Danny da Costa von Eintracht Frankfurt
Dauerläufer Danny da Costa muss gegen die Hertha an die Kraftreserven. Bild © Imago Images

Im Rennen um die Champions League ist für Eintracht Frankfurt ein Sieg gegen Hertha BSC Pflicht. Aus dem Krankenlager gibt es gute und schlechte Nachrichten, Mut macht vor allem die Berliner Krise.

Nach zwei schwächeren Bundesliga-Spielen und nur einem Punkt gegen Augsburg und Wolfsburg empfängt Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr) Hertha BSC zum vorletzten Heimspiel. Für die Hessen geht es um die Königsklasse, für die Gäste um einen versöhnlichen Saisonabschluss. Mit etwas Rechnerei könnte schon jetzt die Europa-League-Qualifikation eingetütet werden.

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Luka Jovic im Zweikampf mit Valentino Lazaro

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Rechnen und Hoffen

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Die Ausgangslage

Während die Eintracht auf der Felge in Richtung Saisonendspurt schlittert, geht die Alte Dame aus Berlin am Stock durchs Niemandsland der Bundesliga. Beiden Teams fehlt die Frische, die Ausgangslagen könnten dennoch unterschiedlicher nicht sein: Frankfurt hat aus den vergangenen beiden Spielen zwar nur einen Punkt geholt, als Vierter sind die Chancen auf die Champions League aber immer noch da. Für die Hertha als Tabellenelfter geht es hingegen höchstens noch um die berühmte Goldene Ananas. Der Druck liegt klar bei der Eintracht.

Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter (53 Punkte) hat es weiterhin in der eigenen Hand, die bislang grandios verlaufende Saison mit der Teilnahme an der Königsklasse zu krönen. Sollte es schlecht laufen, ist aber auch ein komplettes Abrutschen aus den europäischen Rängen noch drin. Neben Leverkusen (51), die bereits am Freitag in Augsburg gewannen, lauern Gladbach (51) und Hoffenheim (50), auch Bremen (46) und Wolfsburg (46) sind noch im Rennen.

Wichtiger Nebenaspekt: Dank der DFB-Pokalfinalpaarung RB Leipzig gegen Bayern München würde bereits der siebte Platz zur Qualifikation für die Europa League reichen. Diesen könnte die Eintracht mit einem Heimsieg und gleichzeitigen Ausrutschern von Werder und Wolfsburg schon am Samstag perfekt machen.

Das Personal

Bei der Eintracht dreht sich weiter alles um die zwickenden Bauchmuskeln von Sébastien Haller. Der Franzose wird im Frankfurter Angriff schmerzlich vermisst und weiterhin fehlen. Selbst ein frühzeitiges Saisonaus scheint nicht ausgeschlossen. Etwas Entspannung gibt es aber zumindest in der Defensive: Martin Hinteregger hat seine Oberschenkel-Probleme auskuriert und dürfte zurück in die Startelf rücken. Im Sturm könnte der überspielt wirkende Luka Jovic eine Pause erhalten.

Die mögliche Eintracht-Aufstellung gegen Hertha BSC
Bild © hessenschau.de

Personalsorgen gibt es auch in der Hauptstadt: Für Innenverteidiger Niklas Stark (Knöchel) und Youngster Arne Maier (Innenband) ist die Spielzeit bereits beendet. Marko Grujic, im Hinspiel noch Torschütze des entscheidenden Treffers, fehlt gelbgesperrt. Dafür hat Kapitän Vedad Ibisevic seine Rotsperre abgesessen und ist wieder eine Option.

So könnte die Hertha spielen: Jarstein – Lazaro, Klünter, Rekik, Mittelstädt – Lustenberger, Skjelbred – Kalou, Duda, Dilrosun - Selke

Das sagen die Trainer

Adi Hütter (Eintracht Frankfurt): Die Berliner können befreit aufspielen, das macht sie gefährlich. Sie werden sicherlich versuchen, wieder offensiver zu spielen, weil sie in den letzten vier Spielen dreimal auch kein Tor erzielt haben. Es ist trotz allem noch eine gute Mannschaft. Wir sind gewarnt.

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Adi Hütter

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Wir sind gewarnt"

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Pal Dardai (Hertha BSC): Die Eintracht steht auf einem Champions-League-Platz und spielt eine außergewöhnliche Saison. Gerade zu Hause in Frankfurt mit ihren Fans im Rücken sind sie sehr stark. Uns fehlt aktuell das Selbstvertrauen. Wir brauchen ein Tor, einen Dosenöffner. Wir müssen mit Mut auftreten.

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Unglaublich, aber wahr: Das Frankfurter Dreigestirn Haller-Jovic-Rebic ist gegen die Hertha noch komplett torlos. Bei Haller wird das erst einmal definitiv so bleiben, Rebic und Jovic könnten und sollten an der Verbesserung dieser Quote arbeiten. Spannend wird die Frage, wie Hütter dieses Mal in der Offensive aufstellt. Erneut mit drei Stürmern wie gegen Augsburg oder wie in Wolfsburg "nur" mit einer Doppelspitze? Unser Tipp: Jovic bleibt draußen, Paciencia und Rebic spielen vorne drin.

Und bei der Hertha? Das Prunkstück der Berliner ist die Offensive. Ibisevic dürfte nach drei Spielen auf der Büßerbank ebenso heiß auf Tore sein wie Frankfurt-Schreck Davie Selke oder Ondrej Duda. Auch Salomon Kalou gehört sicher zu den gefährlicheren Spielern in der Bundesliga.

Die Statistik des Spiels

Das große ABER kommt jetzt: Die Hertha ist das formschwächste Team der Liga. In den vergangenen sechs Spielen holte das Team des scheidenden Trainers Pal Dardai lediglich einen Punkt gegen Schlusslicht Hannover und erzielte dabei gleich dreimal kein Tor. Spätestens seit der Abschiedsankündigung von Dardai ist die Berliner Luft raus, die Hertha sehnt das Saisonende herbei. So eine Ausgangslage ohne jeglichen Druck kann gefährlich sein. Muss aber nicht. So oder so: Wenn die Eintracht in die Champions League will, kann und darf die Hertha nicht zur Stolperfalle werden. Ein Heimsieg ist Pflicht.