Sébastien Haller von Eintracht Frankfurt gegen Javi Martinez und Franck Ribéry vom FC Bayern München.
Sébastien Haller könnte gegen die Bayern in die Startelf zurückkehren. Bild © Imago Images

Vorhang auf für das Alles-oder-Nichts-Spiel: Die Frankfurter Eintracht muss bei Bayern München einen Punkt holen, um auch in der kommenden Saison im Europapokal zu spielen. Und nebenbei können sie dem Rekordmeister im Titelkampf in die Suppe spucken.

Videobeitrag

Video

zum Video Die Eintracht-Pressekonferenz vor dem Spiel bei den Bayern - Teil I

Ende des Videobeitrags

Die Ausgangslage

Kurz und knapp: Es geht um alles. Und das für beide Teams. Die Eintracht kann – je nachdem, wie es auf den anderen Plätzen läuft – noch in die Champions League einziehen, die Europa League klarmachen oder sogar auf Tabellenplatz acht abrutschen. Eine Bandbreite, die Raum für maximale Emotionen lässt: vom absoluten Hochgefühl bis zur bitteren Enttäuschung. Und ganz nebenbei können die Hessen den Münchern im Kampf um den Titel in die Suppe spucken.

Denn bei den Münchnern steht mindestens genauso viel auf dem Spiel. Alles andere als der 29. Meistertitel würde beim ruhmreichen FC Bayern eine verkorkste Saison bedeuten. Konkurrent Borussia Dortmund befindet sich nur zwei Punkte hinter dem Rekordmeister. Ein Sieg der Eintracht, dazu ein Sieg des BVB in Gladbach – weg ist die Schale. Was beiden wohl passen würde, wäre ein Remis. Dann wäre die Eintracht sicher in Europa und die Bayern definitiv Meister. "Wenn es zehn Minuten vor Schluss unentschieden steht, weiß ich nicht, was passieren wird", erklärte Eintracht-Coach Adi Hütter bereits. Bayern-Coach Niko Kovac betonte jedoch: "Wir werden 90 Minuten auf Sieg spielen."

Videobeitrag

Video

zum Video Berthold: "Glaube, dass Eintracht bei den Bayern bestehen kann"

Ende des Videobeitrags

Das Personal

Seit längerer Zeit kann Hütter mal wieder aus dem Vollen schöpfen – zumindest fast. Mittelfeld-Renner Sebastian Rode fällt nach seiner schweren Knie-Verletzung auf unbestimmte Zeit aus. Ansonsten sind alle Mann an Bord, was auch bedeutet, dass Hütter ein – wahrscheinlich – letztes Mal sein Tor-Trio im Sturm einsetzen könnte. Sébastien Haller drängt nach seiner Bauchmuskelverletzung zurück in die Startelf und könnte an der Seite von Ante Rebic und Luka Jovic, dessen Abgang im Sommer zu Real Madrid immer wahrscheinlicher wird, von Beginn an auflaufen.

So könnte die Eintracht spielen:

Die mögliche Aufstellung der Eintracht in München.
Bild © hessenschau.de

Bei den Bayern sieht es personell ähnlich gut aus. Lediglich Nationalkeeper Manuel Neuer fehlt weiterhin verletzt. Mit dabei sein werden auch die Alt-Stars Arjen Robben und Franck Ribéry, deren Verträge in München nach der Saison auslaufen.

So könnten die Bayern spielen: Ulreich - Kimmich, Süle, Hummels, Alaba - Thiago - Müller, Goretzka - Robben, Lewandowski, Ribéry

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: "Wir müssen über unsere Grenzen gehen. Ich bin mir sicher, dass wir das schaffen können. Wir brauchen diesen einen Punkt, entsprechend mutig werden wir auftreten. Es werden beide Mannschaften versuchen, nach vorne zu spielen. Wenn es aber zehn Minuten vor Schluss unentschieden steht, weiß ich nicht, was passieren wird."

Videobeitrag

Video

zum Video Die Eintracht-Pressekonferenz vor dem Spiel bei den Bayern - Teil II

Ende des Videobeitrags

Niko Kovac: "Wir haben im Winter gehofft, dass wir die Chance noch bekommen, am letzten Spieltag Meister zu werden. Jetzt haben wir sie und wollen sie nutzen. Wir werden 90 Minuten auf Sieg spielen. Das geben wir klipp und klar vor. Die Eintracht rechnet sich selbst noch etwas aus, hat aber auch noch Druck von hinten."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Im Endeffekt ist die Partie in München ja ein Endspiel. Um Europa, um die Meisterschaft, um die Krönung einer Saison. Dass es in diesem Endspiel gegen die Bayern geht, klingt den Frankfurtern dann doch arg vertraut. Vor einem knappen Jahr gelang den Adlerträgern beim DFB-Pokalfinale der ganz große Wurf. Und ein Stern ging beim 3:1-Erfolg der Eintracht richtig auf: der von Ante Rebic. Der Kroate drehte gegen die Münchner komplett auf und erzielte zwei Treffer.

Diesen Rebic und diesen Endspiel-Modus benötigen die Hessen nun erneut, soll der Traum vom europäischen Geschäft in der kommenden Saison am Leben bleiben. Nicht ganz so gute Erinnnerungen an den Sommer-Abend in Berlin dürfte hingegen die Münchner Abwehrreihe haben, die Rebic mehr als einmal auseinanderwirbelte. Sven Ulreich, Joshua Kimmich, Mats Hummels, Niklas Süle und David Alaba werden wohl auch dieses Mal von Beginn an auflaufen. Mal sehen, wer am Samstagnachmittag das Duell gewinnt - die Eintracht-Offensive um Rebic oder die Bayern-Hintermannschaft.

Videobeitrag

Video

zum Video Berthold: "Die Bayern mögen nicht, wenn man ihnen auf die Füße tritt"

Ende des Videobeitrags

Die Statistik des Spiels

Würde der FC Bayern gegen die Eintracht tatsächlich noch die Meisterschaft verlieren, hätten die Frankfurter Historisches geschafft. Denn noch nie verspielte ein Tabellenführer daheim in der allerletzten Partie noch den Titel. Einen Wechsel an der Tabellenspitze am letzten Spieltag gab es freilich bereits in der Bundesliga. Aber auch das nur fünf Mal. Bei der letzten Last-Minute-Wendung in der Bundesliga-Historie profitierten die Münchner davon. Die Stichwörter dazu: Unterhaching, Leverkusen, 2000. Aber vielleicht heißen die Stichwörter beim nächsten Drama ab Samstag, 17.25 Uhr, ja : Frankfurt, München, 2019.

Videobeitrag

Video

zum Video Drama um die Diva - die Eintracht und der 34. Bundesliga-Spieltag

Ende des Videobeitrags

Sendung: hr-iNFO, Nachrichten, 18.05.2019, 8.00 Uhr