Die Auslosung der Europa League
Der Pokal stand auch bei der Auslosung im Fokus. Bild © Imago Images

Tallinn oder Nis, Hauptsache Underdog. Zum Auftakt der Europa-League-Quali bekommt es Eintracht Frankfurt entweder mit einem Rekordmeister oder mit einem Europacup-Spezialisten zu tun.

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Eintracht-Fans mit Schal

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Das sind die Gegner der Eintracht in der Europa-League-Qualifikation

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Die Frankfurter Eintracht trifft in der zweiten Qualifikationsrunde zur Europa League entweder auf Radnicki Nis (Serbien) oder den FC Flora Tallinn (Estland). Beide Teams spielen in der ersten Qualifikationsrunde des Wettbewerbs erst noch gegeneinander. Die endgültige Entscheidung fällt am 18. Juli. Das sind die beiden potenziellen Gegner der Eintracht:

Radnicki Nis

Der Klub

Im serbischen Nis wird Fußball noch gearbeitet. Könnte man zumindest meinen, schließlich hat Radnicki Nis seine Wurzeln in der kommunistischen Bewegung und heißt übersetzt folgerichtig Arbeiterverein Nis. Entsprechend sieht auch die Erfolgsbilanz des Klubs nach hartem Brot aus. National konnte Radnicki zwar die überwiegende Mehrheit seiner Existenz in der ersten Liga verbringen, ein Titel sprang dabei aber nicht heraus.

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In der vergangenen Saison spielte Nis in der Europa-League-Qualifikation gegen Maccabi Tel Aviv. Bild © Imago Images

Wer nun aber denkt, Radnicki wäre auf internationaler Ebene ebenfalls eher graumäusig unterwegs, der irrt. So schaffte es der Klub 1982 gar ins Uefa-Cup-Halbfinale, wo man nach Siegen gegen SSC Neapel, Grashoppers Zürich, Feyenoord Rotterdam und Dundee United letztlich am Hamburger SV scheiterte. Zwischen 1962 und 1985 schaffte der Klub gar das Kunststück, 22 Mal auf internationaler Bühne zu spielen und dabei kein einziges Heimspiel gegen eine ausländische Mannschaft zu verlieren. Nis so schlecht, wie der Serbe so schön sagt.

Das Stadion

Radnicki spielt im 18.151 Zuschauer fassenden Stadion Cair, das Teil eines ganzen Sportzentrums mit weiteren Fußballfeldern, einer Halle und einem Schwimmbad ist. Das Stadion wurde 2012 renoviert, dummerweise verkalkulierte man sich, weswegen die ursprünglich geplante Westtribüne sowie die Stadionüberdachung noch ausstehen. Man kann eben nicht alles haben.  

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Das Stadion Cair ist noch nicht ganz fertig - noch fehlt die Überdachung und die Westtribüne. Bild © Imago Images

Der Star

Herausragender Spieler der vergangenen Saison war der 29 Jahre alte Stürmer Nermin Haskic, der Radnicki mit 24 Toren und elf Assists in 34 Spielen überraschend auf Platz zwei der Tabelle schoss. Am Ende fehlen dennoch zwölf Punkte auf Meister Roter Stern Belgrad. Ärgerlich aus Sicht des Clubs: Zwei weitere Leistungsträger werden gegen die Eintracht nicht mehr mittun können. Innenverteidiger Radovan Pankov, einst U20-Weltmeister an der Seite von Mijat Gacinovic, wechselt zu Roter Stern, Linksaußen Lazar Randjelovic geht zurück zu Olympiakos Piräus, von wo der U21-Nationalspieler ausgeliehen war.

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Stürmer Nermin Haskic war in dieser Saison der Erfolgsgarant des Teams Bild © Imago Images

FC Flora Tallinn

Geschichte

Der FC Flora Tallinn ist zugleich Bayern München und Dino der estnischen Liga. Als Gründungsmitglied seit 1990 ununterbrochen erstklassig, kann das Team auf elf Meisterschaften verweisen und hat in den 28 Jahren der Liga-Existenz nie schlechter als auf Rang vier abgeschlossen. 2005 konnte die Meisterschaft sogar ohne eine einzige Niederlage gewonnen werden.

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Die estnische Liga dominiert Tallinn, auf europäischem Parkett sieht das anders aus. Bild © Imago Images

Auf internationalem Parkett präsentiert sich der Club allerdings wesentlich weniger Bayern-München-like. Seit 1994 war Flora mit Ausnahme von 2014 jedes Jahr in diversen Qualifikationsrunden zu Uefa-Cup beziehungsweise Europa League vertreten, nicht ein einziges Mal konnte der Club seine jeweils erste Runde überstehen. Die Gesamtbilanz: 23:100 Tore. Autsch.

Das Stadion

Flora Tallinn trägt seine Heimspiele in der A. Le Coq Arena aus, benannt nach dem Sponsor, einer estnischen Brauerei. Bei Uefa-Wettbewerben wird es allerdings in Lilleküla-Stadion umbenannt, was der Name des Stadtbezirkes ist und übersetzt Blumendorf heißt. Das Stadion liegt im Zentrum Tallinns und fasst 15.000 Zuschauer. Damit ist es das größte Stadion des Landes.

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Die A. Le Coq Arena in Tallinn - hier bei einem Länderspiel. Bild © Imago Images

Der Star

Shootingstar der Esten ist Nachwuchsstürmer Erik Sorga, der in der aktuellen Saison – in Estland wird mit dem Kalenderjahr gespielt – einen Durchbruch nach Maß feierte: Nach 16 Spielen hat der 19-jährige bereits 16 Mal genetzt. Man braucht kein Mathematiker sein, um das als sehr gute Torquote zu erkennen. Schöner Nebeneffekt: Die guten Leistungen haben Sorga direkt in die Nationalelf Estlands gespült. Nicht so schön: Bei seiner ersten Reise mit der Nationalelf durfte er zwar 29. Minuten gegen Nordirland spielen, musste dann aber ein 0:8 seiner Kollegen gegen Deutschland von der Bank aus verfolgen. Aber keine Sorga, der Mann ist ja noch jung.

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Erik Sorga Bild © Imago Images

Sendung: hr1, 19.06.19, 15 Uhr