Kai Havertz im Spiel gegen Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt startet gegen Bayer Leverkusen in entscheidende Wochen und sollte dank zweier Spezial-Disziplinen gute Chancen auf Zählbares haben. Ein Verschmähter und ein Top-Talent könnten aber zum Problem werden.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht startet in turbulenten Herbst

Eintracht-Trainer Adi Hütter hat eine Vorliebe für Offensiv-Fußball.
Ende des Audiobeitrags

Eintracht Frankfurt beendet die Länderspielpause am Freitagabend (20.30 Uhr) mit dem Flutlicht-Heimspiel gegen Bayer Leverkusen. Das Duell mit der Werkself könnte richtungsweisend für die kommenden Topspiel-Wochen werden.

Die Ausgangslage

Nach sieben absolvierten Spieltagen schwankt die Gefühlslage bei Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen zwischen Zufriedenheit und Ärger über verpasste Möglichkeiten. Die Rheinländer sind Siebter, haben aber nur zwei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Gladbach und könnten mit einem Sieg vorrübergehend die Tabellenführung übernehmen. Die Hessen sind Neunter und damit – gemessen an den ausgegeben Zielen – voll im Soll. Der Saisonstart lief für beide Teams zufriedenstellend, mit etwas mehr Glück und besserer Form wäre aber durchaus mehr drin gewesen.

Das direkte Aufeinandertreffen könnte nun vor allem für die Eintracht zum Schlüsselspiel werden. Das Team von Trainer Adi Hütter hat bis Ende November noch neun Pflichtspiele auf dem Programm, in der Bundesliga geht es dabei ausschließlich gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel. Auf die Eintracht wartet ein heißer Herbst, ein guter Start wäre enorm wichtig.

Das Personal

Die Eintracht muss gegen die Werkself womöglich ohne Spielmacher und Ideengeber Daichi Kamada auskommen. Der Japaner kehrte erst einen Tag vor dem Spiel von der Länderspielreise zurück und ist nicht in Vollbesitz seiner Kräfte, wie Trainer Hütter auf der Pressekonferenz bestätigte. Definitiv nicht dabei ist zudem Jonathan de Guzman, Kapitän David Abraham hat noch Nachholbedarf. Wie erst am Freitag bekannt wurde, wird auch Stürmer André Silva wegen einer Fußverletzung nicht auflaufen können.

So könnte die Eintracht spielen:

Aufstellung Eintracht Leverkusen

Bayer Leverkusen muss auf Mittelfeldmotor Charles Aranguiz und Linksverteidiger Daley Sinkgraven verzichten. Sonst hat Trainer Peter Bosz alle Spieler an Bord.

So könnte Leverkusen spielen:

Hradecky - Tah, S. Bender, Wendell - Baumgartlinger, Demirbay - L. Bender, Havertz, Amiri, Volland - Alario

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: Das Programm in den kommenden Wochen wird mit sieben Spielen in 24 Tagen straff. Es stehen schwierige Auswärts- und intensive Heimspiele in drei verschiedenen Wettbewerben an.  Das 1:6 aus der Vorsaison war eine der bittersten Klatschen überhaupt, das war sehr, sehr unangenehm. Morgen ist ein anderes Spiel, aber Leverkusen vor allem nach vorne auch in dieser Spielzeit sehr gefährlich. Kai Havertz ist einer der besten Spieler in Deutschland, ihn kann man nicht neutralisierren.

Peter Bosz: Gegen die Eintracht braucht man immer viel Energie, sie sind sehr gradlinig nach vorne und sehr aggressiv. Wir wollen morgen so gut es geht wieder unseren eigenen Stil zeigen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen – auch gegen die Eintracht. Und wenn wir dann Erster sein sollten, ist das ein schöner Moment, aber nicht mehr.

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Aus emotionaler Sicht hat das Spiel gleich mehrere Geschichten parat. Die beiden früheren Leverkusener Dominik Kohr und Danny da Costa treffen genauso auf ihren Ex-Verein wie Lukas Hradecky auf der anderen Seite. Im Frankfurter Tor steht mit Frederik Rönnow zudem der ehemals designierte Nachfolger Hradeckys. Beide Keeper verbinden eine gemeinsame Vergangenheit, gegenseitige Sympathien und Anpassungsprobleme im neuen Umfeld.

Aus sportlicher Sicht sollte vor allem die Bayer-Offensive im Fokus stehen. Die von Trainer Peter Bosz naturgemäß mit allen Freiheiten ausgestatteten Kai Havertz, Kerem Demirbay oder Nadiem Amiri gehören an guten Tagen zum Kreativsten, was die Bundesliga zu bieten hat. Hinzu kommt mit Stürmer Kevin Volland der beste deutsche Scorer des aktuellen Kalenderjahres. Warum der 27-Jährige trotz 26 Torbeteiligungen in 23 Bundesliga-Partien keine Chance in der DFB-Elf erhält, weiß wohl nur Jogi Löw. Klar ist: Die Eintracht-Defensive muss sich auf Arbeit einstellen.

Die Statistik des Spiels

Für Frankfurter Fans mit einem Faible für Zahlenspiele gibt es gleich zwei gute Nachrichten. Die erste: Die Eintracht ist das zweitstärkste Heimteam der aktuellen Saison und bislang vor den eigenen Fans noch ungeschlagen. Die zweite: Die Eintracht hat keines der vergangenen neun Freitagsspiele verloren. In besonders guter Erinnerung: Das vorerst letzte Flutlichtspiel an einem Freitag war das legendäre 7:1 gegen Fortuna Düsseldorf. Torschützen damals: Fünfmal Luka Jovic, zweimal Sébastien Haller. Das waren noch Zeiten.