Stefan Ilsanker

Das zweite Saisonspiel führt Eintracht Frankfurt zum torhungrigen Hertha BSC. Was die Hessen in der Vorbereitung auf den Hauptstadt-Trip unbedingt berücksichtigen sollten? Die Hinweise von Defensivspieler Stefan Ilsanker.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ilsanker: "Dann werden die uns den A.... aufreißen"

Stefan Ilsanker gegen Bielefeld
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139 Spiele im österreichischen Oberhaus, mehrmals Meister und Pokalsieger mit Salzburg, dazu 92 Einsätze in der Bundesliga: Stefan Ilsanker weist genug fußballerische Erfahrung vor, um bei Eintracht Frankfurt den Finger in die Wunde(n) zu legen. Vor dem zweiten Saisonspiel bei Hertha BSC (Freitag, 20.30 Uhr) spricht der Defensivakteur klar und deutlich an, was beim 1:1 gegen Aufsteiger Bielefeld noch nicht optimal lief – und was die Hessen in Berlin dringend besser machen müssen.

Ilsanker: drei Ratschläge fürs Eintracht-Spiel in Berlin

1. Bloß nicht den Hintern aufreißen lassen

Gegen die Arminia waren die Frankfurter sehr oft sehr weit aufgerückt, große Abstände zwischen den Abteilungen Defensive und Offensive waren die Folge. Gesehen beim Gegentreffer durch Cebio Soukou, der einen Bielefelder Konter zum zwischenzeitlichen 1:0 für die Ostwestfalen abschloss. Ein Fehler im Spiel der Eintracht, der sich nicht noch einmal wiederholen soll – und auch nicht darf.

"Wenn wir solche Lücken lassen, wenn wir mit den Mannschaftsteilen so weit auseinander sind, dann werden uns die Berliner den A.... aufreißen", warnt Ilsanker ohne Umschweife. "Und dann werden wir nicht unentschieden spielen." Die Forderung des 31 Jahren alten Österreichers: geschlossener, kompakter agieren. Schon beim Pokalspiel in München habe das Team "in der Defensivarbeit ein bisschen was vermissen lassen". Und nun wartet die Hertha, die in den ersten zwei Pflichtspielen insgesamt acht Tore erzielt hat.

2. Ruhe bewahren

Ein eher mühsamer Sieg im DFB-Pokal, nur ein Punkt gegen Aufsteiger Bielefeld – verfrühte Alarmstimmung also bei der Eintracht? Nicht mit Stefan Ilsanker: "Man muss bedenken: Das sind jetzt die ersten zwei Spiele gewesen." In der ersten Pokalrunde sei es nie leicht, zudem sei die Arminia mit viel Leidenschaft ins Spiel gegangen. "Wir haben Fehler im Passspiel und in der Abstimmung gemacht. Aber es ist normal, dass am Anfang einer Saison noch nicht alles komplett eingespielt ist. So ganz falsch sind wir jetzt ja auch nicht aufgetreten."

3. Die Spieler aus der zweiten Reihe nicht unterschätzen

Manch ein Frankfurt-Fan rieb sich am Samstag verwundert die Augen, als Trainer Adi Hütter beim Stand von 1:1 mit Timothy Chandler eine Defensiv- und keine Offensivkraft für die Schlussphase einwechselte. "Timmy wird immer ein bisschen unterschätzt", kontert Ilsanker nun. "Er ist unglaublich torgefährlich, bringt über die Seite viel Dynamik mit und hat ein gutes Kopfballspiel."

Und noch einen Eintracht-Profi sollte man laut Ilsanker dringend auf dem Schirm haben: "Ragnar Ache wird in jedem Training besser", sagt er über das Engagement des jungen Neuzugangs für die Offensive. "Er ist sehr nah dran, eine Option zu sein und von Anfang an zu spielen." Vielleicht ja sogar schon am Freitagabend im Berliner Olympiastadion.