Hütter ballt die Fäuste.

Eintracht Frankfurt trifft in der zweiten Runde des DFB-Pokals auf Zweitligist FC St. Pauli. In puncto Stimmung und Personal könnten die Voraussetzungen unterschiedlicher kaum sein.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht Frankfurt vor dem Pokalspiel beim FC St. Pauli

Adi Hütter gestikuliert.
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Eintracht Frankfurt hat den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals fest im Blick. Was Sie alles vor dem Zweitrunden-Duell bei Zweitligist FC St. Pauli am Mittwochabend (20.45 Uhr) wissen missen, verraten wir Ihnen hier.

Die Ausgangslage

3:0 in der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen, 2:1 in der Europa League gegen Standard Lüttich, dann allerdings ein 2:4 in der Liga bei Borussia Mönchengladbach: Nach nahezu sechs Wochen ohne Niederlage musste sich die Eintracht am vergangenen Sonntag erst dem neuen Tabellenführer Deutschlands höchster Spielklasse geschlagen geben. Ihre bis dahin letzte Niederlage hatten die Hessen am 19. September beim 0:3 gegen den FC Arsenal kassiert. In der Liga stehen sie in einem dichten Tableau auf einem guten neunten Platz, im Europacup haben sie den Einzug in die K.o.-Phase selbst in der Hand – und im DFB-Pokal soll sich nach Möglichkeit nicht ein Zweitligist als Stolperstein erweisen.

Und St. Pauli? Wenn er bloß nicht wieder schimpfen muss, wäre Jos Luhukay wohl schon zufrieden, denn dazu sah sich der Trainer der Kiezkicker unlängst mal wieder gezwungen. "Uns fehlt die absolute Gewinner-Mentalität", ärgerte sich der Niederländer nach der 0:1-Niederlage beim 1. FC Heidenheim. Von einem "Kabinen-Anschiss" war im Boulevard nach dem dritten Spiel nacheinander ohne Sieg die Rede. An einem weiteren Wutausbruch nach dem Duell mit der Eintracht dürften auch die Spieler kein Interesse haben.

Das Personal

Die Eintracht muss auch bei St. Pauli auf André Silva verzichten, hofft aber auf eine Rückkehr von Sturmpartner Bas Dost. Der portugiesische Nationalspieler fehle "definitiv", sagte Trainer Adi Hütter. Bei Dost hingegen sei die Chance da, dass er spielen könne. Offen ist der Einsatz von Mijat Gacinovic.

So könnte die Eintracht spielen:

Mögliche SGE-Aufstellung gegen Pauli

Beim FC St. Pauli wird Abwehrspieler James Lawrence definitiv mit Knieproblemen ausfallen. Auch Svend Brodersen, Christopher Avevor, Aurel Loubongo, Yiyoung Park, Niklas Hoffmann und Luis Coordes werden weiterhin fehlen. Gleiches gilt für Christopher Buchtmann und Marc Hornschuh.

So könnte St. Pauli spielen: Himmelmann - Zander, Östigard, Buballa, Penney - Becker, Knoll - Miyaichi, Möller Daehli, C. J. Conteh - Gyökeres

Das sagen die Trainer

Adi Hütter (Eintracht Frankfurt): "St. Pauli ist eine extrem heimstarke Mannschaft mit einem großen Kader. Jos Luhukay hat in den vergangenen Partien viel rotiert. Mit Mats Möller Daehli und Fin Becker haben sie zwei junge Talente im Kader. Ich denke, dass sie aufgrund der letzten, nicht so erfolgreichen Spiele motiviert sind, zuhause gegen die Eintracht anzutreten. Deshalb ist es wichtig für uns, dass wir das Spiel und die Stimmung annehmen."

Jos Luhukay (FC St. Pauli): "Die Eintracht hat in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung genommen. Sie haben eine gute Struktur im Verein entwickelt und zudem eine Philosophie, mit einem Fußball, der beim Zuschauen Freude macht. Obwohl sie einige Leistungsträger abgegeben haben, haben sie erneut einen starken Kader zusammen, der sich gut eingespielt hat. Sie haben eine Mannschaft, die auch in Europa eine richtig gute Rolle spielt."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Bei der Eintracht steht Daichi Kamada im Mittelpunkt des Interesses. Der in der Bundesliga torlose Japaner ist DFB-Pokal-Wettbewerb nämlich erfolgreich. In der ersten Pokal-Runde bei Waldhof Mannheim schoss Kamada sein bislang einziges Saisontor. Der wegen der Verletzungsmiese im Sturm offensiv gesetzte Japaner könnte den Unterschied machen.

Was Robin Himmelmann gerne verhindern würde. Der Torwart des FC St. Pauli ist seit sieben Jahren im Verein und damit der Dauerbrenner am Millerntor. Himmelmann ist derzeit in der Form seines Lebens und hat St. Pauli in dieser Zweitliga-Saison schon einige Punkte gerettet. Eine ähnliche Rolle schwebt Himmelmann auch gegen die Eintracht vor.

Die Statistik des Spiels

Im DFB-Pokal trafen St. Pauli und die Eintracht erst einmal aufeinander. Kurz vor Weihnachten 1970 siegten die Frankfurter in der Hansestadt mit 3:2 nach Verlängerung. Den entscheidenden Treffer zum 3:2 schoss Horst Heese denkbar spät in der 119. Minute. Ingesamt hat die Eintracht aber keine guten Erinnerungen an den Hamburger Kiezclub.

Von den bislang zehn Spielen zwischen St. Pauli und Frankfurt gewannen die Hessen gerade einmal zwei. Das vorerst letzte Aufeinandertreffen kurz vor Weihnachten 2011 entschied die Millerntor-Elf mit 2:0 für sich. Schon damals auf dem Feld: Sebastian Rode, im zarten Alter von 21 Jahren.