Das Maskottchen von Union Berlin

Eintracht Frankfurt erwartet bei Union Berlin ein Fußballspiel mit viel Körperkontakt und Grätschen. Blöd für die Hessen: Der beste Kämpfer fällt aus. Blöd für die Eisernen: Ihr Matchplan ist ebenso simpel wie vorhersehbar.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht-Coach Hütter fordert Rocky-Mentalität gegen Union

Adi Hütter von Eintracht Frankfurt beim Spiel gegen Arsenal
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Fünf Tage nach dem Flutlicht-Spektakel gegen Borussia Dortmund tritt Eintracht Frankfurt erneut zur besten Sendezeit an. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter ist am Freitag (20.30 Uhr) bei Aufsteiger Union Berlin gefordert und kämpft an der Alten Försterei um den ersten Auswärtssieg.

Die Ausgangslage

Das Last-Minute-Remis gegen den BVB hat die Gemüter in Frankfurt erst einmal beruhigt. Vor allem in der Offensive läuft es nach dem Abgang des Sturm-Triumvirats Haller-Jovic-Rebic zwar noch nicht rund, Tabellenplatz neun und weitgehend ordentliche Auftritte reichen aber für Zufriedenheit bei der Eintracht. Das Problem: Auswärts setzte es in dieser Bundesliga-Saison zwei Niederlagen in zwei Spielen. Das soll und muss sich gegen Union ändern.

Die Eisernen haben es hingegen geschafft, die Aufstiegs-Euphorie mit in die neue Spielzeit zu retten. Der furiose 3:1-Heimsieg gegen Borussia Dortmund vor der Länderspielpause unterstrich die Bundesliga-Tauglichkeit der Berliner und sollte gleichzeitig eine Warnung für die Hessen sein. Mit Schönspielerei gibt es an der Alten Försterei nichts zu holen.

Das Personal

Umso schwerer wiegt da der Ausfall von Sebastian Rode. Der Mittelfeldmotor muss wegen einer Knieprellung weiter pausieren und wird frühestens beim nächsten Europa-League-Spiel am Donnerstag in Portugal zurückerwartet. Seinen Platz im Maschinenraum übernimmt wohl wieder Gelson Fernandes, etwas weiter vorne könnte Daichi Kamada Abräumer Dominik Kohr zugunsten von mehr Kreativität auf die Bank verdrängen. In der Dreierkette winkt Almamy Touré nach seinem starken Auftritt gegen den BVB erneut ein Platz in der Startelf. Auch Bas Dost ist eine Option von Beginn an.

So könnte die Eintracht spielen:

Aufstellung Eintracht Union

Bei Union Berlin hat Innenverteidiger und Abwehrchef Neven Subotic seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen. Er wird wohl genauso wieder in der Anfangsformation stehen wie Stürmer Anthony Ujah. Angreifer Sebastian Polter fehlt gesperrt. Eine entscheidende Personalie wurde derweil außerhalb des Platzes geklärt: Trainer Urs Fischer hat die Verlängerung seines Vertrag in dieser Woche offiziell gemacht, der Schweizer bleibt mindestens eine weitere Saison in Berlin.  

So könnte Union spielen: Gikiewicz - Trimmel, Friedrich, Subotic, C. Lenz - Gentner, Andrich - Abdullahi, Mees - Ujah, Andersson

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Das sagen die Trainer

Adi Hütter: "Wir müssen den Kampf sofort annehmen, aggressiv und bissig auftreten. Das Spiel gegen Arsenal hat aber gezeigt, dass wir uns immer auf unsere Mentalität verlassen können und körperlich gut drauf sind. Wir haben Selbstvertrauen mitgenommen."

Urs Fischer (Union Berlin): "Drei Platzverweise in fünf Spielen sind eindeutig zu viel. Das haben wir mit der Mannschaft thematisiert. Aber wir sind definitiv keine Tretertruppe. Die Eintracht ist ein schwieriger Gegner und eine Mannschaft, die international vertreten ist und eine tolle Saison hinter sich hat. Sie haben einen unheimlichen Zug und ein sehr gutes Umschaltspiel."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Der gefährlichste Berliner heißt Sebastian Andersson, ist Schwede, und hat in dieser Saison bereits dreimal genetzt. Der 28-Jährige ist die zentrale Figur im Spiel der Eisernen und hat seine gute Form der vergangenen Saison, als er mit zwölf Toren maßgeblichen Anteil am Aufstieg hatte, bislang bestätigt. Auf ihn muss die Eintracht aufpassen.

Auf Seiten der Hessen wird spannend sein, wie groß die (Rück-)Rotation von Trainer Hütter ausfällt. Innenverteidiger Touré hätte genauso einen weiteren Einsatz verdient wie Außenverteidiger Erik Durm. Da Union vor allem über Härte und Einsatz kommt, wäre zudem der 1,96 Meter große Dost sicher nicht die schlechteste Option im Sturm.

Die Statistik des Spiels

Hoch und weit bringt Sicherheit: Die Spielweise von Union Berlin ist ebenso einfach wie einfallslos. Der Aufsteiger spielte die mit Abstand wenigsten Pässe aller Bundesligisten und produzierte dafür mit 80 langen Bällen überdurchschnittlich viel Langholz. Mit vier Gelben, einer Gelb-Roten und zwei Roten Karten führen die Hauptstädter zudem die Böse-Buben-Tabelle der Liga mit großem Abstand an. An der Alten Försterei wird Fußball gekämpft, nicht gespielt.

In der Defensive klafft dafür allerdings ein großes Loch, das die Eintracht ausnutzen könnte. Die Schwachstelle der Eisernen, das sagen die Statistiker, ist nämlich Linksverteidiger Christopher Lenz, der mit 43 Prozent gewonnen Eins-gegen-eins-Duellen einer der zweikampfschwächsten Verteidiger der Bundesliga ist. Der Rechtsweg sollte bei der Eintracht also nicht ausgeschlossen sein.