Adi Hütter

Der Anfang ist gemacht: Beim Testspiel gegen die AS Monaco liefert Eintracht Frankfurt einen größtenteils ordentlichen Auftritt ab. Für die nächste Aufgabe beim FC Basel benötigen die Hessen allerdings ein mittelgroßes Fußballwunder.

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Goncalo Paciencia trifft gegen Monaco zum 1:0.
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Den entscheidenden Satz sagte Adi Hütter kurz nach dem Abpfiff. "Für das Basel-Spiel kann man aus diesem Test nicht so viel ableiten." Der Trainer von Eintracht Frankfurt hatte in den vorangegangenen 90 Minuten ein, da waren sich alle Akteure einig, ordentliches Testspiel seiner Mannschaft gegen AS Monaco gesehen.

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Ein Testspiel, in dem die Hessen am Samstagabend nach einer Vorlaufzeit von nur drei Trainingstagen durch Gonçalo Paciência in Führung gegangen waren (58. Minute), das nach einem Fehler von Evan N'Dicka und dem Ausgleich durch Anthony Musaba (85.) aber doch noch 1:1 endete. Ein Spiel, das in dieser coronabedingt sehr speziellen Sommervorbereitung 2020 der einzige Härtetest vor der ersten Pflichtaufgabe der neuen und zugleich auch alten Saison war.

Eintracht am Donnerstag in Basel

Hütter und sein Trainerteam sehen sich rund um den Monaco-Kick einer Mammutaufgabe gegenübergestellt. In einem Zeitraum, dessen Tage sich an zwei Händen abzählen lassen, müssen Mannschaft und Staff einen Masterplan für das Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League beim FC Basel (Donnerstag, 21 Uhr) finden. "Wir werden nun vor allem die nächsten Tage nutzen, um uns noch mal intensiv auf Basel vorzubereiten", kündigte Hütter daher am Samstag an.

Das bedeutet: Sonntag, Montag und Dienstag stehen die Trainingstage Nummer vier bis sechs an, ehe sich der Eintracht-Tross am Mittwoch auf den Weg in die Schweiz macht. "Dann werden wir Donnerstagabend versuchen, das Unmögliche möglich zu machen", sagte Hütter. Konkret besteht die Mission Impossible darin, das 0:3 aus dem damals überraschend schwachen Hinspielauftritt unmittelbar vor der Corona-Pause aufzuholen. Es ist eine Ausgangslage der Marke: Wir haben keine Chance, also nutzen wir sie.

Paciência: "Wir werden in Basel eine Chance haben"

Rein ergebnistechnisch ist die Wahrscheinlichkeit freilich verschwindend gering, doch ein Aspekt dürfte den Frankfurter Fans Hoffnungen machen: Während der Club aus der Schweizer Super League seit Mitte Juni einem eng getakteten Spielplan hinterherhechelt – der FCB wird erst am Montagabend das letzte Saisonspiel gegen Luzern absolvieren – konnten die Profis der Eintracht ihre Akkus in Beinen und Köpfen zuletzt knapp einen Monat lang aufladen.

"Wir haben während der Pause individuell extra so gearbeitet, dass wir auf Basel gut vorbereitet sind", sagte beispielsweise Allrounder Timothy Chandler. "Deshalb bin ich optimistisch." Gleiches gilt für Sebastian Rode ("Ich fühle mich absolut fit und daher auch gut für Donnerstag vorbereitet") sowie Geburtstags-Torschütze Paciência ("Wir werden in Basel eine Chance haben"). Auch Monacos Trainer Niko Kovac, der die Adlerträger 2018 zum DFB-Pokal-Triumph geführt hatte, wittert eine Chance. "Man hat gemerkt, dass die Eintracht eingespielt ist und schon einige Jahre unter Adi Automatismen entwickelt hat. Auch mit Blick auf das Spiel in Basel sehe ich sie gut aufgestellt", sagte Kovac am Samstag.

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Niko Kovac
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Hütter selbst war da bereits in der Analyse seiner Erkenntnisse. Vor allem in den zweiten 45 Minuten der Partie gegen die AS habe der 50 Jahre alte Österreicher "fußballerisch richtig gute" Lösungen gesehen, "da haben wir gut von hinten raus gespielt, sind ruhig am Ball geblieben und haben zugleich gut attackiert, sodass wir einige wichtige Balleroberungen hatten". Und das ist längst nicht alles.

Insbesondere die "jungen Spieler", die Neuzugänge beziehungsweise ja eher die Rückkehrer, haben in den Augen ihres Trainers einen guten Job gemacht. "Aymen Barkok hatte den einen oder anderen Ballverlust, da hat ihm noch die Spannung gefehlt. Aber man hat trotzdem gesehen, dass er mutig ist und gerne Dinge versucht", sagte Hütter.

Adi Hütter: Sonderlob für Barkok, Ache, Tuta

"Ragnar Ache hat im zweiten Abschnitt ein gutes Stürmerpaar mit Gonçalo gebildet. Er war viel unterwegs, hat die Gegner gut angelaufen. Selbiges gilt für Tuta: Er hatte einmal einen Stellungsfehler drin, war ansonsten aber sehr resolut im Zweikampf sowie bissig und aggressiv gegen den Mann." Klingt fast so, als könnte Eintracht Frankfurt aus diesem Testkick gegen Monaco doch ein paar Dinge für die Mission Impossible beim FC Basel ableiten.