Die Mannschaft von Racing Straßburg läuft ins Stadion ein.

Die großen Zeiten beim RC Straßburg sind lange vorbei. Die großen Namen sucht man im Team vergeblich. Die Begeisterung auf den Rängen ist trotzdem ungebrochen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht in Straßburg: Gruppenphase in Sicht

Eintracht-Spieler und -Fans
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Noch ein Schritt bis zur Gruppenphase: Eintracht Frankfurt trifft in den Playoffs zur Europa League auf Racing Straßburg. Ein Portrait.

Der Verein

Racing Straßburg hat in den vergangenen Jahren einige Rückschläge verkraften müssen: Dem sportlichen Abstieg in die dritte Liga 2010 folgte nur ein Jahr später sogar die Strafversetzung in die fünfte Liga aufgrund nicht erfüllter finanzieller Auflagen. Investoren sprangen ab, der Verein lag am Boden. Doch die Auferstehung ließ nicht lange auf sich warten, denn selbst im Amateurbereich strömten die Fans weiterhin ins Stadion. Der Verein stellte in der fünften Liga im Spiel gegen Illzach Modenheim mit 9.813 Besuchern einen neuen französischen Zuschauerrekord auf.

2012 dann der Aufstieg in die vierte Liga. Auch hier erreichte Racing Straßburg eine neue Zuschauer-Höchstmarke für ein Spiel in dieser Klasse. Zum Derby gegen den FC Mulhouse kamen 20.004 Besucher ins Stade de la Meinau. Sportlich ging es ebenfalls stetig bergauf. Seit 2017 spielt Racing wieder in der Ligue 1.

Mittlerweile hat sich der Club im Oberhaus etabliert und geht in die dritte Erstliga-Saison. Durch den Sieg im vergangenen Jahr im französischen Ligapokal qualifizierten sich die Elsässer das erste Mal seit 2006 wieder für die Europa League. Jetzt dürfen sich Fans und Mannschaft wieder auf der großen Bühne präsentieren.

Die Mannschaft

Die Liste der ehemaligen Spieler von Racing Straßburg ist prominent besetzt. Arsène Wenger und Raymond Domenech kickten schon für die Elsässer. Auch ehemalige Bundesligaprofis wie Thomas Allofs, Wolfgang Rolff, Youri Djorkaeff und Jeff Strasser spielten für den Verein.

Aus der aktuellen Mannschaft hingegen dürfte vielen Fans am ehesten Stefan Mitrovic und Ludovic Ajorque ein Begriff sein. Innenverteidiger Mitrovic spielte in der Saison 2014/15 für den SC Freiburg. Jetzt ist der serbische Nationalspieler seit einem Jahr bei den Franzosen und übernahm dort sofort die Kapitänsbinde.

Auf der Suche nach einem neuen Stürmer geriet Ajorque in den Fokus der Eintracht. Der 1,97-Meter-Hüne war in der vergangenen Saison zusammen mit seinem Sturmpartner Lebo Mothiba mit 9 Treffern in 25 Spielen erfolgreichster Torschütze der Straßburger.

Diese Saison war der 25-Jährige in zwei Partien in der Ligue 1 zwar noch nicht erfolgreich, dafür allerdings in der Europa League. In der zweiten Qualifikationsrunde gegen Maccabi Haifa traf der Angreifer im Hinspiel zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich und erzielte damit das erste Europapokal-Tor der Elsässer seit März 2006. Im Rückspiel sorgte er für die 1:0-Führung in Haifa. Obwohl das Spiel mit 1:2 verloren ging, reichte es  aufgrund des 3:1 Hinspiel-Sieges dennoch zum Weiterkommen

Der Trainer

Straßburg-Trainer Thierry Laurey hebt den Daumen

Als Spieler zog es Thierry Laurey durch die erste und zweite französische Liga. Allein zwischen 1986 bis 1991 war er bei sechs verschiedenen Vereinen aktiv, bevor er im Sommer 1991 nach Montpellier wechselte. Dort beendete Laurey nach sieben Jahren und insgesamt 455 Spielen seine Zeit als aktiver Profi. Einmal lief der Franzose auch für sein Heimatland auf. In der WM-Qualifikation 1990 kassierte er mit der Equipe Tricolore unter Trainer Michel Platini eine 0:2-Niederlage gegen Schottland.

Seit 2016 ist Thierry Laurey der Chef an der Seitenlinie bei Racing Straßburg. Er übernahm den Posten, als der Verein gerade in die zweite Liga aufgestiegen war. Laurey schaffte direkt den Aufstieg in die Ligue 1, in der er den Club aktuell wieder etabliert. Und Laurey weiß wie es geht: Bereits mit seinem vorherigen Verein, Gazélec Ajaccio, gelang ihm ebenfalls der Durchmarsch von der dritten Liga ins Oberhaus, damals konnte er den direkten Wiederabstieg allerdings nicht verhindern.

Taktisch lässt Laurey häufig im 5-3-2 System agieren. Aus einer kompakten Abwehr um Kapitän Mitrovic heraus soll mit schnellen Vorstößen Sturmtank Ajorque in Szene gesetzt werden. Zuletzt bevorzugte Thierry Laurey in der Europa League in den Spielen gegen Lokomotive Plovdiv aber ein 5-4-1 mit Nuno Da Costa als einzigem Stürmer.