und traf zur verdienten Führung (27.).

Und die Eintracht? Konnte sich wieder einmal bei ihrem Sturm-Dreieck bedanken. Nachdem zunächst Luka Jovic mit einem Seitfallzieher knapp an Werder-Keeper Jiri Pavlenka und der nächsten Tor-des-Monats-Nominierung gescheitert war (9.) und Haller einen Kopfball knapp neben das Gehäuse setzte (18.), traf eben Rebic. Der Kroate wackelte Sebastian Langkamp aus und vollendete mit links ins lange Eck (36.). Ein Traumtor, das Werder und die Eggestein-Brüder noch einmal anstachelte. Maximilian traf den Pfosten (39.), Johannes Frankfurts Schlussmann Kevin Trapp (43.). Dann war Pause.

Handelfmeter rettet die Eintracht

Das Bild änderte sich aber auch nach Wiederanpfiff nicht. Der Eintracht fehlte in der Defensive die Ordnung, dazu schlichen sich zu viele Fehler ein. Einer davon unterlief Danny da Costa, der im Vorwärtsgang den Ball verlor und Werder zu einem Konter einlud. Kruse bedankte sich und schickte Harnik in die Tiefe. Der Österreicher setzte sich gegen den schlecht verteidigenden Falette durch, tanzte Trapp aus und schob zur erneuten Führung ein (52.). Knapp fünf Minuten später eine ähnliche Szene. Dieses Mal ging Kruse steil, seinen Lupfer kratzte Trapp von der Linie (57.).

Die Eintracht tat sich sichtlich schwer und wankte gewaltig, dann gab es Aufbauhilfe von Ludwig Augustinsson. Der Bremer Linksverteidiger fiel im eigenen Strafraum mit der Hand auf den Ball und griff dann noch einmal nach. Klarer und korrekter Elfmeter für die Eintracht, den Haller sicher zum Ausgleich verwandelte.

Kein Videobeweis trotz Handspiels

Die Schlussphase gehörte dann wieder den Bremern, die der Eintracht-Defensive klar ihre Grenzen aufzeigten. Da Kapitän David Abraham verletzt raus musste (67.) und von Marco Russ ersetzte wurde, wurde die ohnehin verunsicherte Dreierkette noch einmal durcheinander gewirbelt und immer wieder überspielt. Ein Mix aus Glück, Bremer Unvermögen und dem überragenden Trapp sorgte letztlich aber dafür, dass kein Tor mehr fiel.

Aufregung gab es in der Nachspielzeit: Nach einem Handspiel von Niklas Moisander forderte die Eintracht erneut einen Elfmeter. Auf Schweigen aus Köln erfolgte jedoch der Schlusspfiff. Der vermeintliche Tatort lag wohl knapp außerhalb des Strafraums.

Weitere Informationen

Werder Bremen - Eintracht Frankfurt 2:2 (1:1)

Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Langkamp (37.Veljkovic), Moisander, Augustinsson - Bargfrede - M.Eggestein, Klaassen - J.Eggestein (85. Pizarro), Harnik (69. Sargent) - Kruse  
Frankfurt: Trapp - Falette, Hasebe, Abraham (67. Russ) - Kostic, Rode (87. Stendera), de Guzman (63. Gacinovic), da Costa - Rebic - Jovic, Haller  

Tore: 1:0 M.Eggestein (27.), 1:1 Rebic (36.), 2:1 Harnik (52.), 2:2 Haller (68./HE)
Gelbe Karten: Gebre Selassie, Veljkovic, Klaasen / Kostic, Rode  

Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)
Zuschauer: 42.100 (ausverkauft)

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Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! Bundesliga, 27.01.19, 22.05 Uhr