Die Tribünen werden leer bleiben beim Duell der Eintracht gegen Basel.

Geisterspiel statt Europapokal-Genuss: Der Fußball rückt angesichts des Coronavirus rund um die Europa-League-Partie von Eintracht Frankfurt gegen den FC Basel in den Hintergrund. Das Wichtigste zum Spiel.

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zum Video Eintracht gegen Basel doch ohne Zuschauer

hs
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Es wird gespenstisch: Nach langem hin und her nahm das Gesundheitsamt Frankfurt seine Entscheidung zurück und ordnete wegen des Coronavirus den Zuschauerausschluss für das Hinspiel des Europa-League-Achtelfinales zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Basel am Donnerstag (18.55 Uhr) an. Der Sport rückt in diesen Zeiten immer mehr in den Hintergrund.

Wenige Minuten, nachdem Eintracht Frankfurt den Zuschauerausschluss im Europa-League-Achtelfinale gegen den FC Basel bestätigte, hat die Weltgesundheitsorganisation die Verbreitung des Coronavirus als Pandemie eingestuft. Die neue Erkenntnislage ließ somit keine andere Entscheidung von Verein und Gesundheitsamt zu.

Auf die Trainer Adi Hütter und Marcel Koller kommt somit eine große Aufgabe zu: Sie müssen ihre Spieler trotz der aktuell besorgniserregenden gesundheitlichen Lage auf ein für die Vereine wichtiges Duell einstellen. Wie es nach der Partie weiter geht, ist dennoch aktuell mehr denn je unklar.

Die Ausgangslage

Eintracht Frankfurt tanzt noch auf drei Hochzeiten, wobei der Blick in der Bundesliga nach drei Niederlagen in Serie weiterhin auch nach unten gerichtet werden muss. Besser läuft es im DFB-Pokal mit dem Halbfinaleinzug und in der Europa League. Hütter hat mit den Hessen auf internationaler Ebene seit seinem Dienstantritt im Sommer 2018 eine beeindruckende Bilanz: In 28 Partien feierte der Österreicher 18 Siege bei jeweils fünf Unentschieden und Niederlagen.

Der einstige Abonnementmeister FC Basel hinkt auch in der dritten Saison nacheinander in der heimischen Liga hinterher. Aktuell belegt das Team nur den dritten Platz hinter dem FC St. Gallen und Hütters Ex-Klub Young Boys Bern. In Europa präsentierten sich die Baseler bislang aber von ihrer besten Seite: In der Gruppenphase wurde der starke spanische Klub FC Getafe zweimal (1:0/2:1) besiegt, im Sechzehntelfinale blieb APOEL Nikosia (3:0/1:0) chancenlos. Spannend bleibt vor allem die Frage: Wie kommt Basel aus der nationalen Pause - in der Schweiz ruht der Spielbetrieb seit Ende Februar - raus?

Das Personal

Mit Ausnahme der Langzeitverletzten kann Hütter aus dem Vollen schöpfen. Bas Dost kehrte immerhin wieder auf den Trainingsplatz zurück, wann der Niederländer wieder eine Alternative ist, bleibt allerdings offen.

Basel muss möglicherweise auf insgesamt fünf Akteure verzichten: Sicher nicht mit dabei sein werden Zdravko Kuzmanovic, Ricky van Wolfswinkel und Luca Zuffi. Ob die angeschlagenen Eric Ramires und Kemal Ademi dabei sein können, ist nicht sicher.

So könnte die Eintracht spielen

SGE

So könnte der FC Basel spielen: Omlin - Widmer, Cömert, Alderete, Riveros - Frei, Xhaka - Stocker, Campo, Petretta - Cabral

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: "Der FC Basel ist eine sehr routinierte Mannschaft. Mit Torhüter Jonas Omlin haben sie einen sehr guten Torhüter mit starken Reaktionen. Basel will Ballbesitzfußball spielen und ist in der Defensivarbeit sehr diszipliniert."

Marcel Koller: "Wir haben uns in den letzten Tagen stark auf die Eintracht fokussiert. In der Vorbereitung hatten wir mehr Zeit als üblich. Dafür fehlt uns ein wenig der Wettbewerbsrhythmus. Wir müssen in der aktuellen Situation sehr flexibel sein. Wir bereiten uns aber so normal wie nur möglich auf die Spiele vor. Ich erwarte gegen die Eintracht dennoch ein Duell auf Augenhöhe."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Hütter hat vor allem die Qualität von Torhüter Jonas Omlin hervorgehoben: "Mit Omlin haben sie einen sehr guten Torhüter mit starken Reaktionen." In drei der sechs Europa-League-Duelle hielt der 26-Jährige seinen Kasten sauber. Bestens bekannt in der Bundesliga ist Flügelspieler Valentin Stocker. Nach vier Jahren bei Hertha BSC kehrte der 30-Jährige 2018 nach Basel zurück. Der Flügelspieler strahlt mit 17 Torbeteiligungen in 32 Pflichtspielen viel Gefahr aus.

Bei der Eintracht ist die Frage, ob Daichi Kamada der "Mister Europa" bleibt. Mit sechs Treffern und zwei Vorlagen in acht Partien ist der Japaner in diesem Wettbewerb der mit Abstand stärkste Akteur der Frankfurter. Ein besonderes Duell steht für Djibril Sow auf dem Programm: Der Schweizer hat die achtjährige "Alleinherrschaft" der Baseler mit Bern und dem damaligen Coach Hütter gebrochen und den Meistertitel geholt.

Die Statistik des Spiels

32! So viele Jahre liegt ein Duell der Eintracht gegen einen Klub aus der Schweiz zurück. Gegen den Grasshopper Club Zürich setzten sich die Frankfurter damals nach einem 0:0 im Hinspiel vor heimischer Kulisse mit 1:0 durch. Doch was diese Statistiken in dieser Saison noch wert sind, werden die kommenden Tagen, Wochen und Monate zeigen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 12.03.2020, 19:30 Uhr