Djibril Sow (rechts) von Eintracht Frankfurt im Hinspiel bei Union Berlin

Eintracht Frankfurt kann seine Ausgangsposition in Sachen Europapokal gegen Union Berlin deutlich verbessern. Beide Trainer plagen allerdings personelle Sorgen. Das Wichtigste zum Spiel.

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zum Video Pressekonferenz: Eintracht Frankfurt vor dem Spiel gegen Union Berlin

Adi Hütter
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Besuch aus der Hauptstadt: Eintracht Frankfurt bekommt es in der Bundesliga am 26. Spieltag am Samstag (15.30 Uhr) in der heimischen Arena mit Union Berlin zu tun.

Die Ausgangslage

Wenn es im Saisonendspurt um etwas geht, hat man der Phrase nach ja nur noch Endspiele. Bei der Partie von Eintracht Frankfurt gegen Union Berlin könnte es sich aber durchaus um eben so ein Endspiel handeln. Wenn auch nicht um das Traumziel Champions League und wahrscheinlich auch nicht um die Europa League, wohl aber um die neuartige Europacup-Grabbeltisch-Variante Conference League.

Denn mit einem Sieg könnten die Hessen die siebtplatzierten Berliner um neun Punkte distanzieren – schwer vorstellbar, dass die Eintracht sich ein solches Punktepolster auf den ersten Nicht-Europacup-Platz noch nehmen ließe. Wobei man nicht verschweigen sollte, dass man in Frankfurt ja gern mal im Saisonendspurt den Faden verliert. Dennoch: Im Falle eines Sieges können die ersten Reiseführer nach Albanien, Nordmazedonien oder Andorra wohl gekauft werden.

Das Personal

Die Eintracht geht angeknockt in die Partie. Amin Younes und Tuta fehlen gelbgesperrt, in der Abwehr muss Trainer Adi Hütter zudem eventuell auf Martin Hinteregger verzichten, der mit einer Oberschenkelzerrung bereits in Leipzig ausfiel. Auch Daichi Kamada war zuletzt mit Rückenproblemen angeschlagen, dürfte aber rechtzeitig fit werden.

Ein pickepackevolles Lazarett hat auch Hütters Gegenüber Urs Fischer zu beklagen. So fehlen der Bald-Frankfurter Christopher Lenz (muskuläre Probleme), Nico Gießelmann mit - aua! - Schulterbruch sowie die Stürmer Taiwo Awoniyi (Muskelbündelriss), Sheraldo Becker (Knöchel-OP) und Anthony Ujah (Knie-OP).

So könnte die Eintracht spielen:

Aufstellung Eintracht Union

So könnte Union spielen: Luthe - Friedrich, Knoche, Schlotterbeck - Trimmel, Andrich, Ryerson - Prömel, Endo - Musa, Kruse

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: "Union spielt eine sehr gute Saison. Wir kriegen es mit einem unangenehmen Gegner zu tun, der taktisch sehr diszipliniert spielt. Wir dürfen auch nicht unterschätzen, dass Union die laufstärkste Mannschaft der Bundesliga und vor allem bei Standards sehr gefährlich ist."

Urs Fischer: "Eintracht Frankfurt spielt eine tolle Saison, sie stehen vollkommen zurecht da oben. Sie haben eine gute Vorwärtsbewegung, gute Individualisten, sie haben Tempo, sie haben Erfahrung – insgesamt eine tolle Aufgabe für uns."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Bei der Eintracht wird es einerseits drauf ankommen, ob Stefan Ilsanker erneut eine Top-Leistung als Hinteregger- bzw. Tuta-Ersatz auspacken kann. Vor allem aber wird die Frage sein, ob Hütter mit einer Doppelspitze André Silva / Luka Jovic auf den Ausfall von Younes reagiert – und ob diese dann funktioniert. "Er kann hinten heraus genau der Spieler sein, der uns die Spiele gewinnt", sagte Hütter zuletzt über Jovic. Gegen Union Berlin wäre ein willkommener Anlass, damit zu beginnen.

Bei Union Berlin dreht sich alles, na klar, um Stürmerstar Max Kruse. Der Mann vergisst zwar gerne mal 70.000 Euro im Taxi oder sorgt für sonstige Skandälchen, ist auf dem Platz aber eine Klasse für sich. So hat Kruse in dieser Saison zwar verletzt fast die Hälfte der Spiele verpasst, in seinen 13 Partien aber dennoch acht Tore und fünf Assists gesammelt. Wie heißt es in Hessen so schön: Uffbasse!

Die Statistik des Spiels

Tooooooooooooor! Oder so. Zumindest hat die Eintracht einen ziemlichen Lauf, was die Tore angeht. Die Hessen erzielten in den vergangenen 20 Bundesliga-Spielen nämlich immer mindestens ein Tor, was für die Eintracht die längste Serie seit dem Jahr 1992 darstellt.

Damals waren es unter Trainer Dragoslav Stepanovic sogar 21 Bundesliga-Spiele in Folge mit eigenem Treffer, die Eintracht wurde damals, wenngleich dramatisch, Dritter. Eine Platzierung, die man 29 Jahre später in Frankfurt sofort nehmen würde.