Flamengos Spielmacher Diego
Flamengos Spielmacher Diego Bild © Imago Images

Am späten Samstagabend steht für Eintracht Frankfurt das zweite Testspiel beim Florida Cup an. Was erwartet die Hessen gegen Flamengo Rio de Janeiro?

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Der Clube de Regatas do Flamengo (Ruderklub Flamengo) ist so etwas wie der FC Bayern München Brasiliens. Nicht weil Flamengo Rekordmeister ist oder die Verantwortlichen in Pressekonferenzen auf die Würde des Menschen verweisen, sondern weil der Klub als reichster Verein Brasiliens gilt und landesweit die meisten Anhänger hat. Bislang konnte Flamengo fünfmal brasilianischer Meister werden, eine goldene Ära erlebte der Klub in den Achtzigern, als das Team um den genialen Zico (auch genannt: „Der weiße Pele“) dreimal Meister wurde und 1981 sogar die Copa Libertadores und den Weltpokal gewinnen konnten.

Der Star des Teams

Auf der Zehn Flamengos zaubert niemand Geringeres als ein gewisser Diego, deutschen Fußballfans noch bestens in Erinnerung als Zaubermaus im Mittelfeld Werder Bremens. Insgesamt sechs Jahre kickte Diego in der Bundesliga, einmal traf er aus 63,8 Metern zum Tor des Jahres 2007, ein anderes Mal sah er nach einer Tätlichkeit gegen den knapp doppelt so großen damaligen Eintracht-Verteidiger Sotirios Kyrgiakos Rot. Nach Jahren der Wanderschaft und zahlreichen Titeln (u.a. Spanischer Meister und Europa-League-Sieger mit Atletico Madrid) ist Diego seit 2016 wieder in Brasilien und lenkt das Spiel Flamengos derart gut, dass er 2017 nach neun Jahren Pause sogar wieder für die Nationalmannschaft berufen wurde.

Der Trainer

Als aktiver Spieler war der heute 66-Jährige Abel Braga ein echter Weltenbummler mit Stationen bei den Las Vegas Quicksilvers und Paris St. Germain. Als Trainer beschränkt sich Braga hingegen, bis auf ein kurzes Intermezzo in Marseille, auf sein Heimatland. Seit 1985 ist er als Trainer aktiv, dabei kommt er auf stolze 27 Stationen, bei diversen Klubs – auch Flamengo, die er bereits 2004 coachte – war Braga gleich mehrfach angestellt. Braga ist also das, was man ein Kind der brasilianischen Serie A nennen könnte. Dabei ist der Mann aus Rio durchaus ein streitbarer Charakter, der in seiner Karriere gleich mehrfach wegen disziplinarischer Vergehen gesperrt wurde.

Fun Fact

Als der brasilianische Verband 1987 in finanzielle Schwierigkeiten geriet, hielten die 13 größeren Klubs kurzerhand eine eigene Meisterschaft ab. Der Verband erholte sich aber und konnte doch noch eine eigene Meisterschaft mit den übriggebliebenen schwächeren Teams auf die Beine stellen, was dazu führte, dass zwei Meisterschaften parallel stattfanden und es dementsprechend auch zwei Meister gab. Der offizielle Meister des Jahres 1987 ist Sporting Recife, die die Verbands-Meisterschaft gewannen. Der inoffizielle und von vielen als „wahrer“ Meister empfundene Klub aber ist Flamengo, das die Meisterschaft der 13 Großklubs gewinnen konnte, den Titel jedoch nicht im Briefkopf tragen darf.