Sebastian Rode von Eintracht Frankfurt gegen Union Berlin

Eintracht Frankfurt empfängt mit Union Berlin das wohl abgezockteste Team der Liga und muss sich auf viele harte Zweikämpfe einrichten. Personell gibt es keine Probleme, der Sturm der Eisernen könnte aber zu einem werden.

Eintracht Frankfurt trifft am Sonntag (15.30 Uhr) vor heimischer Kulisse auf den 1. FC Union Berlin. Gegen die Köpenicker soll endlich der erste Heimsieg her.

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Glasner PK
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Ausgangslage

Richtig ausgelassen ist die Stimmung bei Eintracht Frankfurt trotz fünf ungeschlagenen Spielen in Folge weiterhin nicht. Vier Last-Minute-Tore in den vergangenen fünf Spielen zeugen zwar von intakter Mentalität und guter Fitness, fußballerisch ist das Team von Trainer Oliver Glasner aber weiter zu wankelmütig. Auf eine sehr ordentliche erste Hälfte folgten unter der Woche gegen Antwerpen eine sehr maue zweite Hälfte und letztlich die Frage: Wie gut oder schlecht ist diese Eintracht wirklich?

Eine Antwort könnte das Duell mit Union Berlin liefern. Die Hauptstädter sind das, was man gerne als "abgezockt" und "eklig" bezeichnet. Die Mannschaft des Schweizer Trainers Urs Fischer setzt auf eine kompakte Defensive und Körperlichkeit, in der Offensive stehen mit Max Kruse und Taiwo Awoniyi zwei Stürmer mit besonderen Qualitäten. Klar ist: Das Duell mit den Eisernen wird für die Eintracht zu einer echten Standortbestimmung. Sollte der erste Heimsieg gelingen, wäre das ein Statement. Eine Niederlage wäre aber keine Überraschung.


Person
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Obwohl die Spieler der Eintracht nur drei Tage nach dem kräfteraubenden Spiel in der Europa League gegen Antwerpen laut Coach Glasner "ein bisschen müde" sind, wird es mangels Alternativen wohl keine großangelegte Rotation geben. Martin Hinteregger, der wieder fit ist, könnte Oldie Makoto Hasebe in der Abwehrzentrale ersetzen und für mehr Härte sorgen. Möglich ist auch, dass Jens Petter Hauge für Jesper Lindström ins Team rückt. Für Christopher Lenz kommt das Duell mit seinen Ex-Kollegen noch zu früh.

Die mögliche Aufstellung der Eintracht gegen Union Berlin

Die Berliner, die ebenfalls unter der Woche international im Einsatz waren, kommen ohne personelle Probleme nach Frankfurt. Große Überraschungen in der Startelf sind nicht zu erwarten.

So könnte Union spielen: Luthe – Baumgartl, Knoche, Friedrich – Khedira – Trimmel, Prömel, Haraguchi, Gießelmann – Kruse, Awoniyi

Das sagen die Trainer

Oliver Glasner: "Ich erwarte ein intensives und zweikampfbetontes Spiel, das uns viel abverlangen wird. Ich wünsche mir, dass wir das Spiel 90 Minuten im Griff haben. Aber Union wird da etwas dagegen haben. Union ist physisch das stärkste Team der Liga. Wir wollen schleunigst in der Bundesliga zu Hause gewinnen, am besten am Sonntag gegen Union."

Urs Fischer: "Für mich wirkt Frankfurt sehr kompakt und auch aggressiv in Zone 2. Ihr Umschaltspiel gefällt mir, außerdem haben sie schnelle Einzelspieler wie Filip Kostic, auf die wir sehr gut aufpassen müssen. Die Eintracht ist seit ein paar Wochen gut unterwegs, das wird eine sehr schwierige Aufgabe."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Bei der Eintracht kommt es gegen Union vor allem auf ein funktionierendes Mannschaftsgefüge an. Wie Trainer Glasner auf der Pressekonferenz betonte, geht es in der Offensive nicht um einzelne Spieler, sondern um das richtige Besetzen der gefährlichen Räume. In der Defensive und beim Umschalten ist höchste Konzentration gefragt. Einen Star oder Schlüsselspieler gibt es aktuell nicht. Dass die Eintracht einen Kostic in Topform braucht, ist sowieso klar.

Bei Union richtet sich das Hauptaugenmerk auf die Offensive. Das Duo Awoniyi/Kruse vereint Geschwindigkeit und Cleverness und kann mit dieser gefährlichen Kombination wohl jede Defensive der Bundesliga vor Probleme stellen. Die Eisernen haben das, was die Eintracht gerne hätte: torgefährliche Mittelstürmer.

Die Statistik des Spiels

Ein Blick auf die Zahlen unterstreicht gleich zwei Dinge: Die Eintracht tut wirklich alles, um zu gewinnen. Union ist aber einfach abgezockter. Beweise gefällig? Die Hessen führen die mit Abstand meisten Zweikämpfe der Liga (2.692), verlieren mit einer Quote von 46,3 aber auch die meisten. Hinzu kommen die zweitmeisten Sprints, die bislang aber nur zu einem Konter-Tor führten. Im Vergleich dazu die Gäste aus Berlin: Union, nebenbei das älteste Team der Liga, führt die wenigsten Zweikämpfe und zog die wenigsten schnellen Läufe an. Vier Konter-Tore und Platz fünf sind aber ein Beleg für Effizienz.

Eine gute Nachricht gibt es zudem für alle Fans von ein wenig Spektakel. Das Duell zwischen der Eintracht und Union war in der vergangenen Saison das torreichste der ganzen Liga. In den beiden Aufeinandertreffen fielen insgesamt 13 Tore, eine Frankfurter Niederlage gab es nicht.

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