Danny da Costa im Duell mit Bastian Oczipka

Eintracht Frankfurt reist angeschlagen zum FC Schalke 04 und muss erneut das Schlimmste befürchten. Die Statistik und die Formkurven verheißen nichts Gutes, für etwas Hoffnung sorgt aber Stehaufmännchen Bas Dost.

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Adi Hütter
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Drei Tage nach dem ernüchternden Gruppenphasen-Finale gegen Vitoria Guimaraes ist Eintracht Frankfurt zurück im nicht weniger grauen Liga-Alltag. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter reist zum FC Schalke 04 und hofft dort am Sonntag (18 Uhr) auf den ersten Bundesliga-Sieg seit Anfang November.

Die Ausgangslage

Viel unterschiedlicher könnten die Stimmungslagen bei Eintracht Frankfurt und Schalke 04 wohl nicht sein. Während bei den Hessen nach vier Bundesliga-Spielen ohne Sieg und sieben Pflichtspielen ohne Stürmer-Tor langsam aber sicher die Alarmglocken schrillen, herrscht in Gelsenkirchen traute Harmonie. Das letzte Bundesliga-Spiel in Leverkusen wurde zwar verloren (1:2), Tabellenplatz vier übertrifft aber noch immer alle Erwartungen.

Die Königsblauen haben sich unter Neu-Trainer David Wagner zu dem entwickelt, was die Eintracht in der vergangenen Saison einmal war – und jetzt nicht mehr ist: ein Spitzenteam. Die Favoritenlage liegt dementsprechend klar bei den Gastgebern. Für Frankfurt geht es darum, kurz vor der Winterpause nicht noch weiter in den Tabellenkeller zu rutschen.

Das Personal

Bei der Eintracht gibt es kurz vor Weihnachten so etwas wie eine Auferstehung: Stürmer Bas Dost, der sich aufgrund anhaltender Leistenprobleme eigentlich schon in die Winterpause verabschiedet hatte, stand am Freitag wieder auf dem Trainingsplatz und absolvierte die komplette Einheit ohne Schmerzen. "Das ist eine überraschende Kehrtwende", sagte Trainer Hütter.

Ausschlaggebend für die Blitzheilung ist die Untersuchung eines Experten, der den Grund für die Schmerzen entdeckt und behandelt hat. "Ein Nerv hat ihn lahmgelegt", so Hütter. Ein Comeback des Holländer – zumindest als Joker – ist durchaus möglich. Weitere Wackelkandidaten oder Ausfälle gibt es nicht.

So könnte die Eintracht spielen:

Aufstellung Eintracht Schalke

Beim FC Schalke ist das Personal schnell abgehandelt. Innenverteidiger Matija Nastasic fällt wohl weiter aus, Stürmer Mark Uth wird in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen.

So könnte Schalke spielen: Nübel - Kenny, Kabak, McKennie, Oczipka - Mascarell, Serdar - Caligiuri, Harit - Raman, Kutucu.

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: Wir müssen auf Schalke zu unseren Tugenden zurückkehren und vielleicht auch punkten. Schalke spielt weit besser als letztes Jahr. Sie haben einen anderen Stil, sind aggressiv, ziehen viele Sprints, verteidigen nach vorne, schalten schnell um und haben das notwendige Glück. Wir müssen kompakt auftreten, aber auch nach vorne spielen. Wenn die Rollen klar verteilt sind, sind wir dieses Mal Außenseiter. Wir können aber trotzdem ein gutes Spiel machen.

David Wagner: Was Frankfurt in den letzten Jahren entwickelt hat, ist einzigartig und wahnsinnig gut. Da sind verdammt schlaue Entscheidungen getroffen worden. Die Eintracht ist wieder eine richtige Nummer im deutschen Fußball. Dazu spielen die Frankfurter einen sehr leidenschaftlichen Fußball. Wir werden es nötig haben, an unser Maximum zu kommen, um erfolgreich zu sein. Wir werden das höchstmögliche Tempo anschlagen, um direkt in unser Spiel zu finden.

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Das heißeste Eisen des FC Schalke ist derzeit wohl Armine Harit, der nach einem schwierigen Jahr unter Trainer Wagner richtig aufblüht und in 14 Bundesliga-Spielen an neun Toren direkt beteiligt war. Dass der marokkanische Nationalspieler unter der Woche seinen Vertrag bis 2024 verlängert hat, dürfte noch einmal zusätzlichen Schub geben. Die Eintracht sollte gewarnt sein.

Auf wen man bei der Eintracht achten sollte? Entscheiden Sie selbst, vielleicht kommt ja mal wieder ein Stürmer in Tornähe.

Die Statistik des Spiels

Heimstärke trifft Auswärtsschwäche: Der FC Schalke hat in dieser Saison vor heimischer Kulisse nur gegen den FC Bayern verloren und ist seit sechs Spielen in der eigenen Arena ungeschlagen. Die Eintracht hat sechs von sieben Auswärtsspielen in dieser Spielzeit verloren und ist damit der willkommenste Gast der ganzen Liga. Erschwerend hinzu kommt, dass die Hessen nach Europa-League-Partien noch nicht einen Sieg feiern konnten (zwei Remis, drei Niederlage). Es gab schon Statistiken, die mehr Mut gemacht haben.