David Abraham jubelt
Hoch die Hände, Freitagabend! Für die Eintracht lief es zuletzt an diesem Termin immer gut. Bild © Imago

Nach der Länderspielpause geht's für die Eintracht auswärts mit einem dicken Brocken weiter. Die Frankfurter müssen bei Borussia Dortmund ran. Beide Teams haben unter Flutlicht eine Serie zu verteidigen.

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hr-Reporter Joscha Bartlitz

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Eine anspruchsvolle Aufgabe steht an: Eintracht Frankfurt reist am Freitagabend (20.30 Uhr) zum Auswärtsspiel gegen Borussia Dortmund. Es ist der Auftakt zu den kräftezehrenden Englischen Wochen mit fünf Partien in 17 Tagen.

Die Ausgangslage

Der Last-Minute-Gegentreffer vor heimischem Publikum gegen Werder Bremen hat der Eintracht weh getan. Die nach der spektakulären Rückholaktion von Kevin Trapp entfachte Euphorie erhielt dadurch einen Dämpfer. Leichter wird es in den kommenden Wochen nicht: Denn es warten durch die Bank Mannschaften auf die Frankfurter, die Potenzial für das obere Drittel haben.

Das gilt natürlich auch für Dortmund, auch wenn der Motor der Borussia etwas stottert. Gegen Hannover 96 gab es auswärts zuletzt ein schmuckloses 0:0. Obwohl die Mannschaft am ersten Spieltag mit 4:1 gegen RB Leipzig gewinnen konnte, ist die Handschrift von Trainer Lucien Favre erst schemenhaft erkennbar.

Das Personal

Das größte Problem der Eintracht ist die Personalsituation: Erneut müssen die Frankfurter auf Vizeweltmeister Ante Rebic verzichten. Der Kroate tastet sich nach Verletzungspause im Training heran, ein Einsatz in Dortmund kommt aber zu früh. "Er ist auf einem guten Weg, auch mental geht es in die richtige Richtung", sagte Trainer Adi Hütter. Darüber hinaus stehen den Hessen die verletzten Carlos Salcedo, Timothy Chandler, Goncalo Paciencia und Francisco Geraldes sowie der gesperrte Jetro Willems nicht zur Verfügung. Ob Linksverteidiger Taleb Tawatha (Rückenblessur) auflaufen kann, entscheidet sich kurzfristig.

Mögliche Aufstellung: Trapp – Abraham, Hasebe, N’Dicka – da Costa, Torró, Fernandes, Tawatha – Gacinovic, Kostic – Haller

Bei Dortmund muss Favre wohl auf zwei Defensivspieler verzichten. Raphael Guerreiro kam mit einer nicht näher diagnostizierten Oberschenkelverletzung vorzeitig von der portugiesischen Nationalmannschaft zurück, Innenverteidiger Ömer Toprak hat sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen. Zudem steht ein dickes Fragezeichen hinter dem Einsatz von Christian Pulisic (muskuläre Probleme). Dafür kann der BVB wieder auf Julian Weigl nach auskurierter Schambeinverletzung zurückgreifen.

Mögliche Aufstellung: Bürki – Pizczek, Diallo, Akanji, Schmelzer – Dahoud, Weigl – Philipp, Witsel, Reus – Alcacer

Das sagen die Trainer

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Hütter zur Stimmung

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Pressekonferenz vor der Partie in Dortmund in voller Länge

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Adi Hütter (Eintracht Frankfurt): "Wir versuchen, das Beste daraus zu machen und in Dortmund zu bestehen. Aber ich möchte nicht, dass wir uns verstecken. Wir wollen selbst in der Offensive Akzente setzen und punkten, auch wenn es nicht einfach wird. Ich glaube an meine Mannschaft. Wir müssen die Laufwege eng halten und ständig aufpassen, weil Dortmund sehr viele gefährliche Spieler hat."

Lucien Favre (Borussia Dortmund): "Wir erwarten eine starke Eintracht. Sie hat in Freiburg gewonnen und auch gegen Bremen gut gespielt, obwohl sie 60 Minuten in Unterzahl war. Es ist eine gefährliche Mannschaft, die sehr gut kontert und ein intensives Pressing betreibt. Wir müssen gut vorbereitet sein. Wir wollen natürlich immer gewinnen."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Die Borussia weiß eine Reihe von Topstars in ihren Reihen. Nationalspieler Marco Reus, der WM-Dritte Axel Witsel, 28-Millionen-Einkauf Abdou Diallo oder Neuzugang Paco Alcacer stehen für viel Qualität. Der Blick richtet sich vor allem auf Alcacer, der die Lücke im Sturm schließen soll. "Er hat im Training gezeigt, dass er riesige Qualität hat und ich hoffe, dass er die murrenden Stimmen verstummen lässt", ließ Torhüter Roman Bürki im kicker durchblicken.

Bei der Eintracht hat sich in den ersten beiden Wochen Sebastien Haller in den Vordergrund gespielt. Der Angreifer war an allen drei Saisontreffern beteiligt, zweimal glänzte er als Torschütze. Er profitierte dabei unter anderem vom formstarken Antreiber Mijat Gacinovic. Der Serbe nimmt die Führungsrolle immer besser an und war gegen Werder Bremen das Schwungrad. Erst nach seinem verletzungsbedingten Ausfall gab es einen Bruch im Spiel der Frankfurter.

Statistik des Spiels

Alles dreht sich um den Spieltermin: Wenn das Flutlicht am Freitag angeht, fühlen sich sowohl die Frankfurter als auch die Borussia wohl. Der Gastgeber hat die vergangenen 24 Heimspiele an einem Freitagabend nicht verloren, 17 Mal durfte Dortmund einen Sieg bejubeln. Die Eintracht verlor zuletzt am 12. Dezember 2014 zu Wochenendbeginn (2:3 bei der TSG Hoffenheim). Seitdem blieben die Hessen in elf Partien (vier Siege, sieben Remis) am Freitagabend ungeschlagen.