Adi Hütter

Um das historische Ziel Champions League zu erreichen, muss Eintracht Frankfurt die letzten zwei Saisonspiele gewinnen. Damit das gelingt, schlägt der scheidende Coach Adi Hütter versöhnliche Töne an und wagt ein Spiel mit dem Feuer.

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zum Video Die Eintracht-Pressekonferenz vor dem Spiel auf Schalke

Pressekonferenz Eintracht
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"Soll ich noch ein bisschen mehr Feuer reinhauen, ja?", fragte Adi Hütter. Der vermeintliche Grund: Die virtuelle Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Schalke 04 am Samstag (15.30 Uhr) stockte, das Internet im Stadtwald streikte. Zuvor hatte der Eintracht-Trainer schon scherzhaft versucht, das Netz wieder anzukurbeln, jetzt aber verzog er keine Miene. Das Feuer, das schien Hütter deutlichen machen zu wollen, es brennt vor den beiden letzten, den entscheidenden Spielen in der Bundesliga.

Die Partie beim Absteiger, sie ist die Hundertprozentige unter den Torchancen, die Eintracht muss gewinnen. Und das nicht nur, weil die Schalker wegen mehrerer Corona-Fälle dezimiert ins Spiel gehen, sondern auch, weil die Frankfurter nur noch so die Champions League erreichen können. Schließlich ist aus Verfolger Borussia Dortmund in der vergangenen Woche ein Team geworden, das sie nun jagen müssen.

Glaube an das Ziel

"Die Mannschaft und wir alle glauben daran, dass wir das Ziel erreichen können. Wichtig ist, dass wir unsere Hausaufgaben machen, und dann schauen wir, was Dortmund macht", so Hütter. Dortmund macht aktuell erstaunlich viel richtig in der Liga, hat im Duell gegen Leipzig in der vergangenen Woche zudem noch einmal Selbstvertrauen getankt. Und bei der Eintracht?

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Haben teilweise über unsere Verhältnisse gespielt"

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Da sind gute Stimmung und Selbstvertrauen aktuell nicht die Topthemen. Der Mann mit dem Feuer agiert derzeit eher als Feuerwehrmann, allerdings als einer, der die Brände bisweilen selbst legt. So etwa nach dem Spiel gegen Mainz, als Hütter beinahe beiläufig erklärte, die Eintracht habe ohnehin über ihre Verhältnisse gespielt. Und am ARD-Mikro betonte: "An mir liegt's nicht."

Stets bemüht

Nach Wankelmut und Wechselwillen sowie der offen zur Schau getragenen Vorfreude auf das Gladbacher Stadion in der kommenden Saison war auch das nicht die beste aller Formulierungen. Die Fans mäanderten anschließend zwischen Zorn und Schulterzucken. Hütter, der in den vergangenen Wochen stets mit einer Mischung aus Trotz und Ignoranz auf die Enttäuschung der Fans, auf Irritationen und Nachfragen reagiert hatte, hat ihn immer noch, diesen Trotz. Vor dem Spiel gegen Schalke aber kommt etwas anderes hinzu: Bemühen.

"Man ist vielleicht auch selbst schuld, wenn man Raum für Interpretationen lässt", sagte er, und schien auch seine eigene Wortwahl reflektiert zu haben. "Dass Kritik da ist, ist unangenehm. Aber – es geht nicht um mich. Es geht um das große Ganze. Es geht um Eintracht Frankfurt." Dass nichts größer ist als der Verein, das betonen auch Fans nur allzu oft. In Diskussionen, um Trainer, Transfers und Traditionen aber geht das trotzdem manchmal unter.

Die Hymne im Waldstadion

Als Feuerlöscher, wenn es im Umfeld gerade brodelt, taugt das Argument aber alle mal. Das weiß auch Hütter. "Es geht um nächste Saison." Und es geht um Ruhe vor dem Saisonendspurt. Deshalb erinnerte Hütter noch einmal an das, was das Team schon erreicht hat: "International sind wir, und das ist das, was mich für die Fans freut. Aber natürlich wollen wir, dass die Menschen hier im Stadion die Champions-League-Hymne hören können."

Der Schulterschluss mit den Fans, Hütter und die Eintracht, sie brauchen ihn vor den letzten beiden Spielen. Zwei Siege sind Pflicht für das historische Ziel. Denn das bedeutet auch den Spielern etwas. "Stellen Sie sich vor, ein Makoto Hasebe kann mit 37 Jahren mit Eintracht Frankfurt noch einmal Champions League spielen." Die Fans, so viel dürfte sicher sein, stellen sich das vor.

The Coach, the Coach is on fire

Damit das gelingt, bemüht Hütter diplomatischere Formulierungen, will auch mit seinem Team noch einmal das Gespräch suchen. Im Quarantäne-Hotel könne die Mannschaft nun noch einmal mehr zusammenwachsen, auch mental sei das wichtig. Und Hütter selbst? Der ist bereit für den Endspurt – das zumindest hat er zeigen wollen: "Das Feuer brennt in mir. Wie immer. Seit dem ersten Tag, seit dem ich hier bin, brennt es in mir."

So könnte die Eintracht spielen:

SGE-Aufstellung auf Schalke