Frederik Rönnow von Eintracht Frankfurt

Ohne die halbe Abwehr, mit neuer Nummer eins und hoffentlich besserer Chancenverwertung: Eintracht Frankfurt will gegen Vitória Guimarães den ersten Sieg in der Europa-League-Saison klarmachen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht Frankfurt vor dem Europa-League-Spiel bei Vitória Guimarães

Adi Hütter von Eintracht Frankfurt beim Spiel gegen Arsenal
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Nach Arsenal ist vor Guimarães: Bei Vitória SC will Eintracht Frankfurt am Donnerstag (ab 21 Uhr live im hessenschau.de-Social-Radio) den ersten Sieg in dieser Europa-League-Saison einfahren.

Die Ausgangslage

In der Liga liegen sowohl die Hessen als auch die Portugiesen auf Kurs. Während sich Eintracht Frankfurt vor allem in den jüngsten Spielen gesteigert und stabilisiert hat und auf einem guten neunten Platz in ruhigem Fahrwasser segelt, sieht die Situation bei Vitória sogar noch ein bisschen besser aus. Die vergangenen drei Ligaspiele wurden gewonnen, der vierte Platz ist die Folge. Der eigentlich sogar ein dritter Platz wäre, würde nicht völlig überraschend Aufsteiger Famalicao vor Benfica, dem FC Porto und Vitória die Tabelle anführen.

Und in Europa? Könnte es besser laufen, und zwar für beide. Denn geht man davon aus, dass sich der große Gruppenfavorit Arsenal keine Blöße mehr geben wird, bleibt nur noch ein Platz zum Weiterkommen frei. Den hat aktuell Standard Lüttich inne, die Guimarães im Auftaktspiel mit 2:0 schlugen, während die Eintracht 0:3 gegen Arsenal verlor. Heißt im Klartext: Ein Sieg ist eigentlich für beide Mannschaften Pflicht, will man nicht einen waschechten Fehlstart in die Gruppenphase hinlegen.

Das Personal

Den 2:1-Sieg bei Union Berlin haben die Hessen teuer bezahlt. Nach dem Zusammenprall von Kevin Trapp und Makoto Hasebe fällt der japanische Libero mit Gehirnerschütterung aus, der Stammtorwart mit verletzter Schulter sogar den Rest der Hinrunde. Zudem fehlt ebenfalls der angeschlagene Kapitän David Abraham.

Für das Spiel in Guimarães bedeutet das, dass Martin Hinteregger in die zentrale Hasebe-Rolle in der Dreierkette rücken und selbst auf halblinks von Simon Falette oder Evan N'Dicka ersetzt wird. Auf Halbrechts hat sich der solide Almamy Touré zuletzt festgespielt. Ebenfalls wieder einsatzbereit sind Sebastian Rode sowie Mijat Gacinovic, gut möglich aber, dass beide zunächst auf der Bank Platz nehmen und der zuletzt starke Djibril Sow den Vorzug bekommt.

So könnte die Eintracht spielen:

Aufstellung Vitoria

So könnte Guimarães spielen:

Miguel Silva - Sacko, Bondarenko, Tapsoba, Rafa Soares - Poha, Pepe Rodrigues - André Pereira, Lucas Evangelista, Davidson - Bruno Duarte

Das sagt der Eintracht-Trainer

Adi Hütter: "Vitória Guimarães ist eine sehr gute Mannschaft, ein portugiesischer Traditionsverein. Mit Lucas Evangelista haben sie einen sehr guten offensiven Mittelfeldspieler. Personell haben sie einige Möglichkeiten. Wenn man sie spielen lässt, kann es sehr unangenehm werden. Wir müssen versuchen, mit unseren Möglichkeiten dagegen zu halten."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Im Fokus steht ganz klar Frederik Rönnow. Der Däne kam mit Stammplatzambitionen nach Frankfurt, stand aber stets im Schatten von Kevin Trapp und seit Sommer 2018 nur sechsmal im Kasten. Nach der Verletzung von Trapp hat der Däne nun die Gelegenheit, seine Klasse unter Beweis zu stellen. Ebenfalls interessant wird zu beobachten sein, ob Sows Formkurve weiter nach oben zeigt. Nach durchwachsenem Start hat der Schweizer in den zwei vergangenen Bundesligaspielen angedeutet, dass er ein richtig feiner Kicker ist. Von seiner Flanke zum 2:0 gegen Union Berlin dürfte André Silva immer noch ab und an träumen.

Der wahrscheinlich feinste Kicker auf der Gegenseite ist Spielmacher Evangelista, der potenzielle Star in einer sonst Star-losen Mannschaft. Der trickreiche Brasilianer ist ein Zehner alter Schule, der Mittelstürmer Bruno Duarte und die beiden Außen im 4-3-3-System von Trainer Ivo Vieira mit Pässen füttern soll. Dort glänzte zuletzt Evangelistas Landsmann Davidson, der sich durch zehn Scorerpunkte in 14 Spielen bereits in die Notizbücher der portugiesischen Topteams gespielt haben soll.

Gleiches dürfte für Shootingstar Edmond Tapsoba gelten. Der Innenverteidiger kickte vergangene Saison noch in der zweiten Mannschaft Vitórias, ist in dieser Saison aber aus dem Team nicht mehr wegzudenken. Dabei hält Tapsoba nicht nur hinten den Laden dicht, sondern ist auch durchaus torgefährlich: In seinen 13 Pflichtspielen in dieser Saison kommt der Mann aus Burkina Faso bereits auf fünf Treffer. Wer weiß, vielleicht hat Fredi Bobic ja ebenfalls ein Notizbuch dabei.

Die Statistik des Spiels

Nicht nur in Sachen Ergebnis liefen die Auftaktpartien der Eintracht und Vitória ähnlich, auch in Sachen Spielverlauf gab es gewisse Parallelen. Denn während die Eintracht sagenhafte 24 Mal aufs Tor schoss, ohne einen Treffer zu erzielen, versuchten es die Portugiesen gegen Lüttich unwesentlich weniger sagenhafte 17 Mal, ohne zu treffen. Wer so viele Fahrkarten verteilt, arbeitet normalerweise bei der Bahn.